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Ehrlich'sehen und der Golgi'schen Methode konnte ich, nachdem ich früher diesen Bau nicht darzutun vermocht
hatte, denselben bei verschiedenen Krebstieren als ganz richtig anerkennen.
A priori was es also anzunehmen, dass auch in den Tastantennen der Daphniden diese Anordnung nachzuweisen
wäre. In meinen im letzten Sommer gemachten Golgipräparaten gelang es mir bald, diese Tatsache
darzutun. In dem sog. Ganglion jeder Tastantenne waren etwa neun oppositipol bipolare Sinneszellen oder Sinnesnervenzellen
, nach meiner Bezeichnung, vorhanden. Da sie hier dicht gedrängt liegen und z. T. einander decken,
ist es ziemlich schwierig, sie sicher zu zählen, obwohl die kernhaltigen Zellenkörper in der Eegel nicht alle in
demselben Niveau liegen. - Gewöhnlich färben sich durch die Golgibehandlung, wenn die Färbung eintrifft, nur einzelne
von diesen Zellen, bald nur eine, bald zwei, drei, vier usw. Zuweilen werden aber auch alle gefärbt, aber
dann erscheint das ganze Ganglion so dunkel, dass man die einzelnen Zellen nicht sicher sehen und zählen kann.
In den Fig. 5, 8, 10, 11, 12, 13 sind auf der Tafel teils einzelne (Fig. 11, 12), teils zwei (Fig. 5, 10), teils drei (Fig. 8),
teils vier (Fig. 13) dieser bipolaren Zellen aus je einem Ganglion in Golgifärbung wiedergegeben. Der eigentliche
»Körper» dieser Zellen ist zum grössten Teil von dem ovalen Kern gefüllt; vom peripherischen Ende läuft ein zarter
Fortsatz in die röhrenförmige Antenne aus und tritt nach einer kleinen körnchenförmigen Verdickung in je einen
der sog. Leydig'sehen Kutikularfäden, welche . sehr zarte, frei herausragende Chitinröhren sind (in Fig. 5 sind 5
dieser in der Begel neun ausmachenden Köhren skizziert). Wie Claus angibt, treten in der Tat die Nervenfäden
als äusserst feine Fäserchen in je ein solches Eöhrchen hinein, und man kann sie sogar bei gelungerer Färbung bis
an ihr peripherisches Ende spüren; das Nervenfäserchen füllt aber nicht, wie Claus meinte, das Köhrchen aus, ist
vielmehr viel feiner als das Lumen des Köhrchens. Die Fig. 11 und 13 zeigen diese peripherischen Nervenzellenden
in gefärbtem Zustande; in Fig. 10 ist nur ihr Anfang gefärbt; in Fig. 8 und 12 sind diese Enden
nicht gefärbt; man sieht nur die Knöpfchen, von denen sie auslaufen sollen. "Wie man sieht, konvergieren die
Zellenfortsätze von dem kernführenden Zellenkörperteil nach der eigentlichen Antennenspitze zu, von der die
Leydig'schen Köhrchen auslaufen. Das Gaglion ist am dicksten da, wo die Zellenkerne liegen; die peripherischen
Fortsätze liegen aber nicht dicht gedrängt, sondern durch eine nicht gefärbte, helle Substanz voneinander getrennt.
Die zentralen Fortsätze der bipolaren Zellen konvergieren aber noch schneller und legen sich bald nahe
zusammen (Fig. 13), so dass das ganze sog. Ganglion hierdurch eine spindelförmige Gestalt bekommt. Diese Fortsätze
sind ebenfalls durch eine helle Substanz voneinander geschieden; sie sind noch feiner als die peripherischen
Zellenfortsätze, zuweilen sogar fein varikös in gefärbtem Zustande. Wie erwähnt, legen sie sich bald zusammen
und bilden ein dichtes Bündel, welches in einem schwachen Bogen etwas über den oberen Kopfboden nach hinten
verläuft; sie sind von einer zarten Hülle umgeben, und ihr strangförmiges Bündel tangiert die Zilien des Zylinderepithels
, welches diesen Kopfboden bekleidet, wie es in Fig. 5 skizziert ist. Das Bündel zieht nach der unteren-
vorderen Ecke je einer Seitenhälfte des grossen Hirnganglions (Fig. 5 g), und tritt hier in eine hervorragende Partie
desselben hinein; diese Ganglionpartie besteht aus einer Anzahl von kleinen unipolaren Nervenzellen, zwischen
welche die Fasern des Bündels hineinziehen.
Da ich ganz besonders darauf gespannt war, das Verhalten dieser zentralen Fortsätze der bipolaren Sinnesnervenzellen
zu erforschen, wandte ich meine Aufmerksamkeit auf dieses Problem. Ich erhielt in , der Tat
eine grosse Menge von Präparaten, welche dasselbe erläuterten. In hunderten von guten Färbungen sah ich
immer ein gleiches Verhalten dieser Zellenfortsätze. Nachdem sie zwischen die Nervenzellen eingetreten waren,
bogen sie sich um dieselben, indem sie zugleich dicker wurden und kleine, sehr kurze Aste in verschiedenen
Richtungen aussandten. Nach kurzem Verlauf endigten sie hier stets zwischen den Nervenzellen, in der Regel
nach einer kleinen Umbiegung. In den Fig. 8, 11, 12, 13 sieht man die Endigungsweise dieser zentralen Zellenfortsätze
zwischen den Nervenzellen der fraglichen Gehirnpartie. In den Fig. 5 und 10 findet man sie ebenfalls,
aber ohne die Andeutung der Umrisse der Nervenzellen. In Fig. 1 und 2 sind auch solche Endigungsstellen
skizziert. Immer war ihr Verhalten nach ganz dem gleichen Typus angeordnet. Zuweilen, wie in Fig. 1, 2 und 5,
waren einzelne der unipolaren Nervenzellen auch mitgefärbt, und man sah dieselben ihren Fortsatz nach oben hin
ins Hirnganglion schicken und sich hier verästeln. Wenn aber alle diese Nervenzellen gleichzeitig gefärbt waren,
wurde die Hirnpartie so dunkel, dass man nichts zu entziffern vermochte. Die Präparate mit einzelnen, elektiv
gefärbten Elementen waren deshalb hier, wie fast immer, die am meisten erläuternden. Durch eine Menge schöner
Präparate wurde es mir also klar, dass die zentralen feinen Fortsätze der bipolaren Sinnesnervenzellen der sog.
Ganglien der Tastantennen hier in dieser unteren-vorderen Partie jeder Seitenhälfte des Hirnganglions endigen,
indem sie, nach einer Verdickung, zwischen die unipolaren Nervenzellen kleine kurze Äste abgeben, welche
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