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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1906_13/0128
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ganz genaue Darstellung ihrer Verteilung zu geben, wäre nicht möglich. Sie finden sich auch am hinteren Ende der
Synapta. An den Tastpapülen sind zwischen den anderen Zellenarten die Sinneszellen sehr stark vertreten; unter
ihnen findet man multipolare Ganglienzellen. Die Sinnesknospen liegen auf der inneren Seite der Tentakeln in der
Epidermis eingelagert, sind ausgehöhlt and bestehen aus Stützzellen und sehr zahlreichen, Zilien tragenden
Sinneszellen.

Bei den Pedaten sind nun die Bau Verhältnisse sehr ähnlich. An die Stelle der Tastpapülen der Apoden
sind aber die Nervenendplatten der Eüsschen getreten. An den Saugfüsschen besteht das Epithel aus zylinderförmigen
Zellen mit feinen, in eine Nervenschicht übergehenden unteren Fortsätzen und aus ebenfalls zylindrischen
Stützzellen. Von besonderem Interesse ist aber der Bau der Tentakeln. Die Peripherie derselben ist von
dem gewöhnlichen Körperepithel überzogen, und nur auf den Köpfchen weicht dieses einem Zylinderepithel von
feinen fadenförmigen Gebilden, welche sowohl aus Stütz- als auch aus Sinneszellen bestehen.

Ich beginne nun hier mit der Beschreibung meiner Befunde bei einem Pedaten, Mesothuria intestinalis. Bei
jüngeren Exemplaren dieses Tieres gelang es mir mittelst der Versilberungsmethode, eine sehr reine und vollständige
Färbung des Epidermismosaiks zu erhalten. Am besten lassen sich die eigentliche Körperhaut, die Ambulakral-
füsschen und die Tentakeln färben (s. die Fig. S. 115 u. 116).

An der Körperhaut findet man nur ein einfaches Mosaik polygonaler Zellenenden (Fig. 1 k), ohne die
charakteristischen kleinen Sinneszellenenden zwischen ihnen.

An den Seitenflächen der Ambulakralfüsschen ist auch nur ein derartiges einfaches Epidermismosaik vorhanden
(Fig. 3 af); erst in der Nähe der Endscheibe trifft man zwischen den polygonalen Feldern derselben vereinzelte,
kleine, rundliche Felder (Fig. 4 af1), welche als Sinneszellenenden erscheinen.

Die Endscheibe selbst zeigt dagegen ein anderes Bild. Fig. 1 as stellt eine solche Scheibe von mittlerer
Grösse, Fig. 2 eine von geringerem Umfang dar. Hier sieht man überall zwischen den polygonalen Feldern kleinere
, rundliche oder ovale, knopfähnliche Felder, welche teils an den Stellen, wo mehrere polygonale zusammen-
stossen, teils auch an den Grenzen, wo nur zwei polygonale einander berühren, eingefügt sind; sie sind jedoch von
etwas wechselnder Grösse, und ihre Verteilung ist nicht ganz regelmässig, da sie zuweilen zu mehreren beisammenliegen
und die einzelnen polygonalen Felder an ihren Eändern von bald vier, bald fünf usw. bis etwa neun
Knöpfen umgeben sein können. Die kleinen Felder, die rundlichen Knöpfe, entsprechen offenbar den von
Hamann an Schnitt- und Mazerationspräparaten beschriebenen schmalen Sinneszellen, welche zwischen seinen Stützzellen
liegen. Das Silberbild gibt also eine Übersicht ihrer Gruppierung und Verteilung, gewissermassen eine Übersichtskarte
von ihnen.

Dieselbe Anordnung und Verteilung erkennt man auch an den kleineren Ambulakralendscheiben (Fig. 2).
Es gibt aber auch Endscheiben, welche noch etwas grösser sind, als die in Fig. 1 abgebildete; sie zeigen ganz
ähnliche Bilder.

Wenn man eine solche Endscheibe von der Seite, d. h. in der Seitenlage des Ambulakralfüsschens betrachtet,
so findet man sie etwas konvex, ungefähr uhrglasförmig gewölbt. Unter der in dieser Lage deutlich hervortretenden
dünnen, durchsichtigen Cuticula erkennt man in perspektivischer Verkürzung dieselbe Mosaikanordnung,
welche in Fig. 1 und 2 in der Draufsicht wiedergegeben ist.

An den kleinen warzenförmigen Erhebungen der Bückenseite des Tieres konnte ich solche Sinneszellenenden
zwischen den polygonalen Feldern des sie bekleidenden Epidermismosaiks nicht nachweisen.

Diese Erscheinungen traten am ganzen Körper auf. An der Mundscheibe, rings um die Mundöffnung,
sah ich auch eine Mosaikanordnung, welche derjenigen der Endscheiben der Ambulakralfüsschen sehr ähnlich war.
An den Seitenflächen der Tentakeln besteht dagegen das Epidermismosaik aus polygonalen Feldern ohne zwischenliegende
kleine Sinneszellenenden (Fig. 5). An den von den Enden der Tentakeln im Kreise auslaufenden freien
Tentakelästen, welche an ihren Eändern mit rundlichen Verdickungen versehen sind, findet man in dem polygonalen
Mosaik, besonders in den Ecken zwischen den Feldern, wo deren drei zusammenstossen, kleine rundliche Knöpfchen
derselben Art, wie an den Ambulakralendscheiben (Fig. 6). Diese Knöpfchen entsprechen offenbar auch an
den Tentakeln den peripherischen Enden der von Hamann beschriebenen Sinneszellen, welche also auch hier einzeln
zwischen den Stützzellen liegen.

Becher- und Schlauchdrüsen (bezw. Zellen), die Hamann, besonders bei den Apoda, geschildert hat, konnte
ich in den Silberbildern nicht unterscheiden. Wahrscheinlich ähneln sie in diesen Bildern den Stützzellenenden so
sehr, dass man sie hier nicht sicher wahrnimmt.


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