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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0059
4.

Die Spermien der Bryozoen.

Tafel XV.

Über die Beschaffenheit der Spermien der Bryozoen habe ich in der Literatur nicht viele nähere Darstellungen
finden können.

Über die Spermien der Süsswasser-Bryozoen liegen zwar einige ältere Mitteilungen von Beinhard und Ko-
rotneff vor, besonders was ihre Spermiogenese betrifft; sie geben aber über den Bau der Spermien eine nur wenig
zutreffende Erläuterung, weshalb ich sie hier übergehe.

In seiner Arbeit über die deutschen Süsswasser-Bryozoen äussert über dieses Thema K. Kraepelin :): »Die
Spermatozoen der PaludiceUa zeichnen sich durch ihre lang cylindrische Gestalt aus; man kann an ihnen einen
fein zugespitzten, stark lichtbrechenden Kopf, einen Hals und einen allmählich abgerundeten Schwanzteil unterscheiden
». Und von denen der Phylactolaemen sagt er: »Die Spermatozoen gleichen in Torrn und Bewegung durchaus
denen der PaludiceUa».

Dann hat T. Braem 2) in seiner Arbeit über die Entwicklung von Plumatella fungosa, die Spermiogenese

dieser Süsswasser-Bryozoen beschrieben und auch von den reifen Spermien derselben
die allgemeine Form bildlich dargestellt; die feinere Organisation derselben blieb aber
noch immer unbekannt; ich gebe hier eine Reproduktion seiner betreff. Fig. wieder,
um den Vergleich mit meinen Abbildungen der Spermien desselben Tieres zu erleichtern.
Man sieht in dieser Fig. an den Spermien die Zusammensetzung aus einem runden,
vorn zugespitzten Kopfe, einem zylindrischen Verbindungsstück und einem langen,
wurmförmigen, hinten zugespitzten Hauptstück des Schwanzes.

Braem beschreibt das Verbindungsstück als »Hals» oder »Halstheil» (s. d.
Fig. bei h). Die Lichtbrechung, sagt er, ist am stärksten im Kopfe, minder stark im
Schwänze, bei weitem am schwächsten im Halstheil, »was vielleicht mit den feinen Querfalten desselben zusammenhängt
». Hals und Schwanz sind durch eine sehr deutliche Grenzlinie geschieden (Reinhard, Korotneff, Kraepe-
lin). Während der Ausbildung rinden sich um Kopf und Hals ein Protoplasmahaufen und in diesem noch seitlich
ein kleiner, runder Körper, der Nebenkern.

Uber die Spermienformen der Bryozoen des Meeres schien aber eine genauere Kenntnis noch nicht erlangt
worden zu sein. Da beschrieb ich nun im J. 1904 die Spermien von Älcyonidium gelatinosum und im J. 1905 die
Spermien von Flustra foliacea 3). Es zeigte sich hierbei, dass diese Meer-Bryozoen zwar einander ähnlich sind, aber
offenbar einen in manchen Beziehungen anderen Typus darstellen, als diejenigen des Süsswassers, wenigstens so weit
die Form der letzteren bisjetzt bekannt ist. Infolgedessen habe ich gewünscht, auch bei den Süsswasser-Bryozoen

Spermium von Plumatella.
Nach Braem (1887).
h Hals.

*) Karl Kraepelin, Die deutschen Süsswasser-Bryozoen. Eine Monographie. I. Anat. system Theil. Abhandl. d. naturwiss. Vereins. Hamburg.
Band X, 1887.

2) F. Braem, Die geschlechtliche Entwickehmg von Piumatella fungosa. Zoologica H. 23, 1897.

3) Gustaf Betzius, Zur Kenntnis der Spermien der Evertebraten, I., Biolog. Unters, von Gustaf Betzius, N. F., Band XI, 1, 1901 und Z. Kenntn.
d. Sperm. der Evertebraten, II. Biol. Unters., N. F., Band-XII, 9. 1905.


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