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sind. Die Seitenränder erscheinen wegen der herausragenden Körner höckerig. An mazerierten Spermien (Fig.
20, 21) lösen sich die Körner aus ihren Keinen, und dann erkennt man deutlich ihre Gestalt, sowie auch, dass
zwischen ihnen nichts anderes vorhanden ist als das sie verbindende Kitt des spärlichen Plasma, welches ein Pest
der während der Entwicklung der Spermien befindlichen Plasmahülle ist. Die Fig. 22 und 23 geben zwei dieser
früheren Stadien wieder, in denen man den das Verbindungsstück einhüllenden Plasmaklumpen findet. In Fig. 22
liegen die Körner noch ziemlich ungeordnet, und um dieselben sieht man einen dunkleren Plasmamantel sowie
ausserhalb desselben eine blassere Schicht mit einer äusseren umhüllenden Grenzschicht, welche sich beide auch auf
den Kopf fortsetzen. In Fig. 23 haben sich die Körner schon etwas regelmässiger um den Achsenfaden geordnet;
zwischen ihnen und um sie herum findet sich die dunkle Plasmasubstanz, welche sich nach aussen hin von der
äusseren blassen Substanz scharf geschieden hat, sich bis zur hinteren Fläche des Kopfes erstreckt und sich ihr
anschliesst; aber auch die äussere helle Substanz steigt bis zum Kopfe hervor und umhüllt ihn.
Am hinteren Ende des Verbindungsstückes findet man den distalen Zentralkörperring, an den unreifen
Spermien (Fig. 19, 20, 22) noch nicht ganz bis an das Hauptstück hinabgerückt; an den reifen aber (Fig. 16)
an seinem bleibenden Platz angelangt, wobei er sich auch etAvas verkleinert hat.
Das Hauptstück (Fig. 16) ist schmäler als das hintere Ende des Verbindungsstückes und verjüngt sich allmählich
nach hinten, zuletzt in einen sehr feinen, spitzen Faden auslaufend, an dem man kein abgesetztes Endstück
wahrnehmen kann. Bei diesen Spermien machte ich keine weiteren Versuche die feinere Zusammensetzung
der Hülle des Hauptstückes zu ermitteln.
i
Phalangista vulpina Desm.
(Taf. XXXI, Fig. 24—28.)
Die Untersuchungen v. Kokfps betrafen eben die Spermien dieses Tieres, aber ganz besonders die Spermiogenese
. Er scheint die reifen Spermien (des Nebenhodens) nur nach Härtung in Herrman'scher Flüssigkeit und
hauptsächlich mit Färbung nach Heidenhain untersucht zu haben.
Die Fig. 24 gibt ein vollständiges Spermium aus dem Nebenhoden nach Behandlung mit Osmium-Kos-
anilin-Kaliacetat wieder. Es ist kürzer als die Spermien von Bettongia, Macropus, Petrogale und v. a. als die
von Onychogale. Der Kopf ist kürzer als bei den anderen, das Verbindungsstück aber ungefähr wie bei Macropus.
In meinen Präparaten zeigten die Spermien aus dem Nebenhoden nur die Querlage des Kopfes; wahrscheinlich
nehmen die reifen Spermien jedoch später eine Längslage ein.
Der Kopf hat im ganzen ungefähr dieselbe Form wie bei Bettongia, besonders wenn man ihn von der
Seite betrachtet (Fig. 24). Der Umriss der vorderen Fläche des quergestellten Kopfes (Fig. 24) ist konvex mit
einem, von der Seite gesehen, spindelförmigen, glänzenden, in Anilin sich färbenden Spitzenstück, welches nur
unbedeutend in die Kopfsubssanz eingesenkt liegt. Der Umriss der unteren Fläche ist ebenfalls konvex. An der
hinteren Partie des Kopfes schimmert eine hellere, ziemlich scharf begrenzte Stelle hindurch, welche eine Längsrinne
in der hinteren Fläche angibt. Von der vorderen Fläche betrachtet, hat der Kopf das in Fig. 27 Avieder-
gegebene Aussehen. Das Spitzenstück erscheint hier rund; es stellt mithin eine runde flache Scheibe dar. Der
Kopf ist vorn verschmälert und abgerundet, hinten beinahe der Quere nach abgestutzt mit abgerundeten Ecken,
wo er in die Seitenkanten übergeht. Ein abgelöster Kopf, von der hinteren Fläche betrachtet, zeigt die in Fig.
25 wiedergegebene Gestalt; man sieht hier die Längsrinne mit ihrem vorderen schmäleren Ende und ihrer Verbreiterung
nach hinten. Die Fig. 26 gibt einen optischen Durchschnitt des Kopfes, vom hinteren Ende betrachtet,
eben an der verschmälerten Partie der Kinne, wo sich das Halsstück dem Kopfe inseriert. Aus dieser letzteren
Figur erkennt man, dass die vordere Fläche des Kopfes von einer Seite zur anderen regelmässig konvex ist, und
dass auch die untere, wenn man von der Pinne absieht, einen konvexen Umriss zeigt.
An dem schmal konischen, zugespitzten Halsstück dieser Spermien gelang es mir nicht die Zentralkörperteile
zu färben und zum Vorschein zu bringen. Man weiss aber durch v. Korff's Untersuchungen, dass am vorderen
Ende des Halsstückes ein Endknöpfchen und auch weiter hinten zwei andere kleine Körner vorhanden sind, die
alle zu diesem Apparat gehören.
Das Verbindungsstück zeigt eine ähnliche Zusammensetzung aus Körnerreihen wie bei den anderen, oben beschriebenen
Marsupialier-Spermien. Die Fig. 24 gibt diesen Bau wieder. Im Inneren liegt der schmale Achsen-
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