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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1909_14/0021
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c Antheaeheres Dübenii Sars.

(Taf. I, Fig. 27—28.)

Durch die gütige Hülfe des Vorstehers unserer Zoolog. Station Lic. Hj. Östergren erhielt ich von diesem
in den Actinien (Bolocera longicornis) parasitisch lebenden grossen Copepode, mit Spermien versehene Exemplare
. Diese Spermien sind von denen der anderen frei lebenden Copepoden der Gestalt und Grösse nach so
weit verschieden, dass man erstaunen muss, so bedeutende Differenzen zu finden.

Die reifen Spermien von Antheacheres (Fig. 27) haben nicht nur eine auffallende Grösse, sondern auch eine
eigentümliche Organisation. Eigentlich bestehen sie aus einem langen, schmalen, dünnhäutigen Sacke, in welchem
ein langer, schmälerer Faden liegt, der bald mehr gerade, bald mehr spiralig gewunden ist. Die Fig. 27
gibt ein solches Spermium mit stark gewundenem Faden wieder. An beiden Enden des Spermiums findet sich
ein mehr gerade verlaufender Fortsatz, von denen der eine etwa doppelt so lang als der andere ist. Ich
bemühte mich nun, zu eruieren, welcher von diesen dem Kopfe (Kerne) entspricht, aber ohne die Frage lösen
zu können. In den längeren, starreren Fortsatz dringt der innere Faden, sich immer mehr verdünnend,
hinein, und zwar bis etwas mehr als die eine Hälfte seiner Länge, in dem anderen kürzeren Fortsatz konnte ich
das Eindringen des Fadens nicht sicher nachweisen. Da der Faden sich mit Eosanilin stark rot färbt und
der kleinere Fortsatz dies nicht tut, so möchte man ein Eindringen oder einen Zusammenhang der beiden Teile,
dartun können, falls ein solcher vorhanden wTäre. Ich versuchte dann mit Zenker-Heidenhain zu behandeln. Der innere
Faden färbte sich dadurch intensiv. Fig. 28 stellt das eine Ende eines solchen Spermiums mit schwarzem, spitz'
auslaufendem Faden dar. Keine Centraikörper waren sichtbar; der lange Fortsatz blieb ganz hell und zeigte sich
am Ende bald etwas zugespitzt, bald breiter endigend, so dass es aussah, als ob dies Ende etwas abgeplattet sei.

Da nun hierdurch keine Antwort hinsichtlich der Erklärung der Organisation gewonnen wurde, versuchte
ich durch das Studium der jüngeren, unreifen Formen der Spermien zum näheren Verständnis zu kommen. Es
zeigte sich, dass in den jüngeren Siadien die Spermien nur aus dem Säckchen, ohne sichtbare innere Struktur, zu
bestehen scheinen. Das Säckchen ist auch kürzer und schmäler und besitzt hier und da verschieden grosse,
blasige Auftreibungen von wechselnder Gestalt; hier war noch weniger eine Differenzierung der konstituierenden
Partien, und zwar v. a. nicht in Kopf und Schwanz, nachzuweisen; vom inneren Faden sah ich auch nichts.
Da indessen nicht alle nötigen Stadien vorhanden waren, konnte die Entwicklungsfolge nicht erledigt werden.
Fortgesetzte Untersuchungen an einem hinreichenden Material werden natürlich auch dies Problem lösen können.

Obwohl ich also nicht zum gewünschten Abschluss kommen konnte, schienen mir diese Spermien des
parasitischen Copepoden gleichwohl von dem allgemeinen Interesse zu sein, dass hier eine Mitteilung über sie
und ihre Gestalt angebracht war. Auch wäre es wertvoll, wenn die übrigen parasitischen Copepoden untersucht
werden könnten. Bei den Lernaeiden habe ich mehrmals Versuche gemacht, aber ohne die Spermien anzutreffen.

Offenbar würde es sich auch lohnen, bei einer grösseren Eeihe der frei lebenden Copepoden, sowohl den
marinen als den Süsswassertieren, die Spermienformen systematisch zu eruieren, und dabei v. a. auch die Spermiogenese
in eingehender Weise zu bearbeiten. Dies wäre besonders für einen Zoologen, der auf dem Gebiete der
Copepodenkunde Specialist ist, eine Aufgabe.

D. Die Spermien der Ostraeoden.

(Taf. I, Fig. 29—42, Taf. II—III.)

Die Spermien der Ostracoden sind mehrmals in den diese Tiere behandelnden Abhandlungen und Arbeiten
gelegentlich berührt worden. Besonders aber hatte E. Wagner1) die auffallende Grösse der Spermien von Cypris
hervorgehoben. Die erste genauere Darstellung solcher Spermien wurde aber von Zenker 2) gegeben, und zwar in
seiner »Monographie der Ostracoden», in welcher er auch die verschiedenen Stufen der Entwicklung der Spermien
beschrieb. Er unterschied drei Perioden, nämlich die Zellenform (rundliche, sich dann in die Länge dehnende, kernhaltige
Zellen), und dann die Umbildungsform, während welcher die Spermie als ein Band mit einer kurzen Spitze

1) E. Wagner, Beiträge zur Kenntniss der Samenflüssiglieit der Tiere. — Wiegmann's Archiv f. Naturgesch. Jahrg. 1836, Band 1, S. 369.

2) Zenker, Monographie der Ostracoden, Wiegmann's Archiv f. Naturgesch., 20 Jahrg., 1. Band. 1854.


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