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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0084
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Ballowitz1) hat im. 17. 1903 die wunderbaren Spermien des seltenen Batrachiers Discoglossus beschrieben,
bei dem der Kopf eine wahrhaft kolossale Länge hat, aber auch der Schwanz ausserordentlich lang ist. Am Kopfe
ist das Spitzenstück ganz kurz, fein, starr und nadeiförmig; der übrige Kopf besteht aus zwei Teilen, einem vorderen
, dem Vorderstück, und einem hinteren, dem chromatinhaltigen Hinterstück; der Kopf liegt in spiraligen
Windungen. Am Schwänze unterscheidet man den Hauptfaden, die undulierende Membran und den wellig angeordneten
Eandfaden. Sehr eigentümlich ist das Verbindungsstück; es sitzt nämlich einseitig, am vorderen Ende
des Schwanzes, aber ohne den Kopf zu berühren, als rundlich ovale, abgeplattete Scheibe dem Schwänze an, und
zwar am vorderen Ende des Eandfadens. Das vordere Schwanzende des Achsenfadens drinsrt ungewöhnlich tief
in das hintere Kopfende hinein. Ballowitz war durch eine Notiz von Spengel (v. J. 1876) auf diese sonderbaren
Spermien aufmerksam geworden.

In der letzten Zeit hat Ballowitz 2) die Spermien noch eines Batrachiers, Pelodytes pundatus Bonap.,
eines nahe Verwandten des vorigen, beschrieben und abgebildet. Diese Spermien fand er absolut sehr klein, aus
Kopf und Greissei bestehend; ein besonders hervortretendes Verbindungsstück konnte er nicht erkennen. Die
Geissei war etwa 2mal so lang als der Kopf. Dieser ist zylindrisch und in etwa 2—2Y4mal länger ausgezogene
Spiralwindungen gebogen; nach vorn zieht er sich in eine längliche, mehr starre, feine Spitze aus, an deren Ende
B. zuweilen ein widerhakenförmiges Knötchen sah. In Mazerationen zerfällt der Kopf in zwei differente Abschnitte;
der hintere Teil quillt leicht oder löst sich auf, der feinste vordere Teil ist resistent, behält die Farbe und scheint
in zwei kurze, differierende Schenkel auszulaufen, welche aber wohl der optische Ausdruck seiner Wandung
sind. Am hinteren Ende des Kopfes haftet die Greissei, welche aus zwei Fäden besteht, die durch eine dünne,
färbbare Zwischenmembran miteinander verbunden sind. Der eine Faden verdünnt sich nach hinten etwas und
verbindet sich mit dem anderen, hier ziemlich gleichbleibenden Faden, wonach nur ein Faden sich unterscheiden
lässt. Dieser Bau der Greissei ähnelt dem der Krötenspermien. Die Greisseifäden heften sich an den Kopf mittelst
eines kleinen, in das hintere Kopfende eingesenkten, stark färbbaren Körperchens, welches aus zwei dicht hintereinander
gelegenen Abschnitten zusammengesetzt zu sein scheint und wohl mit dem Zentralkörper in genetischem
Zusammenhang steht. Hierdurch nähern sich diese Spermien denjenigen des Pelodytes fuscus, bei denen jedoch
zwei durch eine Zwischenmembran verbundene, getrennte Schwanzfäden nicht vorhanden sind, wohl aber durch
Mazeration sich zwei Fäden isolieren lassen.

1) E. Ballowitz, Die merkwürdigen 2lj2 Millimeter langen Spermien des Batrachiers Discoglossus pictus Otth., Archiv f. mikroskop. Anafc. u. Ent-
■wicklungsgesch., Band 63, 1903.

2) E. Ballowitz, Die Spermien des Batrachiers Pelodytes pundatus Bonap. Anatom. Anzeiger, 27. Band, 1905.

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