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stück von dem hellen Hauptstück des Kopfes scharf ab, welches sehr leicht aufquillt, während das Spitzenstück nicht
quillt. Der Schwanz besteht aus Verbindungsstück und Hauptstück; bei Psammodromus, Anguis und Testudo
konnte er ein kurzes Endstück feststellen, bei Lacerta nicht so deutlich. Das Verbindungsstück ist bei den ge-
nannten Eeptilien nur kurz, zylindrisch, im frischen Zustande meist glatt, zuweilen quergestreift, häufig von einem

Protoplasmaklumpen umhüllt. Nach Mazeration tritt die Querstreifung deutlich hervor, gewöhnlich mit 3_4 am

Eande ein wenig hervortretenden Streifen: »Jedenfalls handelt es sich auch hier wohl um eine Spiralbildung»,
fügt er hinzu. In der Mitte tritt dann auch sehr deutlich ein feiner Achsenfaclen hervor, welcher vom Kopfe
nach dem Hauptstücke hinzieht, um in das letztere einzutreten. Am vorderen Ende des Schwanzes, an dem Ansätze
desselben am Kopfe, findet sich ein Endknöpfchen und am hinteren Ende ein noch grösseres, fast kubisches
Knötchen: schliesslich erkennt man aber ein intermediäres Knötchen von zweifelhafter Bedeutuno-. Durch Mazeration
gelang es ihm, bei Sauriern und Chelonien den Achsenfaden zum Vorschein zu bringeu. Einen Hautsaum im Sinne
Letdig's stellt Ballowitz in Abrede. Bei den Ophidien ist der Schwanz etwas anders gestaltet, da das Verbindungsstück
sehr lang ist, während das Hauptstück zurücktritt. Nach Mazeration erkennt man an jenem eine
enge, spiralige Anordnung in der Hülle und darunter einen Achsenfaden. Bei Coluber war auch ein kurzes
Endstück nachweisbar. Dagegen findet sich nicht die von Jensen behauptete Zusammensetzung aus zwei Strängen,
wohl aber besteht der Achsenfaden aus feinen Elementarfibrillen.

Nach den umfassenden und eingehenden Untersuchungen von Ballowitz war es a priori nicht zu erwarten,
dass auf dem Gebiete der Beptilien-Spermien viel zu ernten sei. Da ich jedoch wünschte, mich selbst auf diesem
Gebiete etwas zu orientieren, machte ich vor einigen Jahren einige Studien über die Spermien von Testudo,
Chamaeleon, Platydactylus und Änguis. Weil ich nicht Gelegenheit fand, diese Studien weiterzuführen, beschränkte
ich mich auf diese Bepräsentanten der Klasse der Eeptilien und teile hier in gedrängter Form meine
Befunde mit. V. a. war ich darauf gespannt, die Zusammensetzung des Verbindungsstückes genauer kennen zu
lernen. Offenbar bleibt jedoch sowohl hinsichtlich dieser Erage als auch mehrerer anderen denjenigen Forschern,
die zu dem nötigen Material Mittel und Wege finden können, noch manches zu untersuchen übrig. ' Wir kennen
z. B. noch gar zu wenig den Bau der Spermien der Crocodilinen.

Ich beginne die folgende Darstellung mit den Spermien von Chamaeleo, weil mir dieselben einige Bauverhältnisse
klarer zeigten, als die anderen.

Chamaeleon vulgaris Cuv.

(Taf. XXVIII, Fig. 1—5.)

Die Spermien dieses Tieres scheinen noch nicht untersucht und beschrieben zu sein. Im ganzen sind sie
länger als die von Lacerta, Anguis und Testudo. Diese Länge kommt aber auf den Schwanz; der Kopf ist nämlich
kürzer als bei den anderen genannten Eeptilien.

Fig. 1 stellt ein gut fixiertes vollständiges Spermium von Chamaeleon dar. Der Kopf ist hell; schmal zylindrisch
, und verschmälert sich nur an beiden Enden, indem er vorn ein oft etwas nach einer Seite gebogenes,
schmal konisches, dunkleres und stark färbbares Spitzenstück trägt; an der Ansatzstelle desselben sieht man jederseits
ein scharf markiertes dunkles Körnchen, welches offenbar den optischen Durschschnitt einer ringförmigen Verdickung
des Ansatzrandes bildet. Der eigentliche Kopf schwillt häufig in der Untersuchungsflüssigkeit (Wasser,
Kochsalzlösung, schwacher Osmiumlösung) an und wird dicker und kürzer, oval oder sogar fast sphärisch, während
dagegen das Spitzenstück seine Gestalt behält (Fig. 3, 5).

Das Verbindungsstück ist von ungefähr derselben Länge wie der eigentliche Kopf (ohne Spitzenstück), aber
schmäler als er und verjüngt sich allmählich noch weiter hinten. Am vorderen Ende des Verbindungsstückes, an
der Grenze nach dem Kopf, bemerkt man zwei nebeneinander gelegene dunkle Körnchen (Fig. 1, 2, 3), welche als
proximale Zentralkörper aufzufassen sind; es wäre möglich, dass sie die optischen Durchschnitte eines ringförmigen
Gebildes sind; ich bin jedoch mehr geneigt, sie als zwei besondere Körnchen zu betrachten, obwohl ich es nicht bestimmt
zu entscheiden vermag. In der Mitte des Verbindungsstückes erkennt man den Achsenfaden, an dem ich
keine Zweiteilung sah, und die ziemlich dicke homogene Hülle, in welcher in schöner Weise ein Spiralfaden mit 4—5
lang ausgezogenen Windungen hervortritt; an den beiden Seitenrändern nimmt man die optischen Durchschnitte
dieses Fadens als je eine Eeihe von Körnchen wahr (Fig. 1, 2, 3, 5), welche sogar etwas hervorragen. In Fig. 4


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