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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0019
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Drittel des Kopfes einnimmt; wenigstens bei einer Anzahl der untersuchten Gebilde überzeugte sich Platnee von
der Gegenwart eines Zentralstranges in dem Schwänze.

In der späteren, oben angefahrten Abhandlung beschreibt derselbe Forscher, wie erwähnt, die Spermiogenese
von Ärion und Helix. Hinsichtlich des Baues der fertigen Spermien wird hier nichts Neues hinzugefügt.
Er betont nur noch einmal den Unterschied derjenigen der beiden Gruppen, da bei der einen — der Helix-
gruppe — ein Spiralfaden vorhanden ist, bei der anderen — der Ariongruppe — ein solcher Faden fehlt. An den
sich entwickelnden Spermien von Arion sieht man den Zentralstrang von zwei einander parallel verlaufenden Fäden
umwunden, bei denen von Helix sind aber drei Fäden vorhanden, indem noch der äussere Spiralfaden hinzukommt.

Über das Vorkommen von zweierlei Arten Spermien bei den Prosobranchien hat Brock1) mitgeteilt.
Er hatte während eines Aufenthaltes im Indischen Archipel eine Anzahl dieser Tiere untersucht und beschrieb
nun die wurmförmigen Spermien von Strombus, Pteroceras und Gypraea. Bei den ersten beiden (Strombus lentiginosus
und Pteroceras lambis) sah er sie (in einem Verhältnis zu der haarförmigen wie 1 : 500) als lange spindelförmige
Körper, welche in der Eichtling ihrer Längsachse allseitig von einer undulierenden Membran umgeben sind; das
Innere der Spermien zeigte sich erfüllt von grossen, stark lichtbrechenden Körpern, deren Grösse nach den Polen
hin abnimmt und die nicht aus Fett bestehen; gleich beim Absterben des Tieres zerfällt der Flossensaum augenblicklich
, und dann sieht man an einem der Pole Wimpernbüschel hervortreten, deren Fädchen sich in den Zellenleib
hinein verfolgen Hessen. Die drei untersuchten Arten von Gypraea boten auch wurmförmige Spermien im Verhältnis
von etwa 1 : 500 dar. Bei C. caput serpentis glichen sie langgestreckten Zylindern, welche an dem breiteren
Ende einen Saum kurzer Härchen, an denen nie Bewegungen wahrgenommen wurden, und an dem schmäleren
Ende ein glänzendes Köpfchen trugen; im Inneren führten sie teils grössere, stark lichtbrechende, teils auch, und
zwar in der schmäleren Hälfte, feine, zu Längsreihen angeordnete Körnchen. Bei C. annulus und lurida waren
die wurmförmigen Spermien schlank, spindelförmig, mit einem stumpfer zugespitzten Pol, welcher das Käppchen
trägt. Sowohl von den wurm- als den fadenförmigen Spermien sind einige Figuren dieser Mitteilung beigefügt;
die Zusammensetzung derselben, besonders der letzteren, geht aber nicht deutlich aus ihnen hervor.

Koehler 2) nahm die besonders von v. Brunn eingehender behandelte Entwicklung der wurmförmigen Spermien
der Prosobranchien, und zwar bei Murex brandaris und trunculus, von neuem zur Untersuchung auf. Hinsichtlich
der fertigen Spermien dieser Gattung fand er auch, dass diejenigen von M. brandaris die Gestalt von
kleinen Spindeln und keinen Endbüschel von Zilien haben, noch — die Kopfregion ausgenommen — einen deutlichen
Zentralfaden besitzen: mehr oder weniger ausgeprägte Längsfasern, welche nicht zu einem Bündel vereinigt
sind und als Längsstreifung erscheinen, geben allein an, dass diese Formation nicht vollständig verschwunden
ist. Diese Spermien sind bei M. brandaris fast unbeweglich, bei M. trunculus dagegen lebhaft beweglich und bei
dem letzteren einfacher organisiert.

Es folgte nun eine Reihe von Arbeiten, welche das Studium von der Entwicklung der Spermien der Gastropoden
, und ganz besonders der Pulmonaten, zum Ziele hatten.

So untersuchte Prenant 3) die Spermiogenese von Helix und Arion und behandelte dabei auch die Entwicklung
des Spiralfadens am Schwänze, von dem er einige Abbildungen in den späteren Stadien der Ausbildung
lieferte.

Bolles Lee 4) legte in einer Reihe von Arbeiten seine Untersuchungen über die Entwicklung der Spermien
von Helix pomatia, und zwar sowohl die ersten Stadien derselben als auch die späteren, nieder. Von den reifen
Spermien gab er aber keine Darstellung.

Auch Benda 5) teilte einige Angaben über die Spermiogenese der Grastropoden, speziell über die Zentralkörper
, mit. Und v. Korpf c) veröffentlichte eine Untersuchung der Spermiogenese von Helix pomatia, in
welcher er das Verhalten dieser Gebilde feststellte. Er bildete auch das Spermatiden-Staclium ab, aber keine
reifen Spermien.

x) Brock, Über die doppelten Spermatozoen einiger exotischer Prosobranchier. Zoologische Jahrbücher herausg. von J. W. Sfexgel, 2. Band, 1887.

2) ~R. Koehler, Recherches sur la double forme des spermatozo'ides chez le Mitrex brandaris et le 21. trunculus, Becueil zoologique suisse, 1. Ser. T. 5, 1892.

3) A. Prexaxt, Observations cytologiques sur les Clements seminaux des Gasteropodes pulmones. La Cellule, T. A, 1887—88.

4) Arthur Bolles Lee, La regression du fuseau caryocinetique. La Cellule, T. XI, 1, 1895. — Les cineses spermatogenetiques. La Cellule. T. XIII,
1, 1897. — Les »spheres attractives» et le Nebenkern des Pulmones. La Cellule T. XVI, 1, 1898. — L'Evolution du spermatozoide de l'Helix pomatia. La Cellule,
T. XXI, 2, 1904.

u) C. Benda, Uber die Spermatogenese der Yertebraten und höherer Ecertebraten. Verhandl. d. Berliner Physiolog. Gesellsch. 1898. Arch. f.
Physiol., 1898.

6) K. v. Korff, Zur Histogenese der Spermien von Helix pomatia. Arch. f. mikrosk. Anat. u. Entw., Bd. 54, 1899.


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