http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0116
102
Breite der Seitenfelder beträgt ungefähr ein Viertel des Körperdurchmessers und sie sind aus körnigen Zellen mit
eirundem oder rundlichem Kerne aufgebaut.» Und schliesslich äussert er hinsichtlich der vier Submedialfeider bei
Tripyloides vulgaris De Man: »Diese Felder, besonders die breiten Seitenfelder, bestehen aus vier-, fünf-oder sechseckigen
Zellen, mit körnigem Inhalt». Die hierüber mitgeteilten Figuren zeigen auch solche körnige Zellen, aber
keine wirklichen Zellgrenzen, sondern breite weisse Strassen: es könnte hier deshalb eben so gut ein Syncytium
vorliegen.
In seiner im J. 1901 herausgegebenen Arbeit über den Bau der Nematoden1) äussert Jägerskiöld (S. 9)
in dieser Frage: »Zwischen der Cuticula und den Muskelfeldern ist es sehr schwierig-, ia oft beinahe unmöglich,
eine Epithellage wahrzunehmen. Die Wurzeln der oben besprochenen Sinnesborsten, die die Cuticula durchsetzen,
zeigen uns jedoch, dass sie vorhanden sein muss.» In mehreren seiner Abbildungen von Thoracostoma acuticau-
datum Jägersk., Cylicolaimus magnus Villot und Trichosomum oUusiusculum Eud. erkennt man, besonders an den
Längsschnitten, Zellgrenzen in den Längsfeldern, obwohl sie im Texte nicht näher besprochen worden sind.
Türk ]) hat die Beschreibung des Baues von drei von ihm im Amphioxusschlamm bei Neapel entdeckten
freilebenden Nematoden gegeben, und zwar besonders eingehend von Thoracostoma Strasseni (Türk). Nach einer
sehr genauen Darstellung der Cuticula dieses Tieres sagt er über die Epidermisschicht folgendes: »Eine Sub-
cuticula, der man die Ausscheidung der äusseren Haut zuschreiben könnte, fehlt sowohl zwischen dieser und der
Leibesmuskulatur2), wie auch am muskelfreien Schwanz, wo die Ausführungsgänge der Caudaldrüsen der inneren
Fläche der Cuticula unmittelbar anliegen. Es lässt sich dies nach zur Strassen nicht anders erklären, als dass hier das
fehlende Epithe schliesslich selbst zur Bildung der Haut herangezogen wurde und dabei vollkommen in dieselbe aufgegangen
ist, was nach ihm, abgesehen von Bradymena rigidum, auch für die Oncholaimen und sicherlich für viele
andere freilebende Nematoden gilt. Ist es doch nach Jägerskiöld pag. 9 auch bei Cylicolaimus magnus sehr
schwierig, ja oft beinahe unmöglich, eine Epithellage zwischen den Muskelfeldern und der Cuticula wahrzunehmen.
Dass die zu beschreibenden Längsfelder bei der Bildung der Haut irgend eine Bolle spielen, glaube ich nicht.»
Bei der Darstellung der Läugsfelder beschrieb er aber andere Verhältnisse, und zwar an den Seitenfeldern:
»Sie bestehen», sagt er, »in ihrer ganzen Länge aus deutlich voneinander abgegrenzten, zum grössten Teil in drei
Beihen angeordneten Zellen, unter denen die mittleren die Fälligkeit besitzen, Fett- oder Öltröpfchen in recht
beträchtlicher Menge aufzuspeichern». Diese Zellen, die sogar 4 oder 5 Beihen der Quere nach bilden können,
ragen teilweise recht tief in den Körper hinein und sind nach der Peripherie hin auch gestielt, mit nach innen hin
kolbig aufgetriebenem Ende, welches dann den in der Begel kreisrunden Kern enthält; oft verschmelzen 2 oder 3
dieser Protoplasmastiele vor ihrem peripheren Ende miteinander und sitzen so der Cuticula mit gemeinschaftlicher
Basis auf.
In der medialen Bücken- und in der Bauchlinie gelang es ihm aber keine Zellgrenzen zu entdecken. »Ob die
Dorsallinie», sagt er, »wie die Seitenfelder, aus deutlich gesonderten Zellen besteht oder aus einer zusammenhängenden
Protoplasmamasse mit eingestreuten Kernen, vermochte ich nicht zu entscheiden.» Uber die
Bauchlinie äussert er u. a.: »Die Kerne liegen in relativ grossen Abständen nahe der centralen Oberfläche und
sind meist, wie bei der Rückenlinie, auch hier verhältnismässig klein. Das sie umgebende Protoplasma, welches
anscheinend, wie bei den höheren Nematoden, eine continuirliche Masse ohne Zellgrenzen darstellt, wird von dem
später zu besprechenden Ventralnerven durchzogen.»
Von dem Thoracostoma comes (Türk) sagt derselbe Verfasser: »Die Seitenfelder enthalten zahlreiche Hautdrüsen
und sind, abgesehen von ihrem vorderen und hinteren Ende, dreireihig.»
Hinsichtlich des Cylicolaimus Jägerskiöldi (Türk) heisst es: »Die Seitenfelder besitzen eine Breite, die kaum
dem vierten Theil des mittleren Körperdurchmessers gleichkommt. Sie sind fast in ihrer ganzen Länge dreireihig,
und ihre mittleren Zellen sind, im Gegensatz zu Cylicolaimus magnus, meist imprägnirt mit Fetttröpfchen.»
Im J. 1904 beschrieb De Man4) bei den Weibchen zweier antarktischen Arten von Thoracostoma (Th.
setosum Linst, und Th. antarcticum Linst.) in den Seitenfeldern, und zwar an der Mitte des Körpers, vier oder
fünf Beihen polygonaler Zellen, die neben einander liegen und sehr hoch und an ihrem unteren, oft erweiterten
1) L. A. Jägerskiöld, Weitere Beiträge zur Kenntnis der Nematoden. K. Svenska Yetenskaps-Akademiens Handlingar. Band 35, N:o 2, 1901.
-) Fritz Türk, Über einige im Golfe von Neapel freilebende Nematoden. Mittheil, aus der Zoolog. Station zu Neapel, 16. Band, 3. H., 1903.
3) Von mir kursiviert.
4) De Man, Nematodes libres, Expedition antarctique beige. Zoologie. 1904.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0116