Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., TF 2014/26
Bock, Carl Ernst
Hand-Atlas der Anatomie des Menschen: nebst einem tabellarischen Handbuche der Anatomie
Berlin, 1864
Seite: 99
(PDF, 50 MB)
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Anatomische Literatur

  (z. B.: IV, 145, xii)



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die Gieskannen- und Ringknorpel; 8) ligg. capsidaria
cartilaginum Santorinianarum, die Santorini'scken und Gieskannenknorpel
; 9) Mg. thyreo - epiglotticum, den Kehldeckel
und Schildknorpel.

y) Sie dienen zur Tonerzeugung und bilden zwischen
sich die Stimmritze, glottis, d. s. die Stimmritzenbänder
, Stimmbänder, nämlich: 10) die ligg. thyreo-ary-
taenoidea superiora (s. ventriculorum), ein rechtes und ein
linkes, und 11) ligg. thyreo-arytaenoidea inferiora (s. glot-
tidis, chordae vocales).

c) Muskeln des Kehlkopfs. Ausser dem m. hyo- und
sterno-thyreoideus (s. S. 36) gibt es noch: 1) M. crico - thyreoi-
deus (paarig); an der vordem Wand des Kehlkopfs, vom Bogen
des Ringknorpels, zum untern Rande des Schildknorpels. —■
2) M. crico - arytaenoideus posticus (paarig); an der hintern
Kehlkopfwand von der Platte des Ringknorpels zum tuberculum
des Gieskannenknorpels. — 3) M. crico - arytaenoideus lateralis
(paarig); an der Seite des Kehlkopfs vom seitlichen obern
Rande des Bogens der cartilago crieoidea zur äussern Fläche
der Basis des Gieskannenknorpels. —■ 4) Mm. thyreo - arytae-
noidei (paarig); liegen dicht an der äussern Fläche der Stimmbänder
. — 5) M. arytaenoideus olliquus (paarig); geht an der
hintern Fläche des Gieskannenknorpels von der Basis der einen
zur Spitze der andern cartilago arytaenoidea. Diese Muskeln
schicken einige Bündel als m. ary - epiglotticus in dem gleichnamigen
Schleimhautbande zum Seitenrande des Kehldeckels. —
6) M. arytaenoideus transversus (unpaarig); liegt an der hintern
Fläche der Gieskannenknorpel von einem zum andern dieser

Knorpel epier herüber. — 7) M. thyreo - epiglotticus (paarig); tritt
von der innern Fläche des Schildknorpels zum Seitenrand des
Kehldeckels.

d) Schleimkaut des Kehlkopfs ist die ununterbrochene
Fortsetzung der Nasen- und Mundschleimhaut, und tritt von
der Zungenwurzel zunächst auf die Epiglottis herab, die ligg.
glosso-epiglottica (ein rechtes und linkes laterale und ein
medium s. frenidum epiglotticlis) bildend. Vom Kehldeckel aus
bildet sie nach den Gieskannenknorpeln hin die ligg. ary-epi-
glottica (bisweilen mit cartilagines Wrisbergianae), und im
cavum laryngis selbst macht sie zwischen den obern und untern
Stimmbändern eine sackförmige Ausstülpung, den ventriculus
Morgagnii, worauf sie sich in die Luftröhrenschleimhaut
fortsetzt. Sie besitzt in ihrem Bindegewebe sehr viele feine
elastische Fasern; ihr Epithelium ist auf der Epiglottis ein geschichtetes
Pflasterepithelium, jedoch fängt unterhalb des Kehldeckels
, über dem Rande des obern Stimmbandes, Flimmerepi-
thelium an. An der hintern obern Fläche des Kehlkopfs und.
auf der vordem der Gieskannenknorpel birgt die Schleimhaut
viele zusammengesetzte Schleimdrüsen, welche übrigens noch
reichlicher vorhanden sind als die einfachen. Schleimhautpapillen
finden sich nur auf den beiden Flächen des Kehldeckels und
in den obern Partien des Kehlkopfs.

e) Gefässe und Nerven des Kehlkopfs. Die Blutgefässe
sind: art. und ven. laryngea superior und inferior; die
Lymphgefässe sind zahlreich und treten zum plexus jugidaris.
Die Nerven sind Vagusäste: nerv, laryngeus superior und inferior
(s. recurrens).

B, fitifleroeitie öea iiegetatiuett febettö-

r. iltfjmungsorGane, Organa respirationis.

1) Luftröhre, trachea (s. arieria asperci). Sie liegt
dicht vor der Speiseröhre und vor dem 6. und 7. Hals - und
1. — 3. Brustwirbel, besteht an ihrer vordem convexen
Wand aus 17 — 20 Cförmigen (an ihren Enden bisweilen gespaltenen
) Knorpeln (annuli cartilaginei tracheae), die, kya-
linei Formation, mittels ihres Perichondriums und gelber fibrös
-elastischer Fasern {ligamenta interanmdaria) unter
einander zusammenhängen. Ihre hintere Wand ist platt
und nur häutig, denn sie wird aus der S chl eimh aut (welche
das Innere der ganzen Luftröhre auskleidet, viele traubige
Schleimdrüsen enthält und mit Flimmerepithelium überzogen ist),
einer Schicht gelber elastischerLän genfasern und querer
Muskelfasern gebildet und hängt durch eine schlaffe Zellhaut
mit der Speiseröhre zusammen. — Das obere Ende der
Luftröhre hängt durch das lig. crico -tracheale mit dem Kehlkopfe
(Ringknorpel) zusammen, ihr unteres Ende spaltet sich
vor dem 3. Brustwirbel in einen rechten und linken Bronchus,
welche ganz die Structur wie die Luftröhre haben. An der
Spaltungsstelle (Bifurcation) sitzen viele schwärzliche Bronchial-
Lymphdrüsen. Die artt. sind tracheales superiores und inferiores,
anteriores et posteriores; die Nerven sind Zweige des vagus und
sympathicus.

a) Bronchus dexter, rechter Luftröhrenast; ist
kürzer und weiter als der linke, spaltet sich in drei Aeste
(für die 3 Lappen der rechten Lunge) und hat au seiner
vordem convexen Wand 6 — SC förmige Knorpel. Er
unter dem Bogen der vena azygos.

liegt

b) Bronchus sinister, linker Luftröhr enast; ist
länger und enger als der rechte, geht unter dem Aortenbogen
hinweg und spaltet sich blos in 2 Aeste; er besteht
aus 9 —12 Cförmigen Knorpeln. — Die Aeste beider
Bronchi verzweigen sich in den Lappen ihrer Lunge baum-
förmig in immer kleinere Aestchen, und diese heissen:

«) Bronchia, die nicht mehr Cförmige Knorpel und nur an
ihrer vordem Wand wie die Bronchi besitzen, sondern unregelmässige
Knorpelscheiben an allen Stellen ihrer Wand. Je mehr diese Bronchia
feiner werden, um so mehr verschwinden die Knorpel, dann die
Fleischfasern, hierauf auch die elastischen Fasern, und endlich bestehen
sie nur noch aus Schleimhaut und contractilen Zellgewebs-
fasem. Zuletzt endigen sie sich mit einem blinden blasigen Ende
und diese Enden sind die

ß) Lungenbläschen, Luftzellen, L un gen al ve olen,
vesiculae pulmonales, cellulae aereae, welche eine rundlich - eckige
Gestalt haben, in Häufchen dicht zusammengedrängt liegen (so ein
Läppchen bildend) und von einem Capillargefässnetze der art. pul-
monalis umsponnen werden. Die primären Lungenläppchen
(oder Trichter, inj'undibula) haben eine kurze kegelförmige Gestalt
und ihre Bläschen erscheinen nur als Aussackungen oder Ausbuchtungen
der Wand des Läppchens, so dass im Inneren desselben kein
weiteres Gangsystem zu finden ist. Auch an den in das Läppchen
sich einsenkenden Endstücken der feinsten Bronchialcanäle sitzen schon
Bläschen an. Die Wand der Lungenbläschen wird von einer äusserst
dünnen homogenen Membran gebildet, welche äusserlich von elastischen
Fasern, innen von einem nicht mehr flimmernden Epithelium
(aus kleinen rundlichen Zellen) bekleidet ist.

2) Lunge, pulmo, eine rechte, welche niedriger, aber
breiter ist und 3 Lappen (einen obern, mittlem und untern;
hat, und eine linke, schmälere und längere, mit 2 Lappen

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