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Beschreibung die Sache darstellen. Auch hier sieht man den einseitig zugespitzten, birnförmigen Zellkörper mit
dem eingeschlossenen runden Kern (k)) dem Augenneck (a) und den beiden Greissein. Oltmanns folgt also im
ganzen der Darstellung Guignard's, und da er eine Autorität auf dem Gebiete der Algenkunde ist, so dürfte wohl
die Auffassung, welche er in seinem eben erschienenen Werke veröffentlicht hat, als die jetzt herrschende angesehen
werden müssen.
In der allerletzten Zeit ist nun die 7. umgearbeitete Auflage des Lehrbuchs der Botanik für Hochschulen
erschienen, welches von Strasburges, Noll, Schenck; und Karsten 2) herausgegeben worden ist. In der Abteilung
über die Kryptogamen, die wohl hauptsächlich von Schenck bearbeitet worden ist,
findet man nicht Strasburgers Abbildung von den Spermatozoiden des Fucus,
obwohl dieser Forscher der erste Mitarbeiter des Werkes ist, sondern im Gregenteil
Fig. d. Eine Fucus-Spermie. a Augen- aus Olthanns' Algen eine oben schon wiedergegebene Figur von Gutgnard, mit einem
fleck, k Kern. Aus dem Lehrbuch der , ... .
Botanik f. Hochschulen von Stkasbub- verhältnismässig Kiemen rundlichen Hern m einem zugespitzt eiförmigen Spermium-
ger—Noll—Schenck—Karsten,7. Aufl., , .. (cs „AO 0\ ->• . , ^ . -r-, .
1905. Aus Oltmanns (nach Guignard). korper (b. 2\)b, ± lg. 299, 6) die ich hier m der Reproduktion mitteile (Fig. d). Im
Texte findet man dann hierüber nur folgendes: »Der Inhalt des Antheridiums zerfällt
in zahlreiche Spermatozoiden, er wird als Glanzes, von der dünnen, inneren Wandschicht umgeben, entleert
und enfclässt dann die gestreckt eiförmigen, mit zwei verschieden langen seitlichen Zilien und rotem Augenfleck
versehenen Spermatozoiden».
Offenbar betrachtet man demnach allgemein in der botanischen Welt die Darstellung und Anschauung
Guignard's als die richtige.
Zu meinem Erstaunen fand ich nun gleich in dem ersten Präparat, das ich nach der von mir für die Untersuchungen
der Spermien der Evertebraten seit Jahren erprobten Methode machte — Fixierung in Überosmiumsäure
und Färbung mit Eosanilin, Aufbewahrung in Kaliacetatlösung —, dass die herrschende Auffassung der Botaniker
von der Organisation der fraglichen Spermien der Hauptsache nach ganz unrichtig sein muss.
Der nach Guignard als protoplasmatischer Zellkörper aufgefasste, verhältnismässig grosse, birnförmige Körper
stellt offenbar den Kern dar, welcher nur von einem äusserst dünnen Plasmamantel umgeben ist; man kann diesen
dünnen Plasmabeleg nur durch Färbung als ein dicht anliegendes Häutchen nachweisen. Der birnförmige Körper
stellt also den Kopf des Spermiums dar, entspricht somit dieser Partie der Tierspermien.
Der von Guignard und den späteren Forschern beschriebene kleine runde Kern liegt nicht, wie sie glauben,
in dem birnförmigen Körper, sondern auswendig an dessen Seite und gehört zum Plasmamantel. • Er ist auch nicht
ein rundes, zusammenhängendes Körperchen, hat nicht die Gestalt und das Aussehen eines Zellkerns, sondern besteht
aus abgesonderten, von einander getrennten runden Körnchen. Zu meiner Überraschung fand ich diese Körner der
Eegel nach zu vieren vorhanden. Sie ähnelten in ganz auffallender Weise eben den Gebilden, die ich bei den oben
erwähnten Spermien der niederen Tiere, v. a. den W^ürmern und vielen Mollusken, gefunden und als Nebenkern-
organ beschrieben habe.
Wenn keine Verschiebung dieser Körner durch die Behandlung bei der Präparation geschehen war, lagen
die vier Körner auch bei den Fucusspermien in einem regelrechten Vierecke (Taf. XXXIII, Fig. 1 och 2). Man
erkennt in diesen Figuren den grossen birnförmigen, mit dem oben (vorn) zugespitzten Ende versehenen Kern und
die Rosette von vier runden Körnern, welche hier dunkel hervortreten, weil sie im Präparate mit Eosanilin gefärbt
waren; eigentlich nimmt nur ihr Plasmaüberzug diese stärkere Farbe an, während ihr Inneres mehr glänzend und
weniger gefärbt erscheint. Vor dieser Körner-Rosette sieht man in denselben Figuren ein ovales Körperchen; es
ist dies der von den Forschern beschriebene »Augenfleck» oder Chromatophor, welcher auch ausserhalb des birnförmigen
Körpers, im Plasmamantel, liegt.
Schliesslich sieht man auch in den beiden Figuren die Zilienfäden. Diese liegen in der Tat stets an der
Seite des birnförmigen Körpers, d. h. des Spermium-Kopfes, an dem sie stark befestigt sind. Ein Fadenstück zieht
»nach vorn», neben dem zugespitzten Ende des Kopfes und läuft eine Strecke, etwa zwei Kopflängen, in dieser
Eichtung frei hinaus. Das andere Fadenstück zieht in entgegengesetzter Eichtung nach hinten, ebenfalls frei, hin;
dies hintere Fadenstück ist stets länger als das vordere, zuweilen sogar zweimal so lang. Die Länge der beiden
Fadenstücke schwankt ein wenig, doch ist immer das hintere bedeutend länger als das vordere, in der Eegel etwas
weniger als zweimal so lang wie dieses. Die Befestigung der Fadenstücke ist besonders an einer Stelle des Kopfes,
J) Strasburger, Noll, Schenck und Karsten, Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 7. Aufl. 1905.
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