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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/biol_unt_1909_14/0085
4.

Die Spermien der Nereiden.

Taf. XXIV, Fig. 14—24.

In der Darstellung der Spermien der Polychäten, welche ich im J. 1904 veröffenlichte1), erwähnte ich, dass
ich bei Nereiden nur ein einziges Mal reife Spermien angetroffen hatte. Es geschah dies bei einem Exemplar von
Nereis diversicolor, und zwar im August 1902 in dem Bodensande eines Meerbusens in der Nähe der Zoolog.
Station zu Kristineberg an der Westküste Schwedens. Leider habe ich von den Spermien dieses Tieres nur ein
einziges Präparat aufbewahrt; ich war dann mit anderen Untersuchungen stark beschäftigt und meinte leicht von
neuem von solchen Tieren, welche in dem fraglichen Meerbusen massenhaft vorkommen, Spermien bekommen zu
können. Bei bald danach erneuerten Versuchen gelang es mir aber nicht, ein einziges Exemplar mit reifen Spermien
zu erhalten; alle enthielten nur unreife. Ich Hess dann während eines ganzen Jahres in jedem Monat mir eine
Sendung von diesen Würmern, Avelche man in geeigneten Grefässen, auch ohne Umtausch des Wassers, lange lebend
erhalten kann, zuschicken. Niemals traf ich in ihnen reife, sondern stets nur unreife Spermien. Hierdurch, wie auch
durch meine während der folgenden Jahre hin und wieder fortgesetzten Versuche, wurde es klar, dass diese Nereisart,
wie die übrigen Nereiden, epitok ist. Ich suchte auch, in dem den fraglichen Busen umgebenden Meerwasser freischwimmende
solche Nereiden einzufangen, konnte aber nie eine Nereis diversicolor mit reifen Spermien finden.
Das von mir im Aug. 1902 angetroffene Exemplar muss also ein Tier gewesen sein, welches ganz ausnahmsweise
an seinem früheren Wohnort geblieben war.

Auch bei den übrigen Nereiden der Umgegend fand ich während der Sommermonate keine reifen Spermien.
Infolgedessen habe ich die nähere Erforschung der Spermien der Nereiden bis auf weiteres aufschieben müssen.
Diese Erforschung war aber besonders deshalb verlockend, wTeil die in dem genannten Exemplar von Nereis diversicolor
gefundenen Spermien in mehrfacher Beziehung sehr eigentümlich wraren. Ich habe das Präparat von diesen
Spermien, welche in demselben in Menge vertreten sind, sorgfältig aufbewahrt und auch schon längst von ihnen Abbildungen
machen lassen, die ich jedoch nicht veröffentlichen wollte, bevor es mir vergönnt war, neues Material
zu erhalten, an dem ich Kontrolluntersuchungen mittelst anderer Präparieiimethoden ausführen konnte.

Neulich erhielt ich nun von dem Vorsteher der Zoologischen Station Lic. Hj. Östergren aus zwei Exemplaren
von anderen epitoken Nereiden, die frei schwimmend in dem Grullmarfjord in der Umgegend der Station
im letzten Frühjahr eingefangen waren und welche mit Sperma gepfropft waren, das nötige Material zur Untersuchung.
Zwar war zur Konservierung der Tiere Formolspiritus angewandt, so dass ich nicht die Osmium-Posanilinmethode
anwenden konnte, und es sich schwieriger zeigte, aus dem zusammengebackten Sperma die Spermien zu isolieren.
Es gelang aber dies hier und da recht gut, und sie nahmen das Posanilin auf. In dieser Weise wurden anwendbare
Präparate erhalten. Ich werde nun zuerst die Spermien dieser Nereide beschreiben und dann diejenigen aus
meinem alten Präparate von Nereis diversicolor darstellen.

a. Nereis pelaglca L.

(Taf. XXIV, Fig. 14 -16.)

Diese Spermien gehören zu demselben Typus, welcher die meisten Polychäten-Spermien charakterisiert und
von mir bei verschiedenen Repräsentanten dieser Ordnung nachgewiesen worden ist. Mau erkennt an ihnen
(Fig. 14 und 15) einen ovalen Kopf, welcher im ganzen von auffallend geringer Grösse, weit kleiner als z. B. bei
den Spermien von Nephthys, Glycera, Olycinde, Brada, Ophiodromus etc., dagegen wenig kleiner als bei denen von
Lepidonotus und Sabellaria ist, ferner ein Nebenkörperorgan aus vier ziemlich kleinen kugeligen Körnern und
einem Schwansfaden, der eine ziemlich geringe Länge hat und hinten in ein verhältnismässig langes, scharf ab-

l) Gustaf Eetzius. Zur Kenntnis der Spermien der Evertebraten I, Biolog. Untersuchungen, N. F., Band XI, 1, 1904. S. 6.


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