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Copulation von Kützing mir in ihren Anfängen dargestellt*); von Thwaites
zwar in ihrem weiteren Verlauf beschrieben, aber, indem er eine Absorption
der Zellhäute der sich verbindenden Zellen annahm, gerade in ihrer wesentlichsten
Eigentümlichkeit nicht erkannt wurde **). Meine eigenen Beobachtungen
über die Copulation von Palmogloea habe ich schon im Vorausgehenden
angeführt ; die genauere Beschreibung des Vorgangs, nebst Bemerkungen
über die Species, an welcher die Beobachtung gemacht wurde, folgt im
Anhang.
2. Die copulirenden Zellen vereinigen sich mit Zurücklassung
der äusseren Haut, bloss von einer zarten inneren
Zellhaut bekleidet, direkt zur Bildung einer Fortpflanzungszelle
. Das Vorkommen dieses Falles ist nicht unwahrscheinlich, aber mit
Gewissheit noch nicht ermittelt.
3. Die copulirenden Zellen verbinden bloss ihren (vom
Primordialschlauch begrenzten) Inhalt um die Fortpflanzungszelle
zu bilden; die aufspringende Zellhaut wird zurückgelassen
. Hieher gehört sehr wahrscheinlich die Copulation vieler Diatomaceen f).
Die Art und Weise wie nach den Beschreibungen von Thwaitesff) der Zellinhalt
aus den sich spaltenden kieselhaltigen Zellhäuten hervortritt und, zwischen
den entleerten Schalen der Mutterzellen sich rasch vereinigend, die Kugelform
annimmt, lässt mit ziemlicher Gewissheit annehmen, dass hier die blossen
Inhaltsmassen sich verbinden. Ein etwa von einer inneren Zellhaut gebildeter
membranöser Verbindungskanal, innerhalb welches die Inhaltsmassen sich
*) Vorausgesetzt, dass dessen Palmogloea Meneghinii (tabulae phyco-
logicae 24. III) wirklich zu dieser Gattung und nicht zu Cylindrocystis
gehört.
**) Ann. and. mag. of nat. hist. 1849. p. 243. t. VIII. f. c. (als Coccochloris
Br ebissonii).
***) Vergl. p. 145. 210. und auf unserer Tafel I. die Fig. 1—40.
f) Vergl. p. 141.
-HO Ann. and mag. of nat hist 1847. p. 9. 343; 1848. p. 161.
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