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ihre auffallende Länge und Schmalkeit sowie durch ihre stark ausgeprägten, beinahe den ganzen harten Gaumen
einnehmenden Leisten aus. Die vorderste Partie ist etwas verbreitert, bildet ein abgerundetes, vorn nach unten
umbiegendes Stück welches sich hinten verschmälert, um dann allmählich nach hinten immer etwas breiter zu
werden, und endigt zwischen den beiden hintersten Molaren mit einer aus zwei paarigen Wülsten bestehenden
Erhabenheit, die hinter der letzten Querleiste liegt. Die Gaumenplatte ist sonst vom vordersten Stück ab und
bis an die eben erwähnte Erhabenheit von der einen Seite zur anderen immer mehr ausgehöhlt, gewölbt, und
hat in der Mittellinie eine Längsfurche, welche besonders an den Querleisten deutlich ausgesprochen ist, indem
sie diese in zwei Seitenarme trennt. Diese Seitenarme sind besonders vorn, stellenweise aber auch hinten, gegeneinander
verschoben. An den von mir untersuchten Pferden fand ich 14—15 Gaumenleisten oder Leistenpaare;
Cuvier gibt ihre Zahl auf 18—20, Ellenberger und Baum auf 16—18 an. Die zwei vordersten Leisten ziehen nach
aussen und ein wenig nach hinten; die dahinter folgenden biegen sich weniger nach hinten. Diese sechs Leisten
oder Leistenpaare finden sich vor der Backzahnregion. Sie sind im ganzen kräftig und stehen mit ihren scharf
ausgeprägten, etwas nach hinten gerichteten Kücken ziemlich weit voneinander entfernt, da sich ziemlich breite
und tiefe Furchenpartieen zwischen ihnen finden. In der zwischen den Backzahnreihen gelegenen Partie sind die
Gaumenleisten etwas niedriger und auch dichter gestellt; sie tragen ihren Rückenkamin mehr vorn, sind im
Durchschnitte dreieckig und auch regelmässiger als die vorderen. Sie sind bogenförmig, indem jeder Seitenarm
mit seiner Mittelpartie nach vorn hin gebogen ist und mit seinem äusseren Ende weiter nach hinten rückt als
mit dem inneren: Nach hinten hin vermindert sich diese starke Biegung der Seitenarme immer mehr, so dass sie
zuletzt weit mehr gerade nach aussen und nur wenig nach hinten auslaufen; die medialen Enden sind jedoch
stets etwas nach hinten umgebogen; die äusseren Enden sind durch eine schmale Furche begrenzt, welche sich
auch weit nach vorn fortsetzt. Die Oberfläche der Leisten in dieser hinteren Region zwischen den Backzähnen
ist glatt und eben, die der vorderen Leisten dagegen mit unregelmässigen Furchen versehen, welche meistens in
der Längsrichtung des Gaumens verlaufen.

Ich habe aber noch nicht die allervorderste Region des Gaumens besprochen, welche offenbar der Region
der Papilla palatina entspricht. Diese Eegion ist halbmondförmig und endigt hinten mit einem wulstigen Rande,
welcher eine Leiste ähnelt. In der Mitte dieser Region sieht man eine schwach angedeutete, nicht scharf markierte
, niedrige schmale Papille mit hinterer Zuspitzung. Diese Region zeigt vorn eine wallartige, von einer Furche
begrenzte, nach vorn gerichtete Erhebung, welche zwischen die Vorderzähne eindringt. An der Oberfläche der
Papillarregion sind übrigens ein Paar Höcker und mehrere Furchen vorhanden.

Dass die eben beschriebene, beim Pferde nicht deutlich angegebene Papilla palatina wirklich dieser Bildung
entspricht, wird durch das Studium des Gaumens bei dem verwandten jungen Esel bestätigt.

Equus Asinus L.

(Taf. XXXVII, Fig. 2.)

Vom Esel besitze ich nur den Gaumen eines eben geborenen Jungen. Für den Vergleich mit dem Gaumen
des erwachsenen Pferdes kann er jedoch von Interesse sein.

Derselbe zeigt auch ein vorderes abgerundetes Stück und dahinter eine Verschmälerung mit dann folgender,
allmählich eintretender, schwacher Verbreiterung. In der Mittellinie ist der Gaumen tief eingesenkt, die beiden
Seitenpartieen in dachartiger Stellung. Die Region der Papilla palatina ist halbmondförmig, mit ziemlich gut ausgeprägter
Papille in der Mitte. Die Gaumenleisten betragen 15 oder 16 und bestehen aus je einem Paar Seitenarme
; sie verlaufen mit den äusseren Enden nach aussen-hinten, und die medialen Enden der Seitenarme biegen
sich nach hinten. Nach hinten hin am harten Gaumen sind die äusseren Enden der Leisten immer weniger
nach hinten gebogen. Am hintersten Ende des harten Gaumens findet sich eine eigentümliche halbmondförmige
Schlussplatte, und von ihr setzt sich der gerunzelte weiche Gaumen fort.

Die Artiodaktylen. 1. Non-Ruminantia.

Suidae.

(Taf. XXXVII, Fig. 3, 4 und 5.)

Von den Artiodactyla non-Ruminantia steht mir zur Verfügung Material nur von Sus.Scrofa domesticus.
Ich gebe hier die Gaumen vom erwachsenen Schwein (Fig. 3) und von zwei fötalen Stadien (Fig. 4 und 5)


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