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Spiess fand er bei den verschiedenen Eanaarten verschieden, nämlich bei K. esculenta in der Form eines einfachen
kleinen knopfförmigen Gebildes, das am Vorderende des Kopfes fixiert war. Bei E. mugiens stellt der Spiess
eine rundliche, das Vorderende des Kopfes umschliessende Mütze dar. Bei E. temporaria ist er dagegen ein
kurzes, stabförmiges Gebilde, welches an der einen Seite des Vorderendes des Kopfes fixiert ist. Das Verbindungsstück
ist auch bei den verschiedenen Eanaarten verschieden. Bei E. temporaria hat es eine ansehnliche Länge
(die halbe Kopflänge oder mehr), bei den anderen ist es kurz und dick. Bei E. temporaria ist es hinten undeutlich
markiert und hat eine körnige Hülle, ohne sichtbare Spiralanordnung der Körner; bei den anderen, besonders
bei E. mugiens, sieht man eine Spiralhülle von 2 — 3 Windungen um die zentralen Teile des Verbindungsstückes.
Der Schwanzfaden setzt sich durch diese Spiralwindungen bis zum Kopfe fort, um hier durch zwei hintereinander
gelegene Körner, die beiden Zentralkörper, fixiert zu werden; das vordere grössere derselben entspricht dem proximalen
Körper, das hintere kleinere aber nur einem Teil des distalen Körpers. Hinsichtlich des Schwanzes hat er
zu dem früher bekannten nichts Weiteres hinzuzufügen. Er bildet ihn als einen einfachen Faden ab.
Von den Eana-Arten untersuchte ich schon längst eine Anzahl, die ich von einem Tierhändler in Deutschland
als Rana esculenta bezogen hatte; soweit ich mich jetzt erinnere, hatten sie auch vollständig den Typus dieser Art.
Die noch aufbewahrten Spermienpräparate derselben geben aber nur den Typus der fertigen Spermien, welcher
nach Leydig und Beoman der Rana fusca (temporaria L.) charakteristisch sein soll, weshalb ich vorläufig meine
eigene Auffassung ihren bestimmten Angaben entgegen nicht aufrecht halten will. Mir kommt es diesmal auch
nicht darauf an, die Spermien von den verschiedenen Eana-Arten, sondern von einem Typus des Genus Eana
darzustellen.
Die reifen Spermien dieser Frösche (Taf. XXIII, Fig. ]) sind, wie Köllikee, Leydig und Beoman hervorgehoben
haben, lange schmale zugespitzte Fäden. Der Kopf ist lang, schmal zylindrisch, sich nach vorn verschmälernd
und mit einem ziemlich scharf abgesetzten (Fig. 1, 3), blassen, spitz auslaufenden Spitzenstück versehen. Nach
Anschwellung des Kopfes und Färbung erkennt man in dem Spitzenstück den von Beoman entdeckten, ziemlich
langen und schmalen, scharf begrenzten Stab, welcher an einer Seite des Kopfendes liegt (Fig. 2, 4). An solchen,
etwas mazerierten Köpfen findet man auch nach der Färbung mit den Anilinfarben einen körnigen Beleg, der
vielleicht in der umhüllenden zarten, zytoplasmatischen Aussenschicht liegt (Fig. 3; 5, 6); dagegen sah ich hier
keine Eing- oder Spiralfäserchen hervortreten, (legen den Schwanzansatz verschmälert sich der Kopf ein wenig.
Der Schwanz ist länger als der Kopf (Fig. 1), geht von demselben zuerst ziemlich breit, aber etwas abgeplattet
aus und verschmälert sich allmählich, um zuletzt in einen langen Faden auszulaufen, welcher dann seine
Dicke bis zum hinteren Ende behält, ohne ein abgesetztes Endstück zu bilden. Die vordere, breitere Partie
dieses Schwanzes entspricht, wie Beoman betont, offenbar dem Verbindungsstück, ohne eine bestimmte Grenze
gegen das Hauptstück zu zeigen. In diesem Verbindungsstück konnte ich nun deutlich zwei nebeneinander liegende
Fäden mit einem zwischen ihnen befindlichen hellen Streifen nachweisen (Fig. 1), und am vorderen Ende jedes
von diesen Fäden sah ich ein dunkles Körnchen, welches ich als Zentralkörperkörnchen deute. Diese beiden proximalen
Zentralkörperkörnchen liegen eben am hinteren Ende des Kopfes, am Ansätze des Schwanzes. In der Fig.
7 sieht man sie auch. Dagegen sah ich nicht die von Beoman geschilderte und abgebildete Anordnung von zwei
in der Längsrichtung am vorderen Schwanzende gelegenen Körnchen.
An etwas mazerierten Spermien tritt die von Beoman am Verbindungsstück beschriebene »körnige Hülle»
hervor (Fig. 7, 8, 9), da sich dieselbe in ringförmige Querstücke zerbröckelt hat. Eine spiralförmige Anordnung
derselben sah auch ich nie. Dieser Zerfall der Hülle konnte oft weit nach hinten hin nachgewiesen werden (Fig. 8).
Die noch unreifen Spermien haben eine andere Gestalt. Der Kopf (Fig. 11 — 14) ist walzen- oder wurst-
förmig, anfangs dick und kurz, fast oval (Fig. 14); er verschmälert und verlängert sich allmählich. Das Spitzenstück
ist noch unansehnlich, bildet höchstens eine kleine Scheibe (Fig. 14) oder einen dünnen Beleg am vorderen
abgerundeten Kopfende. Am hinteren Kopfende sieht man gewöhnlich einen konischen Klumpen, dessen Zusammensetzung
schwer zu ermitteln ist (Fig. 11, 12, 14). In einzelnen Fällen fand ich Schwanzfäden, welche von ihren
Köpfen isoliert waren und dann am Vorderende einen distinkten konischen Anhang trugen (Fig. 10), der jedoch
wegen seiner auffallenden Grösse kaum als Zentralkörperderivat betrachtet werden kann. Am Schwänze der un
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