Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., TF 2014/26
Bock, Carl Ernst
Hand-Atlas der Anatomie des Menschen: nebst einem tabellarischen Handbuche der Anatomie
Berlin, 1864
Seite: 82
(PDF, 50 MB)
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Anatomische Literatur

  (z. B.: IV, 145, xii)



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12

II. Nervi spinales, Kücfcenmarftsneroen. (3i ober feftener 32 paare)*

Die Rückenmarksnerven zerfallen: in 8 Paare nn. cervicales Halsnerven; — 12 Paare nn. dorsales, Brustnerven; — 5 Paare nn.
lumbales, Lendennerven; — 5 Paare nn. sacrales, Kreuzbeinnerven, — und 1 oder seltener 2 Paare nn. coecygei, Steissbeinnerven. —
Ursprung: mit doppelten Wurzeln, einer vordem und einer hintern, von den vordem und hintern Strängen des Rückenmarks, wo sie mit den
Hörnern der grauen Substanz zusammenhängen. Die innern Fasern der vordem "Wurzeln gehen durch die Vorderhömer hindurch und kreuzen sich
in der commissura alba mit denen der entgegengesetzten Seite, um dann in den Vordersträngen aufwärts zu ziehen; die äussern Fasern der vordem
Wurzeln aber gehen eine solche Kreuzung nicht ein, sondern steigen im vordem Theil der Seitenstränge des Rückenmarks empor. Die Fasern der
hintern Wurzeln laufen theils in den Hintersträngen und den hintern Bündeln der Seitenstränge in die Höhe, theils gehen sie Verbindungen mit den
Ganglien der grauen Masse ein. Die vordere Wurzel (mit Bewegungsfasern) ist die schwächere (die des 1. nerv, cervicalis ausgenommen) und
tritt aus dem sulcvs lateralis anterior hervor; die hintere stärkere Wurzel (mit Empfindungsfasern) kommt im sulcus lateralis posterior zum Vorscheine
(zwichen beide kommt das lig. denticulatum zu liegen). — Verlauf der Wurzeln innerhalb des canalis spinalis: die vordem und hintern
Wurzeln, von der arachnoidea eingelullt, nähern sich allmälig einander; die der obern Spinalnerven treten unter einem rechten Winkel vom Rückenmarke
ab und laufen horizontal zu ihrem foramen intervertebrale (sind also kürzer als die untern); je mehr sie sich aber dem untern Ende des
Rückenmarks nähern, unter einem desto spitzigem Winkel treten sie von diesem ab und desto schräger und länger laufen sie im Rückenmarkskanale
herab, um zu ihrem Intervertebralloche zu gelangen. Jede Wurzel (welche mit der zunächst benachbarten oft durch einen dünnen Faden verbunden
ist) tritt dann durch eine besondere Spalte der dura mater in eine von dieser selbst gebildeten Scheide, wo das — Ganglion spinale s. intervertebrale
, ein länglichrunder, härtlicher, röthlicher Knoten, nur von der hintern Wurzel gebildet wird, dessen Grösse mit der Dicke der
Wurzel im Verhältnisse steht und an dessen vordere Fläche die vordere Wurzel sich nur anlegt (wie die kleine Portion des nerv, trigeminus an
das ganglion Gasseri). Die Knoten der Hals-, Brust- und Lendennerven liegen im foramen intervertebrale, die der Kreuz- und Steissbeinnerven
aber noch innerhalb des canalis spinalis, nahe am untern Ende des Sackes der dura mater. — Der Stamm jedes Spinalnerven, nach seiner
Bestimmung verschieden dick, spaltet sich bald, hinter dem ganglion spinale, in einen vordem und einen hintern Ast. — Aus dem nach aussen
sehenden Ende der Spinalnervenstämme geht ein feines Aestchen hervor, welches sich mit sehr zarten sympathischen Fasern vereinigt, durch das
entsprechende foramen intervertebrale in den Wirbelkanal zurückgeht und sich dort zu den Blutleitern und Knochen der Wirbelsäule begibt: nervi
sinuvertebrales. — a. Vordere Aeste: sind beträchtlich dicker als die hintern (nur die des 1. und 2. nerv, cervicalis ausgenommen), plattgedrückt
nnd mit einem Faden des nerv, sympathicus aus dessen nächsten Ganglion verbunden, der durch den Stamm zum ganglion spinale gelangt. Sie
wenden sich nach vorn und aussen, vor die processus transversi (und os sacrum), und vereinigen sich hier entweder durch einen auf- und einen
absteigenden Verbindungsast mit dem nächsten Spinalnerven (eine Schlinge, ansa, bildend), oder gehen unter spitzem Winkel ganz an den nächstfolgenden
über. An den nn. dorsales kommen solche Verbindungen nicht zu Stande, dagegen sind sie an allen übrigen Spinalnerven vorhanden und
bilden so Geflechte, plexus nervorum spinalium. Die von den vordem Aesten abgehenden Nerven entspringen deshalb selten von einem nerv, spinalis
allein, sondern meistens aus einer ansa oder plexus. — b) Hintere Aeste: sind, ausser denen vom 1. und 2. nerv, cervicalis, weit dünner, dringen
zwischen den Querfortsätzen (oder foramina sacralia posteriora) nach hinten, stehen meist auch durch Schlingen mit einander in Verbindung und
verästeln sich nach kurzem Verlaufe in der Haut und den Muskeln des Hinterkopfes, Nackens, Rückens, der Lenden-, Kreuz- und Gesässgegend.

Uebersiclit der Spinalnerven,

I. Nervi cervicales

(8 Paar).

Sie treten hinter der art.
vertebralis, der erste zwischen
Kopf und Atlas, der letzte
zwischen dem 7. Hals- und
1. Brustwirbel hervor.

a) Die vordem Aeste der
4 obern Halsnerven sind
weit dünner, als die der 4
untern und bilden durch
die 1.—4. arisa cervicalis
den plexus cervicalis.
— Die 4 untern Halsnerven
bilden mit dem ra-
mus anterior des 1. Dorsalnerven
die 5.—8. ansa
cervicalis und den plexus
br aclxi alis.

ß) Die hintern Aeste, von
denen die der beiden ersten
Halsnerven" am stärksten,
verbreiten sich in den
Nackenmuskeln.

II. Nervi dorsales

(12 Paar).

Der erste kommt zwischen
1. und 2. Brustwirbel, der
letzte zwischen 12. Brust- u.
1. Lendenwirbel hervor. Sie
nehmen vom 1. zum 9. an
Stärke etwas ab und vom
10.—12. wieder zu.

«) Die vordem Aeste treten
als nervi intercos-
tales in die Zwischen-
rippenräumc und spalten
sich in einen äussern und
einen innern Zweig. Die
äussern Zweige des 2.'—7.
Intercostalnerven sind nn.
cutanei pectoris, die des
8. —12. cutanei abdomi-
nis. Die innern Aeste des
2. — 7. sind die nn. in-
tercostales anteriores, die
des 8. —12. muscvlares
abdomiräs.

ß) Die hintern Aeste verbreiten
sich mit einem ra-
mus externus und internus
in der Haut und den Muskeln
des Rückens.

III. Nervi lumbales

(5 Paar).

Der erste tritt zwischen 1.
und 2. Lendenwirbel, der
letzte zwischen 5. Lendenwirbel
und os sacrum hervor
.

cc) Die vordem Aeste,
welche vom 1. zum 5. an
Stärke zunehmen, bilden
5 ansäe lumbales, von denen
die 3 obern (oder der
2.—4. nerv, lumbal.) zum
plexus lumbalis zusammenfassen
.

ß) Die hintern Aeste verbreiten
sich in der Haut
und den Muskeln der Lenden
- und Gesässgegend
{nn. cutanei glutaei posteriores
superiores.)

IV.

Nervi sacrales

(5 Paar).

Sie treten durch die foramina
sacralia, der letzte
zwischen os sacrum und coc-
cygis hervor.

«) Die vordem Aeste,
welche vom 1. zum 5. an
Stärke abnehmen, kommen
durch die foramina sacralia
anteriora hervor und
treten zu 5 ansäe sacrales
zusammen, von denen
die 1. und 2. ansa mit
dem 4. und 5. nerv, lumbalis
denplexus ischia-
dicus s. sacralis, die
3. u. 4. ansa den plexus
pudend alis, und die 5.
mit den nn. coecygei den
plexus coecygeus bildet
.

ß) Die hintern Aeste,
welche vom 1. zum 5. an
Stärke zunehmen, bilden
einen plexus sacralis
posterior aus dem nn.
cutanei glutaei posteriores
inferiores entspringen.

V. Nervi coecygei

(1 oder 2 Paar).

Sie kommen aus der Spitze
des von der dura mater im
canalis spinalis gebildeten
Sackes, und zwischen os coc-
cygis u. ligg. sacro-coccygea
postica hervor.

«) Die vordem Aeste,
bilden mit der letzten a?isa
sacralis und Fäden des
ganglion coecygeum den
plexus coecygeus, aus
welchem 4 — 5 nn. ano-
coecygei entspringen.

ß) Die hintern Aeste treten
mit den hintern Aesten
der Sacralnerven zum
plexus sacralis posterior
zusammen.

A. Nervi cervicales, ijafsrieioen (8 paare).

I. Nerv, cenicaiis prinius {s. suloccipitalis, Aschianus);
entspringt "bisweilen nur mit einer Wurzel und tritt mit seinem
et) ram. anterior theils zu den mm. recti capitis antici
und lateralis, theils bildet er mit dem 2. Halsnerven die ansa

\ cervicalis I. — ß) Der ram. posterior geht zu den mm.
\ recti capitis postici, obliqui, complexus und biventer.

II. Nerv, cmicalis sccundiis. Sein «) ram. anterior
\ hilft durch einen aufsteigenden Zweig die ansa cervicalis I.,
\ durch einen absteigenden die ansa cervicalis II. bilden,
| Sein ß) ram. posterior gibt den


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