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6.
Die Spermien der Reptilien.
Taf. XXVIII.
Die Spermien der Eeptilien sind von Köllikee, E. Wagner und Leuckaet, Letdig, Jensen, Peenant und
E. Ballowitz untersucht worden.
Kölliker (1847)]) untersuchte die Spermien von Testudo und bildete sie mit einem langgestreckten, etwa
rübenförmigen, zugespitzten Kopf und einem ziemlich langen, fadenförmigen Schwanz versehen ab.
Wagnee und Leuckaet (1849) 2) sahen an den Spermien von Eeptilien einen länglich zylindrischen, vorn
etwas zugespitzten Kopf und einen feinen, fadenförmigen Schwanz.
Letdig (1872 und 1883) 3) untersuchte die Spermien von Lacerta agilis und Anguis fragilis. Bei denen
von Lacerta fand er einen leicht gebogenen, langen Kopf in ein so blasses, spitzes Ende ausgehen, »dass man
dasselbe für das Homologon des 'Spiesstückes' erklären möchte, ohne freilich dessen Grenzlinie nach hinten bestimmen
zu können. Zwischen Kopf und Schwanzfaden lässt sich ein 'Verbindungsstück' unterscheiden; auch ist
am Schwanzfaden der Hautsaum zugegen». Das Kopfstück zeigte zieh zusammengesetzt aus derber Membran und
heller Innensubstanz, welche wieder andeutungsweise quergekammert ist. Ein Protoplasmaballen umgibt häufig
den hinteren Kopfteil und das Verbindungsstück. Bei Anguis scheint das Kopfstück länger als bei Lacerta und
mit heller Spitze versehen zu sein.
Schon vor dieser hier zuletzt referierten Arbeit Letdig's hatte Jensen 4) Ergebnisse von Untersuchungen
über die Spermien von Vipera Berus mitgeteilt. Er hatte an ihnen ein langes Mittelstück gefunden, das in grossen
Spiralen gewunden ist. In den Präparaten trennt es sich bald in zwei Stränge, am häufigsten in der Nähe
des Kopfes, bisweilen auch weiter nach hinten. Eine Windung des einen Stranges um den anderen ist nicht unwahrscheinlich
. Im Schwänze gelang es ihm nicht die zwei Stränge zu entdecken.
Peenant 5) untersuchte die Spermiogenese bei Gecko communis, Anguis fragilis, Lacerta agilis und Vipera
aspis, v. a. aber bei dem erstgenannten. Während der Entwicklung bestand nach ihm der Kopf aus zwei getrennten
Stücken, nämlich aus einem Spitzenstück und einem Hauptstück; an den reifen Spermien konnte er aber diese
Zusammensetzung nicht mehr wahrnehmen.
Durch die Untersuchungen von Ballowitz 6) wurde jedoch zuerst eine eingehendere Kenntnis der reifen
Spermien der Eeptilien gewannen. Er studierte die Verhältnisse bei nicht weniger als 14 verschiedenen Eepräsen-
tanten, und zwar sowohl von Sauriern als von Ophidien und Chelonien. Die Köpfe sind bei allen länglich, schmal
zylindrisch; von der Mitte an spitzen sie sich nadeiförmig zu und endigen mit einer feinen Spitze; an den
frischen Spermien sind sie spiralig gewunden. An den fixierten und gefärbten Spermien setzt sich ein Spitzen-
1) A. Köllikek, Die Bildimg der Samenfaden in Blcesehen als allgemeines Enticicklungsgesetz. Neue Denkschr. d. allg. Schweiz. Gesellsch. f. die
ges. Naturwiss., Bd 8, 1847.
2) E. Wagner und B. Leuckart, Todds Cyclopcedia of Anatomy and Physiology, Vol. 4, 1849.
3) Fr. Leydig, Untersuchungen zur Anatomie und Histologie der Thiere, 1883.
4) 0. S. Jensen, Die Structur der Samenfäden, 1879.
5) A. Prenant, Observations cytologiques sur les elements seminaux. La cellule, T. IV, 1, 1887—88.
6) E. Ballowitz, Untersuchungen über die Struktur der Spermatozoen. Archiv, f. mikrosk. Anatomie, Band 36. 1890.
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