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Alveolarwall allmählich über den Gaumenrand und läuft in eine gekerbte Kante aus, welche nach dem Gaumen
umgeschlagen erscheint und hier mit mancherlei seichteren oder tieferen Einschnitten versehen ist.
Bis zur Geburt treten dann folgende Modifikationen ein: Von den Gaumenfalten verschwinden die hintersten
oder sie erhalten sich nur als Papillargruppen. Die bleibenden Palten zeigen sich, was Form und Ausdehnung
angeht, ausserordentlich variabel. Am Alveolarwall ist die Abgrenzung des hinteren Teiles wieder im Verschwinden
begriffen, was durch vorwiegend laterales Wachstum jener Strecke bedingt zu sein scheint. Bei Neugeborenen
besteht noch eine sehr bemerkenswerte »Faltung». Diese erhält sich, nur wenig abgeschwächt, durch das ganze
Kindesalter; die Variation in der Gestalt und Ausprägung der einzelnen Falten ist zum mindesten ebenso bedeutend
wie in der letzten Embryonalperiode. Im Alter der Keife werden die Falten minder scharf abgegrenzt
und noch unregelmässiger; sie haben die Krenelierung verloren. Gegenbaur teilt die Abbildung des Gaumens
eines 25-jährigen Mannes mit, an dem man 3 Paar gebogene Leisten sieht (s. u.). In späteren Jahren tritt allmählich
eine Keduktion der Falten ein, so dass sie ganz verschwinden können; hierfür einen bestimmten Termin
nachzuweisen war unausführbar, denn selbst im höheren Alter kommen hin und wieder Beste vor.
Was die Funktion der Falten betrifft, so treten sie in einer Periode auf, wo von einer solchen keine Eede
sein kann. »Die Volumsentfaltung des grösseren Teils dagegen vermag auf eine bestimmte Verrichtung bezogen
werden, nämlich auf das Saugen, wobei die Einrichtung zum Festhalten der Brustwarze dienen kann. Ist
letzteres richtig, so bleibt das lange Fortbestehen dieser Gebilde höchst auffällig.» Andere Bedenken gegen jene
Auffassung ihrer funktionellen Bedeutung erheben sich aus der Vollzähligkeit der Falten während früherer Stadien,
in denen an eine besondere Verrichtung noch nicht zu denken ist, sowie aus dem Vorkommen und Fortbestehen
der Falten bei Säugetieren. Sie sind hier in fast allen Abteilungen bekannt und treten als parallele, meist halbmondförmige
Erhebungen auf, die in einzelnen Abteilungen charakteristische Befunde darbieten. Die physiologische
Bedeutung der Gaumenfalten wird bei den Säugetieren in einer Teilnahme an der Bewältigung der Nahrungsstoffe
zu suchen sein, so dass sie, wenn auch schon bei Embryonen bestehend, doch während des späteren Lebens ihre
Hauptrolle spielen.
Gegenbaur teilte fünf Abbildungen des fötalen menschlichen Gaumens mit, nämlich von einem Embiyo von
5,5 cm Kopf-Steisslänge (vergrössert), von einem Embryo von 7,3 cm (vergrössert), von einem Embryo von 16 cm
(3 xji mal vergrössert) und von zwei neugeborenen Kindern (1 Y2mal vergrössert); ausserdem die oben erwähnte
Figur von einem 25-jährigen Manne sowie ferner noch Abbildungen des Gaumens von Orang, Cercopithecus und
Ateles in nat. Grösse. Er hob hervor, dass zwischen den Verhältnissen beim Menschen und beim Orang sowohl
Übereinstimmung als Unterschiede obwalten; beim Affen sind auch die hinteren Falten bis an die Mittellinie gerückt
und hier sogar vereinigt; im ganzen ist die Zahl der Falten auffallend grösser (beim Orang 7). Er hatte auch
Cercopithecus, Inuus, Ateles und Cebus untersucht und fand bei allen mindestens 10 Falten; der ganze harte Gaumen
wird hier von diesen Bildungen eingenommen; auch beim Orang erstrecken sie sich auf die Molarregion; das Verhalten
bei ihm ist mehr jenem der übrigen Affen als dem des Menschen ähnlich.
Auf die Verhältnisse bei den übrigen Säugetieren geht Gegenbaür nicht weiter ein. Er bespricht nur im
allgemeinen und ganz kurz die morphologische, bezw. phylogenetische Bedeutung derselben, die offenbar grösser
sei als die physiologische.
Uber die nach der Veröffentlichung dieser Abhandlung Gegenbaur's in der anatomischen Literatur vorkommenden
Angaben und Aussagen über die »Gaumenfalten» oder Gaumenleisten des Menschen ist im ganzen
wenig anzuführen. Einige der Autoren erwähnen sie nicht, weder im erwachsenen noch im fötalen Zustande.
Andere berühren sie zwar und führen dann die Angaben Gegenbaur's an. In der Kegel werden sie als Rugae oder
Plicae palati aufgeführt und besonders beim Erwachsenen, obwohl gewöhnlich nur kurz, besprochen. Merkel,
Komiti und Rauber geben in ihren Lehrbüchern je eine Abbildung des erwachsenen Gaumens mit den Leisten.
In seinem letzten grossen zusammenfassenden Werke v. J. 1901 kam Gegenbaur noch einmal auf diese
Frage zurück. »Starke, derbe Querleisten, die sogenannten Gaumenfalten, besser als Gaumenleisten bezeichnet,
denn es sind keine blossen Faltungen, trägt auch der harte Gaumen der übrigen Säugethiere, in Zahl und Ausbildung
verschieden. Sehr bedeutend sind sie bei Ungulaten entfaltet. Auch bei Quadrumanen bestehen sie noch,
und beim Menschen sind sie bei der Geburt noch über dem harten Gaumen verbreitet, um später auf eine minder
grosse Fläche sich nach vorn zurückzuziehen und im höheren Lebensalter in der Kegel zu schwinden.»
Von den Verhältnissen der auch von Gegenbaur hier angedeuteten, mehr oder weniger starken und
variierenden Ausbildung der Gaumenleisten bei den übrigen Säugetieren habe ich in der neueren Literatur nach
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