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geführt werden. Da aber in dieser Abhandlung die Spermatogenese nicht besonders besprochen wird, will ich aus
diesen Mitteilungen nur die Angaben berühren, welche für das reife Stadium von besonderer Bedeutung sind. In
seiner wichtigen Arbeit »Ueber Structur und Histogenese der Samenfäden von Salamandra maculosa» behandelt
Meves1) eingehender den von ihm in einer früheren Mitteilung schon vorher kurz berührten feineren Bau der
* Spermien von Salamandra. Er zeigte, am Querschnitt des Schwanzes, dess der Achsenfaden nicht rund, sondern
hufeisenförmig gestaltet ist. Mit Czermak unterschied er eine Kückenseite und eine Bauchseite des Schwanzes,
von denen die erstere die Flossenmembran trägt, und zwar in ihrer Einne. Diese Membran gehört nicht der
Mantelschicht an, sondern letztere bekleidet nur die konvexe Bauchseite. Das sog. Mittelstück besteht, auch bei
den reifen Spermien, aus zwei Teilen, einem vorderen grösseren, von vorn und dorsal nach hinten und ventral
abgeschrägten und einem kleineren hinteren, jenem angelagerten Teil. Hinsichtlich der Entstehung dieser Teile
des Mittelstücks wissen wir, dass sie sich aus dem schon von Hermann beschriebenen Stäbchen und Bing entwickeln
, die auch schon vorher (1895) von Böhm und Davidoff als Abkömmlinge eines Zentrosomas bezeichnet
worden waren. Der Spiess entwickelt sich aus dem Sphärenbläschen. Von den beiden Zentralkörpern der Sperma-
tide ist bei den reifen Spermien der eine zu der grösseren Vorderpartie des Mittelstückes herangewachsen; der
andere Zentralkörper ist zur Hälfte in die Bildung der kleineren Hinterpartie des Mittelstückes aufgegangen;
die zweite von ihm abgespaltete Hälfte dagegen ist am Achsenfaden entlang bis zur Grenze zwischen Hauptstück
und Endstück des Schwanzes gewandert.

Über die Spermatogenese von Triton cristatus hat Beetachini2) eine Arbeit veröffentlicht, in der er auch
einige Stadien schildert, welche nicht weit von der Reife entfernt sind. Es würde indessen zu weit führen, hier
auf seine Ansichten näher einzugehen.

Uber die Entwicklung der Spermien von Amphiuma means lieferte Mac Gregor3) eine interessante Mitteilung.
Er folgte derselben durch die meisten Stadien bis zur Nähe der Eeife und schilderte v. a. das Verhalten der
Zentralkörper, resp. des Mittelstückes und des Spiesses (des Acrosomas). Von den reifen Spermien gab er
zwar eine gute Abbildung, aber keine weitere Beschreibung. Die Form dieser Spermien ähnelt in hohem Grade
derjenigen der verwandten Urodelen. Es scheinen aber das Endstück und der Bandfaden schliesslich spitz
zusammenzulaufen und von gleicher Länge zu sein. Auch scheint das Spitzenstück keinen Widerhaken zu
besitzen.

Broman zeigte in einer schwedischen Schrift4), dass die Differenz zwischen meiner und Ballowitz' Darstellung
von der Entwicklung des Spiessstückes am Kopfe der Urodelen davon herrührt, dass wir verschiedene Tierarten
untersucht hatten. Beide haben wir recht. Bei Salamandra setzt sich, wie ich beschrieben habe, der Spiessfaden in
der Mitte der Kopf Substanz fort; bei Triton geht der Faden, wie Ballowitz ihn darstellte, in der Kortikalschicht
des Kopfes, etwa bis zur Mitte nach hinten hin. Ferner bemerkt Broman, dass der Haken des Spiesses nicht
der eigentlichen Mantelschicht, sondern einer mehr oder weniger scharf umgebogenen Partie des lunenkörpers
angehört.

In einer folgenden Arbeit5) beschrieb Broman auch in der Entwicklung begriffene Biesenspermien vom
Salamander sowie reife Spermien mit doppeltem Mittelstück und Schwanz.

Wie aus dieser Übersicht hervorgeht, hat man zwar bisher die Spermien einer Beihe von Urodelen, v. a.
diejenigen von Triton (Molge), Salamandra, Amphiuma und Siredon, untersucht, ihren Bau beschrieben, und
bei ihnen einen gemeinsamen Typus gefunden, der im ganzen keine besonders bedeutenden Abweichungen

*) Fr. Meves, Archiv f. mikrosk. Anatomie, Bd. 50, 1897.

2) P. Bertachini, Istogenesi dei Nemaspermi di Triton cristatus. Internat. Monatschr. f. Anat. und Physiol., Band 15, 1898.

3) J. Howard Mac Gregor, The Spermatogenesis of Amphiuma. Journal of Morphology. Suppl. to Vol. 15, 1899.

4) I. Broman, Bidrag tili kännedomen om Batrachiespermiernas byggnad. Lund 1900.

B) I. Broman, Ueber Bau und Entwickelung von physiologisch vorkommenden atypischen Spermien. Heft 60 in der Merkel-Bonnet'schen Serie von
Anatomischen Heften, 1902.

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