Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., TF 2014/26
Bock, Carl Ernst
Hand-Atlas der Anatomie des Menschen: nebst einem tabellarischen Handbuche der Anatomie
Berlin, 1864
Seite: 10
(PDF, 50 MB)
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Anatomische Literatur

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/bock1864/0028
2) Fossa cranii media, mittlere Schädelgrube, ist seitlich zur Aufnahme der mittlem Lappen des
grossen Gehirns bestimmt, in der Mitte liegt das chiasma nervorum opticorum, das infundibulum und die
corpora mammittaria (Theile an der Basis des grossen Gehirns). Sie wird gebildet von der innern Fläche
des Körpers und der grossen Flügel des Keilbeins, der pars squamosa und vordem innern Fläche der
pars petrosa der Schläfenbeine. Ihre vordere Gränze sind die scharfen hintern Ränder der kleinen Flügel
des Keilbeins, die hintere bilden die anguli petrosi der Felsentheile und die Sattellehne, so dass also diese
Grube in der Mitte enger und höher ist, als zu beiden Seiten. Im Mittelpuncte liegt auf der obern Fläche
des Keilbeinkörpers die sella turcica mit der [fossa pro glandula pituitaria, die processus clinoidei medii und
posteriores. An der Seite dieses Körpers, zwischen ihm und der Spitze des Felsentheiles sieht man den Ausgang
des canalis caroticus, von welchem der sulcus Vidianus an der vordem Fläche der pars petrosa gegen
den Tiiatus canalis Fallopiae läuft, in welchem der nerv. Vidianus superficialis aufsteigt. Ganz in der Nähe dieses
hiatus ist die apertura superior canalis tympanici. Vorn in dieser Grube, zwischen den grossen und kleinen
Flügeln des Keilbeins, befinden sich: die ßssurae orbitales superiores, durch welche das 3. (nerv, oculo-motorius),
4. (n. trochlearis), der 1. Ast des 5. (ramus ophthalmicus n. trigemini) und das 6. (n. abducens) Gehirnnervenpaar in
die Augenhöhlen treten. Aus diesen in die Schädelhöhle läuft durch diese Fissur die ven. ophthalmica cerebralis zum
sinus cavernosus. Gleich unter jeder obern Augenhöhlenspalte zeigt sich das foramen rotundum, welches den

2. Ast des 5. Nervenpaares (n. maxillaris superior) in die fossa spheno-maxillaris leitet. Nach hinten und aussen
folgt auf dieses runde Loch das foramen ovale, für den aus dem Schädel gegen den Unterkiefer herablaufenden

3. Ast des 5. Nervenpaares (j-am. maxillaris inferior), und das foramen spinosum für die heraufsteigende ort.
meningea media.

3) Fossa cranii posterior, hintere Schädelgrube, ist die grösste dieser 3 Gruben und nimmt das
ganze kleine Gehirn auf. Sie wird gebildet: von der hintern Fläche des Felsentheiles, der innern Fläche
der pars mastoidea des Schläfenbeins und des Hinterhauptbeins, so dass sie vorn durch den angvlus pe-
trosus, hinten durch den sidcus transversus begränzt ist. In ihrem Mittelpuncte fällt das foramen magnum auf,
durch welches das Rückenmark und die artt. spinales herab-, die nervi accessorii Willisii (11. Gehirnnervenpaar)
und artt. vertebrales heraufsteigen. Vorn und zur Seite dieses Loches liegen die processus anonymi, die foramina
condyloidea anteriora (für den nerv, liypoglossus), die fossa p>ro medulla oblongata und die foramina jugularia, in
welche sich zu beiden Seiten der sulcus transversus endigt und durch welche der nerv, glosso-pharyngeus (9. Nervenpaar
), vagus (10.), accessorius Willisii (11.) und die vena jugularis aus dem Schädel heraustreten. Ueber letztern
Löchern, an der hintern Fläche jedes Felsentheiles, ist der meatus auditorius internus zu bemerken, in welchen
sich der nerv, facialis und acusticus (7. und 8. par cerebrale) begeben; neben ihm etwas rück- und auswärts ist
der aquaeductus vestibuli. An der hintern Wand dieser Höhle, gebildet von der innern Fläche der pars occipi-
talis des Hinterhauptsbeins, findet sich: die spina und crista occipitalis interna, an welcher die falx cerebelli anhängt
, und die lineae transversae, welche den sidcus transversus zwischen sich haben und zum Ansätze des tentorium
cerebelli dienen. Bisweilen öffnen sich hier, nahe am foramen magnum, noch die foramina condyloideaposteriora,
zum Durchgange für emissaria Santorini.

B. Das Gewölbe des Schädels, fornix cranii, wendet der convexen Oberfläche des grossen Gehirns
eine concave, glatte Fläche zu, an der man die sidci arteriosi, von den artt. meningeis herrührend, juga cere-
bralia und impressiones digitatae bemerkt, nebst kleinen Gruben für die Pacchioni'schen Granulationen, foveae
glandidares, und kleine Löcherchen (foramina parietalid) für emissaria Santorini. In der Mitte des Gewölbes
verläuft von vorn nach hinten der sidcus longitudinalis, welcher von der spina frontalis interna anfängt und sich
bis zur spina occipitalis interna s. eminentia cruciata erstreckt. Die Nähte sind auch hier Avie an der äussern Oberfläche
zu bemerken.

HL Die GcsichtsliÖhlCH, welche sich im Gesichtstheile des Kopfes befinden und durch Schädel- wie
Gesichtsknochen gebildet werden, sind entweder zur Aufbewahrung von Sinnesorganen oder von grösseren
Gefäss- und Nervenstämmen bestimmt.

1) Allgeilllölllcil, orbitae, cavitates orbitales. Sie liegen unter dem vordem Theile des Schädels
im obern des Gesichts, getrennt von einander durch die Nasenhöhle. Eine jede verbirgt in ihrem Innern den
Augapfel und gleicht einer horizontal liegenden, vierseitigen stumpfen Pyramide mit abgerundeten Winkeln,
deren Basis nach vorn und aussen gegen das Gesicht, die Spitze schief nach hinten und innen gegen die
Schädelhöhle gerichtet ist, so dass beide Augenhöhlen mit ihren Spitzen convergiren. Sie wird von 7 Knochen
zusammengesetzt, vom os frontis, sphenoideum, ethmoideum, zygomaticum, maxillare superius, lacrymale und
palatinum; sie ist gegen V 9'" lang. Die Beinhaut, welche sie auskleidet, heisst periorbita. — Die Basis der
orbita ist nach vorn und aussen gegen das Gesicht gerichtet und bildet ein längliches Loch, welches von
den wulstigen Augenhöhlenrändern, margines orbitales, begränzt wird. Der margo supraorbitalis wird vom
Stirnbeine gebildet und vom foramen supraorbitale durchbohrt, durch welches gleichnamige Gefässe und Nerven
aus der Augenhöhle zur Stirn treten. Den margo orbitalis externus bildet zum grössten Theil das os ^ zygomaticum
und nur wenig trägt der processus zygomaticus des Stirnbeins bei; gleich hinter ihm befindet sich oben
die fossa glandulae lacrymalis. Der margo infraorbitalis gehört dem Oberkiefer und noch zum Theil dem Wangenbeine
an;' unter ihm öffnet sich der gleichnamige Canal. Der margo orbitalis internus ist nicht scharf begränzt,
weil hier der processus nasalis des Oberkiefers mit dem Thränenbeine in die fossa lacrymalis zusammenstössr,
die sich nach unten in den Thränencanal, canalis naso-lacrymalis, fortsetzt. — Die Spitze der Augenhöhle,
sieht nach hinten und innen; in ihr befindet sich das foramen opticum, welches in die Schädelhöhle gegen die
sella turcica führt und den nerv, opticus mit der art. ophthalmica in die Augenhöhle lässt; rings um den Rand
dieses Loches entspringen die geraden Augenmuskeln. — Die obere Wand oder das Dach, lacunar orbitae, wird von
der untern concaven Fläche der pars orbitalis des Stirnbeins und ganz hinten von dem kleinen Flügel des Keil-


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