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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0091
8.

Die Spermien der Marsupialier.

Taf. XXX und XXXI.

Über die reifen und die sich reifenden Spermien der Beuteltiere liegen bisjetzt Untersuchungen von vier
Forschern vor, nämlich von C. M. Fürst, Selenka, Benda und v. Korff.

Fürst1) untersuchte zwei dieser Tiere, Metachirus quica und Phascogale albipes; er beschrieb die Spermien
derselben in zwei Arbeiten, und zwar in der ersten die reifen Formen, in der zweiten die Entwicklung derselben.

Der Kopf der reifen Spermien (aus der Epididymis) von Metachirus ist nach Fürst abgeplattet und gabelähnlich
, mit den Schenkeln um ihre eigene Achse nach innen hin gedreht. Das Verbindungsstück ist nach vorn
hin zugespitzt und an der unteren Fläche des Kopfes, etwas oberhalb des konkaven Eandes ihrer Mittelpartie
befestigt, so dass es mit dem Kopfe einen Winkel bildet. Das Verbindungsstück ist nach unten hin scharf markiert
. Der Schwanz ist im ganzen etwas abgeplattet, und zwar in derselben Ebene wie der Kopf. In dem
Verbindungsstück der noch nicht reifen Spermien (Testispräparate) sieht man bald einen scharf markierten, bald
einen von einer stark lichtbrechenden Hülle umgebenen Zentralfaden.

Bei Phascogale, deren Spermien sehr gross sind, ist der Kopf der reifen Spermien länglich, zugespitzt, mit
einer von der Spitze nach unten hin verlaufenden, von dem Farbstorf weniger stark gefärbten Spalte; auch hier
sieht es so aus, als ob sich die Seitenteile einwärts gefaltet hätten. Von der Kante gesehen, liegt gewöhnlich
der Kopf dem Schwänze an, der jedoch bis an die Mitte des Kopfes reicht; bei einem Teil der Spermien
ist jedoch der Kopf im Winkel zum Schwänze gestellt, was auch besonders an den unreifen (Testispräp.) der
Fall ist, wo auch eine blasse, ungefärbte Hülle die untere Kopffläche und den Schwanz umgibt. Der Schwanz ist
abgeplattet, spitzt sich gegen den Kopf zu, enthält einen Zentralfaden, aber kein Endstück; umhüllende Partieen
lassen sich vom Schwänze ablösen.

In seiner Arbeit über die Entwicklung der Spermien der Marsupialier bespricht Fürst auch mehrmals die
reiferen Spermien. Seine Darstellung dieser Gebilde von Metachirus stimmt mit der vorigen überein; wras das
Vorkommen eines Spiralfadens im Verbindungsstück betrifft, betrachtet er ihn als »eine vorübergehende Entwicklungsform
, die darin begründet ist, dass die Achromatinumgebung des Schwanzes und besonders des Verbindungsstücks
von aussen her allmählich zu Parachromatin verdichtet, während gleichzeitig die Samenkörperchen in
dem Samenkanälchen sich drehen». Bei Phascogale ist nach Fürsts zweiter Darstellung der Kopf länglich, an
einem Ende zugespitzt und am anderen Ende verbreitert; die äusserste Spitze wird etwas schwächer gefärbt als der
übrige Teil und die Seitenteile, welche einwärtsgebogen sind. Das Medianstück des Kopfes ist dünn und schwach
gefärbt. Der Schwanz geht ungefähr vom Mittelpunkte der unteren Fläche aus, ist übrigens platt; in der Mitte,
avo der Achsenfaden liegt, dicker, an den beiden Seiten scharf randig; am oberen Teil, gegen den Kopf hin,
zugespitzt.

') Carl M. Fürst, Bidrag tili känncdomen om südeskropparnas struktur och utvecMing. Xord. Med. Arkiv. Band 19, 1886. — Ueber die Entwicklung
der Samenkörpierchen bei den BeideWäeren. Archiv f. mikrosk. Anat. Band 30^ 1887.


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