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Vorn findet sich eine halbmondförmige Region der Papilla palatina mit zwei paarigen, von vielen kleinen
warzenartigen Erhabenheiten übersäten, durch eine schmale Medianfurche geteilten Seitenhälften und einer zwischen
sie hinten eingeschobenen, viereckigen, scheibenförmigen, wenig erhabenen Papille; jederseits von den Seitenecken
derselben finden sich, obwohl ziemlich verborgen, die Öffnungen der Canales naso-palatini. In den am hinteren
konkaven Rande der Papillarregion gelegenen Busen der Gaumenfläche schiebt sich die folgende Region, die Region
der Gaumenleisten, hervor und füllt ihn zunächst mit einer Eeihe kleinerer Höcker und dahinter mit kurzen, se-
wissermassen etwas verkümmerten Querleisten. Dann folgt eine ziemlich weit nach hinten, zwischen die vorderen
Backzähne, reichende Partie mit stark entwickelten, die ganze Breite des Gaumens bedeckenden Querleisten, welche
vorn näher aneinander, dann entfernter voneinander stehen, um sich hinten einander wieder zu nähern. Diese
Leisten, welche in der Medianlinie durch eine sehr feine Furche in zwei Seitenhälften getrennt sind, die sich auch
voneinander trennen und alternieren können, haben einen gebogenen, stark entwickelten und gezähnelten, erhabenen
und die Fläche überragenden hinteren Rand. Nach hinten hin, zwischen den vordersten Backzähnen,
werden die Leisten niedriger; ihr Hinterrand wird weniger scharf und hervorragend; er verliert seine Zähnelung.
Allmählich senken sich also die Leisten und werden rudimentär; man erkennt nur ihre Spuren noch eine Strecke
nach hinten; dann schwinden sie ganz; zwischen den hinteren Backzähnen ist die Graumenfläche glatt und von
einer Seite zur anderen, sowie auch nach hinten, ausgehöhlt. Dann folgt der weiche Gaumen; an seiner Oberfläche
treten nun wieder Querleisten auf, aber weit schmäler, niedrigerer sowie dichter gruppiert.

In der vor den Backzähnen gelegenen Partie der Leistenregion findet sich jederseits eine Furche der Schleimhautfläche
, und die Leisten endigen an ihrem medialen Rand in regelmässiger Folge. Ausserhalb dieser Grenzfurche
erkennt man die Lippen- und Backenregion mit den dichtgedrängten, nach hinten gerichteten, konischen
Papillen. In der Partie des Gaumens, welche zwischen den Backzähnen liegt, endigen also die Leisten aussen etwas
vor der Zahngrenze, erreichen also diese nicht.

Capra hireus L.

(Taf. XXXVIII, Fig. 2.)

Die Gaumenfläche ist bei der Ziege in der vorderen Hälfte, vor den Backzähnen, schmal, in der hinteren
beinahe noch einmal so breit. Die vordere Partie hat etwa parallele Ränder.

Die Region der Papilla palatina ist verhältnismässig stark entwickelt und bildet eine durch eine schmale
Medianfurche in zwei Hälften geteilte Platte, deren Umriss mehr als die Hälfte eines Kreises darstellt. Diese Platte
ist beinahe glatt, wenig uneben und hat abgerundete Vorder- und Seitenränder. Weit hinten liegt in der Mittelpartie
der Platte eine erhabene, rundliche Papilla palatina, welche an ihrem vorderen Umfang nicht scharf von der
Platte abgegrenzt ist; an ihrem hinteren ist sie dagegen durch tiefe Furchen von ihr getrennt, welche zu den
Öffnungen der Canales naso-palatini führen.

Die Region der Gaumenleisten schiebt sich in das durch den schwach konkaven hinteren Rand der Papillen-
region begrenztes Feld mit ihren Querleisten vor und reicht hinten bis zwischen die vorderen Backzähne. In
dieser bei der Ziege schmalen Gaumenpartie sind die Querleisten stark entwickelt und gewissermassen dachziegelartig
über einander gelagert, indem sich jede vordere mit ihrem erhabenen, aber nicht gezähnelten Hinterrande über
die Wurzel der nächst folgenden legt. In der Medianlinie trennt eine feine Furche jede Leiste in zwei Hälften,
die auch voneinander geschieden sein und alternieren können. In der Mittelpartie ist übrigens diese Region auch
stark der Länge nach eingesenkt.

Die zwischen den beiden Backzahnreihen gelegene breite Gaumenfläche ist, besonders hinten, stark ausgehöhlt
; in ihrem vorderen Teil senken sich schon die Leisten bedeutend und werden hinten immer weniger markiert
, um zuletzt ganz zu verschwinden, so dass in der hinteren Partie des harten Gaumens die Schleimhaut glatt
und eben wird. Auch in der stark verschmälerten Region des weichen Gaumens ist die Schleimhautfläche eben,
mit nur zufällig entstandenen Runzeln.

Die ganze Gaumenfläche ist hier, auch in der Region der Backzähne, von einer tiefen Grenzfurche begrenzt.
Ausserhalb derselben findet sich, wie beim Rind, die mit dicht gedrängten konischen Papillen besetzte Schleimhaut
der Backen.


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