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IV. Art. tibialis postica, hintere Schienbeinarterie. \
Sie läuft mit dem m. tibialis posticus an der hintern Fläche \
des Untersehenkels herab, schlingt sich hinter dem innern Knö- \
chel herum in die Fusssohle, und endigt sich hier in die beiden j
artt. plantares.
a) Zweige der art. tibialis postica am Unterschenkel. <>
1) Art. peronaea s. fibularis (communis), Waden- \
beinarterie; läuft am innern Rande der fibula herab und i
spaltet sich über dem äussern Knöchel in 2 Aeste.
a) Art. peronaea anterior s. perfor an s, welche das 5
lig. interosseum durchbohrt und in das rete malleolare externum \
eingeht. s
b) Art. peronaea posterior; läuft zur Ferse herab und <
bildet hier ein rete calcaneum. s
2) Art. malleolaris posterior interna; schlägt sich um j
den innern Knöchel vorwärts zum rete malleolare intemum. \
3) Art. itiallcolaris transversa (s. posterior externa);
läuft dicht hinter dem untern Ende der Tibia, vor der
tendo Achillis hinweg nach aussen, und hilft am äussern <
Knöchel das rete malleolare externum bilden.
b) Endzweige der art. tibialis postica in der Fuss- j
sohle. \
4) Art. plantaris interna, innere Fusssohlenarterie; \
läuft am innern Kande der Fusssohle ziemlich oberflächlich \
vorwärts und spaltet sich in mehrere Aestchen, von denen
die kleinern oberflächlichen mit Zweigen der art. plantaris
externa den
a) Arcus plantaris sublimis, oberflächlichen
Fusss ohlenbog en, für die Muskeln der planta pedis, bilden
. — Ein grösserer Ast der art. plantaris interna endigt als
b) Art. tibialis plantaris hallucis am innern Rande
der Sohlenfläche der grossen Zehe.
5) Art. plantaris externa, äussere Fusssohlen-
arterie; läuft zum äussern Rande des Fusses, hilft durch
oberflächliche Zweige mit der art. plantaris interna den
arcus plantaris sublimis bilden; gibt die
a) Art. plantari s digiti V. externa, für den äussern
Rand der kleinen Zehe, und fliesst mit dem ramus profundus art.
tibialis anticae zum
b) Arcus plantaris profundus, tiefen Fusssohlenboge
n, zusammen. Aus der Convexität dieses Bogens entspringen
:
«) Artt. digitales communes s. interosseae plantares (4
St.), welche in den interstüia interossea vorwärts laufen und
folgende Zweige abgeben:
aa) Artt. interosseae metatarsi perforantes; für die mm.
interossei.
ßß) Artt. digitales plantares, eine externa und eine interna
; für den äussern und innern Rand zweier neben einander
liegender Zehen.
Venae, llntoöcrn.
Venen werden diejenigen blutführenden Gefässe genannt, welche das durch die Arterien in alle Theile und Haargefäss-
netze des Körpers geleitete Blut aus diesen zu den Vorhöfen des Herzens zurückführen. Sie hängen durch die Capillargefässe
unmittelbar mit den letzten, feinsten Endchen der Arterien zusammen und nehmen ihren Ursprung, wenn wir dem Laufe des
Blutes folgen, vom Herzen entfernt, aus den Capillargefässnetzen der Organe, als kleine, netzförmig anastomosirende Gefässchen
(Venenwurzeln), die nach und nach zu grössern und wenigem Zweigen zusammenfliessen, welche endlich durch öftere Vereinigungen
nur einige wenige grosse Venenstämme bilden. Da die Wände der Venen den durch die Zusammenziehung des Herzens
verursachten Druck des Blutes nicht unmittelbar auszuhalten haben, so sind dieselben weit dünner als die der Arterien (s.
über den Bau der Venen S. 52). Ausgezeichnet sind viele Venen durch Klappen, d. s. Duplicaturen der Innenhaut, zwischen
deren beide Blätter sich reichlich Bindegewebe von der Media aus einschiebt. Auch gibt es Venen, in denen die Musculatur übermässig
entwickelt ist (wie in den Venen des schwangeren Uterus), während dieselbe andern gänzlich fehlt (wie: den Venen derplacenta
uterina, der Hirnsubstanz und pia mater, der Blutleiter, der corpora cavernosa und Retina). — Unterschiede der Venen von
den Arterien. Ausser durch die Texturverschiedenheit der AVand und den entgegengesetzten Lauf des (dunkelrothen) Blutes
in den Venen zeichnen sich dieselben noch in mancher Hinsicht von den Arterien aus. 1) Die Venen sind weiter und zahlreicher
. Obgleich sie fast alle mit den Arterien verlaufen, so ist ihre Anzahl doch deshalb grösser, weil neben 1 Arterie öfters
2 Venen liegen und weil man dicht unter der Haut im Zellgewebe, wo keine grösseren Arterien zu finden sind, sehr viele
und nicht unbedeutende Venen antrifft, d. s. Hautvenen, venae subeutaneae s. superficiales. Hinsichtlich der Weite
kann mau annehmen, dass der Durchmesser aller Venen ungefähr noch einmal so gross ist, als der Durchmesser der Arterien;
deshalb muss auch das Blut langsamer in ihnen, als in den Arterien fliessen. 2) Die C o mmu nication en zwischen den Venen
sind weit häufiger und allgemeiner. Sie bilden vielfache Anastomosen, Geflechte und Netze, welche nicht nur zwischen den
kleinern und oberflächlichem Zweigen, sondern auch bei den grössern und tiefen Stämmen vorkommen. Vorzüglich zahlreich sind
die Venenanastomosen an den Stellen, wo der Lauf des Blutes leicht durch einen Druck gehemmt oder durch seine eigene Schwere
behindert werden könnte. Dies findet vorzüglich statt: in der Haut und zwischen den Muskeln, hauptsächlich der Gliedmaassen.
Wegen dieser Einrichtung kann der Blutlauf in den Venen selbst bei sehr bedeutenden Hindernissen fortbestehen. 3) Die Venen
verlaufen in mehr gerader Richtung, wodurch der Lauf des Blutes in ihnen mehr begünstigt ist, was nothwendig wird,
da die Zusammenziehung des Herzens weit weniger Einfluss auf die Fortschaffung des Blutes in ihnen hat, als in den Arterien.
4) Die Mehrzahl der Venen liegt der Oberfläche näher. Dies zeigen vorzüglich die vielen und grossen Hautvenen der
Extremitäten und die des Gehirns. 5) Viele Venen besitzen zahlreiche Klappen, während solche bei den Arterien nur an dem
ostium der art. pulmonalis und aorta vorkommen.
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