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v. la Valette St. George ]) beschrieb im J. 1885 diese Spermien eingehender. Sie haben einen spindelförmigen
»Körper», dessen Oberfläche eine geflechtartige Zeichnung trägt. Unterhalb des oberen Spitzchens beginnt
eine Flimmerkranse, welche mehr oder weniger spiralig gedreht ist, die untere Spitze frei lässt und von einem
Faden getragen wird. Dieser ist oben, dicht unter dem stumpfen Spitzchen, stets mit dem Körper verbunden,
geht dann fast gerade abwärts oder windet sich mehr oder weniger um denselben herum.
Schliesslich hat Broman 2) den Bau dieser interessanten Spermien in schönster Weise eruiert und erklärt.
Er unterschied wieder in bestimmter Weise Kopf und Schwanz. Der Kopf stellt einen leicht gebogenen,
im Querschnitte runden, spindelförmigen Körper dar, welcher sich hinten allmählich verjüngt und in eine
Spitze ausläuft; das vordere Ende ist kegelförmig; es nimmt ziemlich rasch an Durchmesser ab und endigt
mit einem plötzlichen Absatz in den Spiess. Dieser setzt sich hinten ins Innere des Kopfes bis zu dessen Ende
als ein sich allmählich verjüngender Faden fort. Eesistenter als der eigentliche Kopf, bleibt der Spiess nach der
Mazeration allein zurück und stellt den von v. la Valette entdeckten »Skelettteil des Körpers» dar. Am vorderen
Kopfende liegt an einer Seite die Insertion des Schwanzes, welche durch zwei kleine Kügelchen vermittelt wird.
Diese von Broman entdeckten Kügelchen stellen die beiden Zentralkörper dar; von dem hinteren geht der eigentliche
Schwanz aus. Dieser besteht aus zwei Fäden nnd einer dieselben verbindenden Flossenmembran; von den Fäden
ist der eine dicker, kürzer, nur leicht gebogen und aktiv nicht beweglich (der Stützfaden v. la Valettes). Der
andere Faden ist dünner und länger und liegt an dem freien Eand der Flossenmembran; der hintere Teil dieses
vorher noch nicht beschriebenen »Bewegungsfadens» ragt mehr oder weniger weit frei über den Stützfaden hinaus.
Diese Fäden gehen beide zusammen von dem hinteren Zentralkörper aus; anfangs divergierend, halten sie sich
nachher in der gleichen Entfernung voneinander, um sich etwa in der Höhe der hinteren Kopfspitze wieder zu
vereinigen; von dieser Stelle ab setzt sich der Stützfaden nur eine kurze Strecke nach hinten fort, um entweder
frei oder mit dem Bewegungsfaden zu einem gemeinsamen Faden verbunden zu werden. Im allgemeinen
zeigt der Sclrwanz zwei Biegungen. Der Kopf und der ihm anliegende Teil des Stützfadens sind durch eine dünne
Zytoplasmaschicht miteinander verbunden. Die mit Zytoplasmaballen versehenen Spermien sind nicht als reif
zu betrachten.
Da ich in dieser Darstellung der mir zugänglichen Amphibien-Spermien die von Bombinator nicht vermissen
wollte, habe ich sie zu verschiedenen Malen untersucht. Wie Broman, fand ich diese Spermien nicht leicht gut
fixierbar. Es gelang mir aber doch oft, gute Präparate von ihnen zu bekommen. Ich fand jedoch, dass die Beschreibung
und Darstellung dieses Forschers dasselbe schon so genau wiedergaben, was ich nachher gefunden, dass ich
auf eine erneute Beschreibung verzichte. Eine neue Beschreibung von mir würde nämlich eine Wiederholung der
seinigen wTerden, weshalb ich auf das hier oben gegebene Referat der Ergebnisse Broman's und auf seine eigene
Abhandlung hinweise. Doch habe ich auf der Tafel XXVII in den Fig. 12, 13 nnd 14 einige von meinen
Abbildungen veröffentlichen lassen, welche die von Broman gelieferten komplettieren können. Meine Fig. 12 gibt
eine gute Abbildung eines schön fixierten Spermiums in natürlicher Grestalt wieder; man kann hier den Bau gut
überblicken. Die Fig. 2 stellt nur die drei Fäden dar, nachdem die Kopfsubstanz durch Mazeration ganz abgelöst ist.
Die Fig. 14 gibt das vordere Ende des Kopfes wieder. Es sieht oft so aus, als ob der Spiessfaden, welcher
dem von mir zuerst im Kopfe der Salamander-Spermien entdeckten Spiessfaden entspricht, hier bei Bombinator aus
zwei dicht beisammenliegenden Fäden bestehe, und in ihrem vorderen oft knopfförmig verdickten Ende glaubt man
noch je ein dunkles Körnchen zu erkennen (Fig. 14); dies Gebilde hat jedoch einen so starken Glanz, dass es
schwer ist, diese Körnchen sicher wahrzunehmen und die Frage von ihrem Vorhandensein zu entscheiden. Der
Randfaden der Flossenmembran ist von sehr verschiedener Länge.
Offenbar sind die Spermien der verschiedenen Batrachierformen von besonderem Interesse. Ausser den hier
ober besprochenen hat E. Ballowitz noch zwei andere untersuchen und beschreiben können. Es sind dies
Discoglossns pictus Otth. und Pelodutes punctatus Bonap. Obwohl es mir bisjetzt nicht vergönnt war, diese Tierformen
brutfähig zu erhalten und sie mit eigenen Augen zu studieren, finde ich es jedoch richtig, der obigen
Ubersicht ein kurzes Referat der betreffenden Ergebnisse des genannten Forschers hier beizufügen.
*) v. la Valette St. George, Spermatologische Beiträge, 1. Mitth. Archiv f. mikrosk. Anatomie, Band 25, 1885.
■') Ivar Broman, Ueber Bau und Entwickelung der Spermien von Bombinator igneus. Anatom. Anzeiger, 17. Band, N:o 6 und 7, 1900.
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