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also fast aus allen grösseren Gruppen, wenn man die Heteropoden ausnimmt». Bei keiner Landform sind sie
noch gefunden.

Schliesslich habe ich]) im XI. Bande dieser Serie die Spermien von Patella genauer beschrieben und im
XII. Bande derselben Serie diejenigen von Emarginula, Nacella und Puncturella sowie von Päludina eingehender
dargestellt. Ich verzichte auf eine Wiedergabe meiner Ergebnisse, indem ich auf die angeführten Abhandlungen
verweise. Hier will ich nur noch einmal betonen, dass ich bei den Spermien dieser niederen Gastropoden einen
auffallend niedrigen Typus antraf, welcher dem der Spermien der Amphineuren und Lamellibranchien im höchsten
Grade ähnlich war.

2. Eigene neue Untersuchungen.

Wie ich schon mehrmals und auch hier oben hervorgehoben habe, ist es schon lange mein Wunsch gewesen,
einen Einblick in die phylogenetische Ausbildung der Spermien der Gastropoden zu gewinnen. Die von mir im
J. 1904 beschriebenen Spermien von Patella und die von mir bald danach untersuchten Spermien von Fissurella,
Nacella und Puncturella gaben mir die Hoffnung, dass es vielleicht nicht unmöglich wäre, eine derartige Einsicht
zu erhalten. Die Spermien aller dieser niedrigen Gastropoden boten Formen dar, welche, wie oben erwähnt wurde,
denen der Amphineuren und Lamellibranchien äusserst nahe stehen und zugleich den Spermien verschiedener
Würmer, v. a. der Polychäten, sehr ähnlich sind. Bei allen diesen Tieren fand ich ja am hinteren Umfang des
kugeligen oder ovalen oder spindelförmigen Kopfes um die Ansatzstelle des Schwanzes herum eine regelmässig
angeordnete Beihe von distinkten Körnern, die ich als Nebenkernorgan bezeichnete. Bei Patella waren sie in der
Begel in einer Anzahl von 4, seltener 5, bei den anderen, Eissurella, Nacella und Puncturella, in der Begel zu
5 vorhanden.

Es galt nun, die nächsthöheren Gastropoden zu untersuchen. Bei meinem Aufenthalt in Triest, April
—Mai 1905, gelang es mir, durch die Liebenswürdigkeit des Direktors der Zool. Station Prof. Coki, reife Spermien
von Astralium, Zisyphinus und Gibbula zu erhalten, und im Herbste bekam ich durch seine gütige Sendung
Spermien von Haliotis. Ausserdem fand ich im August während meiner Studien in der schwed. Zoolog. Station
reife Spermien einer anderen kleineren Zizyphinus-Art. Alle diese Spermien schliessen sich denjenigen von Patella
genau an, und ich will sie nun hier eingehender beschreiben. Diese Gastropoden bilden hinsichtlich der Spermien
eine Gruppe, welche in der Beziehung interessant ist, dass sie unter sich sowohl relativ niedrigere als auch höhere
Eormen umfasst, da ja bei Astralium, Zizyphinus und Gibbula ein schön spiraliger Schneckenbau schon ausgebildet,
während bei den übrigen die Schale nur noch scheibenförmig (hutförmig) geblieben ist.

Von dieser Gruppe ist aber bis zu den übrigen Gastropoden hinsichtlich der Ausbildung der Spermien noch
eine auffallend grosse Lücke. Es ist mir noch nicht gelungen, diese Lücke auszufüllen; vielleicht gibt es in der
noch lebenden Tierwelt keine wirklichen Übergangsformen mehr. Ich will jedoch hier unten auch die von mir
bei anderen Gastropoden-Ordnungen gefundenen Spermien-Formen darstellen, um eine möglichst genaue Ubersicht
sämtlicher mir bekannten Typen zu geben. Jedenfalls lässt sich ein Vergleich derselben anstellen, wodurch
ein gewisser Einblick in ihre Phylogenese vorbereitet werden kann.

I. Streptoneura (Prosobranehia).

1 Aspidobraneliia.

Haliotis tuberculata L.

(Taf. I, Fig. 1—8.)

Es war von vornherein anzunehmen, dass die Spermien von Haliotis denen der Patelliden und Fissurelliden
ähnlich wären. Für eine wirkliche Kenntnis derselben war jedoch eine genaue Untersuchung notwendig. Es
war mir deshalb sehr angenehm, durch die Güte Prof. Com's in den Stand gesetzt zu werden, diese Spermien
eingehend zu studieren.

*) Gustaf Eetzius, Zur Kenntnis der Spermien der Evertebraten I, Biolog. Untersuchungen. N. F., B. XI, 1904, und Zur Kenntnis der Spermien
der Evertebraten II. Ebenda, B. XII, 1905.


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