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zerfällt in den Oberschenkel, Unterschenkel und Fuss, und besteht aus 32 Knochen, a. Oberschenkelknochen, ist nur einer: 1) Os
femoris, Oberschenkelbein, b. Unter schenkelknochen, ossa cruris: 2) Tibia, Schienbein, liegt an der innern Seite, gegen die grosse
Zehe hin. 3) Fibula s. Perone, Wadenbein, an der äussern oder Kleinzehenseite. 4) Patella, Kniescheibe, e. Fussknochen, ossa pedis,
sind 28 und werden in die der Fusswurzel, des Mittelfusses und der Zehen eingetheilt. «) Fusswurzelknochen, ossa tarsi, sind 7: 5) Astra-
galus, Knöchel- oder Sprungbein;.6) Calcaneus, Fersenbein; 7) Os naviculare, Kahnbein; 8) Os cuneiforme primum, 9) secundum,
10) tertium, 1. 2. u. 3. Keilbein; 11) Os cuboideum, Würfelbein, ß) Mittelfus skno chen, ossa metatarsi, 5 Stück. 12—16) Ossa
metatarsi: für jede Zehe ein solcher Knochen, y) Zehenknochen, ossa digitorum pedis, verhalten sich wie an der Hand. 17—30) Ossa pha-
langum s. digitorum pedis, Zehenknochen. 31 u. 32) Ossa sesamoidea, Sesambeinc hen, an der grossen Zehe. Hiernach hält: der
Kopf 28, der Kumpf 53, die G liedm aas s en 132 (die obern 68, die untern 64) Knochen und es ist also die Summe aller Knochen
des Skelets 213 (ohne die 32 Zähne, aber mit den 6 Gehörknöchelchen). . Von diesen liegen 33 in der Mittellinie des Körpers (24 Wirbel, das
Kreuzbein, Schwanzbein, Grundbein, Stirn-, Sieb-, Unterkiefer-, Pflugschar-, Zungen- und Brustbein), sind also unpaar; die übrigen sind paarig und
befinden sich an den Seiten.
A. Ossa capitis, ft0])ffen0tj)ett.
Der knöcherne Kopf, der oberste Theil des Skelets, welcher sich mit dem ersten Halswirbel (durch
ginglymus) verbindet, zerfällt in die Hirnschale (cranium, calvaria, olla capitis, theca cerebri), eine ovale Kapsel
für das Gehirn mit dem Schädeldache und Schädelgrunde, und in das Gesicht (facies), zwischen dessen
Knochen sich Höhlen für die höheren Sinnesorgane und für wichtige Gefäss- und Nervenstämme befinden. Alle
Knochen, welche den Kopf bilden helfen, sind, mit Ausnahme des Unterkiefers, unbeweglich unter einander verbunden
(durch Synarthrose), die meisten der Hirnschale durch Ineinandergreifen ihrer zackigen Ränder (durch
sutura vera), die des Gesichtes durch blosses Aneinanderlegen rauher Flächen (durch sutura spuria s. harmoniu).
I. Ossa cranü, Knocfjen ber ^ttnfcf)Qfe,
Scf) tiö effmocljen.
Zu den Schädelknochen werden alle diejenigen gerechnet
, welche zur Bildung der das Gehirn
verwahrenden ovalen Kapsel beitragen. An
dem Schädel eines Erwachsenen findet man 7 solcher
Knochen, von denen das Grundbein durch Verschmelzung
zweier Knochen, nämlich des Hinterhaupts- und
Keilbeins, entstanden ist. Da die Schädelknochen zu
den platten oder gemischten Knochen gehören, so bestehen
sie meistens aus 2 Tafeln, von denen die äussere
dicke von der Knochenhaut (hier pericranium genannt)
überzogen ist, während an der innern dünnen, glatten
und wegen Armuth an Knochenknorpel sprödem und
brüchigem Tafel {tabula vitrea) die harte Hirnhaut,
dura mater, anhängt. Diese letzte, innere Tafel, welche
nach clem Gehirne sieht, zeigt von den Vertiefungen und
erhöhten Windungen desselben herrührende erhabene
Linien, juga cerebralia, und Eindrücke, impressiones
digitatae. In den sich an ihr vorfindenden baumartigen
Rinnen, sidci arteriosi, verlaufen die Arterien
der harten Hirnhaut (artt. meningeae), und in den kleinern
, rauhen, unregelmässigen und einzeln stehenden
Gruben liegen sogenannte Drüsen, glandulae Pacchioni
(d. s. pathologische Producte). Zwischen beiden Tafeln
befindet sich eine mehr oder weniger dünne Lage von
schwammiger Knochenmasse, diploe, welche ein
sehr flüssiges, von vielen Blutgefässen {venae diploicae)
durchzogenes Knochenmark mit. bäum förmig verzweigten
Canälchen für die grössern venae diploicae (c anales
diploici s. Bresclieti) enthält. Alle Schädelknochen
werden von bestimmten Löchern oder Canälen durchbohrt
, welche Nerven oder Gefässe durchtreten lassen,
und wenn sie für Venen {emissaria Santorim) bestimmt
sind, nicht selten fehlen.
1) Os frontis, Stirnbe in s. os frontale, coronale,
smcipitis, Vorderhauptsbein), mit: pars frontalis, na-
salis und partes orbitales.
a) Pars frontalis s. coronalis, Stirn theil, mit: margo
coronalis {sutura coronalis) und splienoidalis ; sutura frontalis
; sinus frontales, Stirnhöhlen (sich unter der mittlem
Nasenmuschel öffnend).
a) Superficies externa, conmxa, mit: tubera frontalia,
Stirnhöcker (Ossificationspuncte); — arcus superciliares, Augen-
brauenbogen (vom m. corrugator supercilii bedeckt); — glabella,
Stirnglatze (zwischen beiden arcus); — margo supraorbitalis,
Oberaugenhöhlenwand (von den Augenbrauen und m. orbicularis
palpebrarum bedeckt); — foramen oder incisura supraorbitalis,
Oberaugenhöhlenloch (für art., ven. u. nerv, supraorbitalis); —
Processus zygomaticus, Wangenfortsatz (verb. mit os zygomaticum);
— crista frontalis externa, äussere Stirnieiste (und Anfang der
linea semicircularis, zur Bildung des planum semicirculare).
ß) Superficies interna s. cerebr alis, concava, mit:
impressiones digitatae und juga cerebralia; — foveae glanduläres
(für Pacchioni'sche Granulationen); — sulci arteriosi (für
art. meningea anterior); — crista s. spina frontalis interna,
innere Stirnieiste (Anheftepunct für dura mater); — sulcus lon-
güudinalis (für sinus longitudinalis superior); —foramen coecum
(bisweilen offen und ein Venchen, emissarium Santorini, nach der
Nasenhöhle führend).
b) Partes orbitales, Augenhöhlentheile (Dach der
Augenhöhle), mit:
incisura
ethmoidalis (zur Aufnahme der
lamina cribrosa ethmoidal.); — margo internus (verb. mit
os ethmoid.), externus (verb. mit os zygomat. und ala magna
sphenoid.) und posterior (verb. mit ala parva sphenoid.) ; —-
margo supraorbitalis mit foramen supraorhitale (vid. pars
frontalis).
a) Superficies superior s. cerebrales, convexa, mit:
impressiones digitatae und juga cerebralia.
ß) Superficies inferior s. orbitalis, concava, mit:
Jossa s. spina trochlearis (für die trochlea des m. obliquus supe'
rior); — fovea lacrymalis (für die Thränendrüse); — iiicisurae
ethmoidales am innern Eande (bilden mit der lamina papijracea die
foramina ethmoidalia für art, ven. und nerv, elhmoidalis)-
c) Pars s. processus iiasalis, Nasen theil (Vfurzel der
Nase) mit: incisura nasalis (für ossa nasi); — spina nasa^is
(für Nasenbeine); — alae laterales (für os nasi und eth-
moid.); — Oeffnungen der sinus frontale*.
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