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sich der Ansicht Jensens hinsichtlich der Homologisierung dieses Stückes nicht anschliessen, wenn er auch zugeben
musste, dass die Struktur desselben von derjenigen bei den Säugetieren und gewissen Vögeln in sehr beachtenswerter
Weise abweicht. Neben dem Hauptfaden der Spermien sah er bei manchen Tritonen einen noch schmäleren
»Nebenfaden». Die undulierende Membran ist bei verschiedenen Tierarten verschieden breit. Der Eandfaden ist
überall scharf abgesetzt, und an seiner Innenseite hebt sich sehr scharf die Zwischenmembran ab, aber neben dem
Rande des Eandfadens sah er ausserdem eine fast fadenartige protoplasmatische Verdickung der Membran, welche nach
hinten hin undeutlicher wird; das von Jensen bei Triton taeniatus erwähnte vordere Knöpfchen des Eandfadens
sah auch Ballowitz, nämlich bei Triton cristatus. Bei Salamandra läuft der Eandfaden an dem Endstück vorbei
und von ihm getrennt hinten frei aus (Czermak, Eetzius) ; die Flossenmembran setzt sich aber zwischen ihnen bis
zum Hinterende des Endstücks fort; deshalb kann nach Ballowitz das Endstück nicht einfach der entblösste
Achsenfaden sein.

Bei Triton sah er dagegen, wie Leydig, das Hinterende des Hauptfadens als feines blasses Endstück abgesetzt,
welches sich nach hinten allmählich zu einem sehr feinen, blassen Faden verjüngt, der wesentlich dünner und
feiner als der Eandfaden ist; beide Fäden treten dann unter einem spitzen Winkel, das abgeschlossene Ende der
Membran zwischen sich fassend, zusammen, so dass hier eine wirkliche Verbindung der beiden Fäden stattfindet.
»Ob nun aber,» sagt er, »das dünne Ende der Hauptfaser bis in die äusserste Greisselspitze reicht, oder früher
aufhört, vermag ich nicht zu sagen».

Bei Siredon gestaltet sich nach Ballowitz der Bau des Greisselendes komplizierter. Auch hier verschmälert
sich allmählich die Hauptfaser, um dann mit der Eandfaser in Verbindung zu treten; »einen deutlichen Absatz,
mit welchem die Verschmälerung beginnt, habe ich», sagt er, »indessen nicht wahrnehmen können»; gleichzeitig
erhebt sich auf der einen Seite der Hauptfaser in einiger Entfernung vom hinteren Eande ein zarter, saumartiger,
dem Mantel der Hauptfaser angehöriger Kamm, der »Steuersaum» oder »Kielsaum», welcher kurz vor der Vereinigung
der Eandfaser mit der Hauptfaser schräg abgestutzt aufhört. Das letzte Ende der vereinigten Fasern stellt
sich als ein feines, kurzes, blasses, gerades Fädchen dar, welches Ballowitz als eigentliches »Endstück» bezeichnet
und für die frei aasragende Spitze des Achsenfadens hält; bei Siredon würde also das einfache Greisselende von
dem Eandfaden und dem Achsenfaden gebildet sein, also anders als bei Salamandra.

Über den inneren Bau der Spermien der Urodelen gab die Fäulnismazeration einigen Bescheid; der Mantel
des Achsenfadens zerfiel dadurch der Quere nach und bröckelte ab, später wird die ganze Umhüllung aufgelöst,
so dass der letztere freiliegt. Vorher zeigte sich zuerst eine feine Querstreifung; ob es sich aber hier um eine
Spiralbildung handelt, liess sich nicht entscheiden. Eeste des Nebenfadens waren als der Quere nach gebrochene
Segmente vorhanden; aus allem ging hervor, dass dieser Faden als Teil der Hülle anzusehen ist. Der Achsenfaden
zeigt sich, vom Mantel entblösst, ganz strukturlos, besitzt keinen faserigen Bau, ist aber vorn durch ein
querliegendes Endknöpfchen abgeschlossen, welches bisweilen wie aus zwei Teilen zusammengesetzt erscheint und
unterhalb des Achsenkörpers des Verbindungsstückes liegt, »so dass das letztere nicht mehr dem eigentlichen
Achsenfaden zugesprochen werden kann», obwohl es wahrscheinlich ihm ursprünglich angehört und sich von
ihm später differenziert hat. Dagegen liess sich der Eandfaden durch Mazeration nicht nur von der Flossenmembran
ganz ablösen, sondern auch in zwei Fasern zerspalten, welche sich dann wieder noch in feinste
Fibrillen (4—6) zerlegen lassen; da nur der Eandfaden beweglich ist, hängt dies mit seiner fibrillären Zusammensetzung
zusammen.

Ich habe diese Darstellung von Ballowitz so ausführlich referiert, weil sie die eigentlich einzige eingehende
über den Bau dieser Spermien im fertigen Zustande ist und ich daher bei meiner eigenen Beschreibung derselben
hier unten um so kürzer sein und auf die seinige hinweisen kann.

In der bedeutungsvollen Abhandlung v. Brunn's ]) über die Spermien bei Säugetieren und Vögeln bespricht
der Verf. auch gelegentlich die Verhältnisse bei Salamandra maculosa; wie bei den Säugetieren fand er auch hier
am Hauptstück des Schwanzes einen Achsenfaden, der von einem Protoplasmamantel umgeben ist, welcher letztere
aber an dem Endstück fehlt; die Flossenmembran rechnet er auch als diesem Mantel angehörig.

Von den folgenden, die Spermien der Urodelen betreffenden Arbeiten behandeln die meisten die Entwicklung
derselben; hier sollen besonders diejenigen von Flemming, Hermann, Bertachini, Meves und Mac Gtregor an-

) A. vox Brunn, Beiträge zur Kenntniss der Samenkörper und ihrer Entwicklung bei Säugethieren und Vögeln. Archiv f. mikroskop. Anatomie
23. Band, 1884.


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