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caroticus externus des Sympathicus und vom 3. Aste des Trige- j
minus). Es gibt 3 Paare:
a) Ohrspeicheldrüse, glandula parotis; dicht vor und unter
dem Ohre, mit dem ductus Stenonianus, der den m. buccinator in
der Gegend des 2. obern Backzahnes durchbohrt und sich in die
Backenhöhle öffnet. 5
1)) Unterkieferdrüse, glandula submaxülaris; unter und
hinter dem Unterkieferwinkel, mit dem ductus Whartonianus, der
sich entweder allein oder mit dem Ausführungsgange der folgenden
Drüse auf dem Boden der Mundhöhle, neben dem Zungenbändchen,
auf der carunnda subungualis öffnet.
c) Unterzungendrüse, glandula subungualis; vorn auf dem |
Boden der Mundhöhle, mit dem ductus Bartholinianus und den (6— •>
12) ductus Rimniani, die sich neben dem Zungenbändchen öffnen. ^
3) Schlundkonf, pharynx, d. i. der mit drüsenreicher, X
derber, von geschichtetem Plattenepithelium überzogener Schleim- \
haut ausgekleidete, musculöse Sack (Halbcanal), der vor den
5 obern Halswirbeln, hinter der Nasenhöhle, Mundhöhle und
dem Kehlkopfe aufgehangen ist, aus den 3 Paaren mm. con-
strictores pharyngis (mit quergestreiften Fasern) besteht und sich X
in die Speiseröhre fortsetzt.
Musculi constrictores pharyngis, Schlundkopfschnürer; i
sie stossen von beiden Seiten her in der Mittellinie der hintern >
Fharynxwand in die raphe s. Stria alba zusammen, und zerfallen X
nach ihren Anheftungspuncten in folgende Bündel: 1) M. constrictor i
superior, in: «) baseo-pharyngeus, ß) pterygo-pharyngeus, y) |
bueco-pharyngeus, und (?) mylo - pharyngeus, —2) M. constrictor <,
medius, in: e) cerato - pharyngeus, und l) Chondro - pharyngeus; — )
3) M. constrictor inferior, in: rj) syndesmo-pharyngeus, &) thyreo- \
pharyngeus, und i) crico-pharyngeus. l
4) Speiseröhre, Oesophagus. Diese fleischige, in der Ruhe X
stets zusammengezogene Röhre geht vom untern Ende des
Pharynx (6. Halswirbel) an, hinter der Luftröhre (etwas weniges
mehr links) herab und durch die hintere Mittelfellhöhle (anfangs
an der rechten Seite, dann vor der aorta thoracica) und das \
foramen oesophageum des Zwerchfells zum Magen. Sie besteht <
aus folgenden Häuten: a) Schleimhaut, die innerste, mit s
dickem geschichteten Pflasterepitheliurn, kleinen traubigen Schleimdrüsen
, vielen einfachen Papillen und zahlreichen Bündelchen >
contractiler Faserzellen, und in Längenfalten gelegt; — ß) \
Zellgewebshaut (Gefäss-, Nerven-, eigenthümliche Haut), X
d. i. eine Schicht lockeren Zellgewebes, welches die vorige und X
folgende Haut verbindet, und y) Muskel haut, mit einer
äussern Schicht aus Längenfasern, und einer innern Schicht
aus schräg laufenden Cirkelfasern. Im obern Theile der Speise- \
röhre sind die Muskelfasern quergestreifte animalische, nach j
unten werden sie allmälig (zuerst in der Ringfaserschicht) orga- >
nische und endlich sind sie nur contractile Faserzellen.
b. Chymificationsorgan, d. i. der Magen,
ventriculus, stomaehus.
An dem Magen ist benannt: der linke Theil, welcher an j
die Milz gränzt, Milz theil, portio splentca, mit dem Ma- X
g engrunde f'undus s. Saccus coecus, und dem Eingänge X
(von der Speiseröhre her) oder Magen munde, cardia (s.
ostiv/m oesophageum); — der rechte Theil oder Pförtner- l
theil, portio pylorica, mit dem Ausgange (in das Duodenum) j
oder Pförtner, pylorus (s. ostium duodenale), an welchem \
sich die Pförtnerklappe, valvula pylori, mit dem m.
sphineter pylori befindet; — die curvatura minor, oder der
obere kleinere coneave Rand. und die curvatura major, oder >
der untere, grosse und convexe Rand; — die vordere und
hintere Wand.
Magen häute: «) Seröse Haut, die äusserste, ist eine
Fortsetzung des Bauchfells und durch subseröses Bindegewebe
verbunden mit der — ß) Muskelhaut. Diese besteht
aus glatten Muskelfasern, welche theils in der Längsrichtung,
theils in circulärer Richtung verlaufen. Die Längsfaserschicht
ist die äusserste und die Fortsetzung der Läugenfasern des
Oesophagus; die Ringfaserschicht bildet eine von der Cardia
bis zum Pylorus hin zusammenhängende Lage und geht ohne
deutliche Grenze in die Ringfaserschieht des Oesophagus und
Dünndarms über. — y) Submucöses Bindegewebe, Zellgewebshaut
(Gefäss-, Nerven-; eigenthümliche Haut), eine
Schicht lockeren Zellgewebes zur Verbindung der vorigen und
folgenden Haut; — d) Schleimhaut mit Cylinderepithelium,
fast ganz aus Pepsin absondernden Drüschen bestehend.
Die Magenschleimhaut, welche mit der unterliegenden tunica
muscularis durch das submucöse Bindegewebe sehr locker verbunden
ist, besitzt eine ziemliche Dicke, ist sammetartig weich und je nach
ihrem Blutgehalt von gelbgrauer oder grauröthlicher Farbe. An ihrer
freien Fläche zeigen sich meist ganz flache, hanfkorn - bis linsen-
grosse Erhabenheiten, welche durch seichte Furchen von einander
geschieden sind. Gegen den Pylorus hin finden sich um die Oeffnungen
der Labdrüsen kleine zottenartige Erhebungen, welche stellenweise zu
niedrigen Fältchen zusammenfliessen (plicae villosae). Die Schleimhaut
ist mit einem Cylinderepithelium überzogen. An ihrer freien
Fläche bemerkt man zahllose kleine Grübchen: die Ausmündungsstellen
der Labdrüsen, in welche hinein sich das Cylinderepithelium
der Schleimhautoberfläche ein Stück weit fortsetzt. — An der Magenschleimhaut
lassen sich 3 Schichten unterscheiden, nämlich (von innen
nach aussen) die Drüsenschicht, die Muskelschicht und die
Zellschicht. — 1) Stratum glandulosum, die bei weitem dickste,
von Cylinderepithel überkleidete Schicht der Schleimhaut, besteht
zum grössten Theil aus den Labdrüsen, zum geringem aus der ge-
fässtragenden bindegewebigen Grundsubstanz, enthält aber ausserdem
noch Schleimdrüsen und Balgdrüsen. — a) Die Labdrüsen (eigentlichen
Magendrüsen), glandulae digestivae, sind einfache, cylin-
drische von einem feinen Capillarnetze umsponnene Schläuche von etwa
i/g'" Länge und i/so— 1lio" Dicke, mit abgerundeten, schwach kolbenförmig
sich erweiternden Enden, welche senkrecht zur Magenwand
stehen und dichtgedrängt und palissadenartig neben einander liegen.
Die Labdrüsen erstrecken sich durch die ganze Dicke des Stratum
glandulosum bis zu dem Stratum musculare der Schleimhaut. Die
Wandung derselben, welche leichte Ausbuchtungen zeigt, besteht aus einer
structurlosen Membran. An ihrer freien Fläche ist dieselbe nur gegen
die Mündung des Drüsenschlauches hin mit Cylinderepithelzellen, wie
sie sich auf der freien Schleimhautfläche finden, ausgekleidet. Der
übrige Theil des structurlosen Schlauchs ist mit zelligen Elementen
ausgefüllt. Diese zelligen Elemente sind die Labzellen, rundliche
oder polygonale, ziemlich grosse Zellen, mit einem oder zwei Kernen
und einem feinkörnigen Inhalte. Ausserdem finden sich, besonders
gegen den Grund der Drüsenschläuche hin, Zellkerne mit Kern-
körperchen, sowie eine feinkörnige Molecularmasse. —6) S chleini-
drüsen, glandulae mueiparae, finden sich nur in der portio py-
lorica des Magens und sind dadurch charakterisirt, dass sie aus
einem gemeinsamen Ausführungsgang mit mehreren schlauchartigen
Enden bestehen und dass alle diese Theile mit einem zusammenhängenden
Cylinderepithel ausgekleidet sind. Das Innere der Drüsenschläuche
enthält keine Zellen, sondern nur eine schleimige Masse, in
welcher Molecüle suspendirt sind. — c. Balgdrüsen, glandulae
lenticulares (geschlossene Follikel), kommen in sehr wechselnder Anzahl
in der Magenschleimhaut vor und gleichen ganz den solitären
Follikeln des Dünndarms. — 2) Das Stratum musculosum ist eine
dünne Lage, welche aus glatten, spindelförmig zu Bündeln vereinigten
Muskelfasern besteht. An der portio pylorica verlaufen dieselben
ausschliesslich in der Längsrichtung, im übrigen Magen vorwiegend
ringförmig. — 3) Das Stratum cellulosum besteht aus lockerem,
fibrillärem Bindegewebe, welches die Muskelhaut des Magens mit der
Schleimhaut verbindet und dessen Elemente mit der zwischen den
Labdrüsen befindlichen faserigen Grundsubstanz des Stratum glandulosum
zusammenhängen.
Die Blutgefässe sind: art. und ven. coronaria ven-
triculi sinistra und dextra (an der kleinen Curvatur), art.
und ven. gastro - epiploica dextra und sinistra (an der grossen
Curvatur), rami breves (am saccus coecus); die Lymph-
gefässe bilden oberflächliche und tiefe Netze. — Die Nerven
stammen aus dem Vagus und Sympathicus.
c. Chylificationsorgan, d. i. der Darmkanal,
canalis intestinalis.
a) Dünndarm, enger oder gewundener Darm, intestinum
tenue s. angustum. Er besteht aus denselben Häuten wie der
Magen, fängt am pylorus an, zieht sich mit vielen unregelmässigen
Windungen durch die regio umbilicalis und hypoga-
strica der Bauchhöhle und senkt sich in der regio iliaca dextra
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