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A. 102. Aus Mook's Sammlung. Dick in grobe, gelbe, stark mit schwarzem Pech durchtränkte Leinwand
eingehüllter Kopf. Gesichtszüge nicht zu erkennen.
A. 103. Aus Mook's Sammlung. Dick in gelbe, grobe Leinwandbinden eingehüllter Mumienkopf; die unteren
Schichten der Leinwand sind stark pechdurchtränkt. Auf dem Scheitel ist die Leinwandhülle
zerbrochen, und man erblickt hier längeres, welliges, mit schwarzem Pech hart zusammengeklebtes
Haar. Ebenso ist die Hülle am unteren Gesichtsrande abgebrochen und lässt hier besonders rechts
den Knochen des Unterkiefers frei zu Tage treten.
A. 104. Von mir in Theben von ägyptischen Bauern gekauft. Regelmässig in Binden und Lappen eingewickelter
Kopf. Auf dem Gesicht liegt ein grosser, bräunlicher Lappen, der die Gesichtszüge undeutlich
hindurchscheinen lässt; der Hirnschädel ist von schwarzen Binden umzogen.
A. 105. Von mir in Theben von ägyptischen Bauern gekauft. Mumienkopf, dessen eng anliegende Leinwandumhüllung
die Gesichtsformen im Ganzen gut wiedergiebt, und diese "Wiedergabe noch durch Bemalung
erhöht. Augenbrauen und Wimpern, sowie Pupille sind schwarz, die Ränder der Nasenflügel
und Lippen roth aufgemalt. Ein rother, kirschkerngrosser Fleck ist an der Stelle zwischen den weit
nach innen reichenden gemalten Augenbrauen gemalt, und ein gleicher auf dem Kinn. 1 bis 1 y2 cm
über den Augenbrauen zieht eine röthliche Querbinde, die 1 cm höher von einer nur 2 cm breiten,
gelben Querbinde bedeckt ist, über die Stirn. Ueber diesen Binden rothbraune Bemalung; hier sind
die freiliegenden, lockigen, dunkeln, mässig langen Haare durch den harzigen Ueberzug festgeklebt.
A. 106. Von mir in Theben von ägyptischen Bauern gekauft. Mumienkopf, dessen Gesicht in sehr grobe
Leinwand eingehüllt ist, während am Oberkopf die kurzgelockten (krausen) dunkeln, durch Pech
verklebten Haare frei liegen.
2) aus Grizeh.
Von mir am 29. März 1875 am Fusse der grossen Pyramide von ägyptischen Bauern gekauft. Aus
der Mastaba-Anlage östlich von der grossen Pyramide. Keine Leinenhüllen; Haut in der Augen-,
Nasen- und rechten Schläfengegend abgestossen, sonst brüchig, braun, hart. Kopf- und Barthaare
nicht nachzuweisen. Von den Zähnen sind nur die stark abgekauten, oberen Incisoren vorhanden;
alle übrigen Zähne sind intra vitam ausgefallen, Kiefer stark geschrumpft. (Dabei der im Kopf-
Atlasgelenk abgebrochene Hals.)
Im Jahre 1869 von Herrn Henry Haas aus Paris am Fusse der grossen Pyramide gekauft und
später von demselben mir geschenkt. Am Schädel liegt grossentheils, besonders am Gesicht und am
Hinterkopfe, der Knochen frei; das Uebrige ist mit schmutzig-braunen, borkig-brüchigen Weichtheilen
bedeckt. Unterer rechter Orbitalrand zerbrochen, rechtes Jochbein fehlt.
3) aus Philae.
Aus Mook's Sammlung. Gesicht und Schädelbasis stark zerbrochen; Haut dünn, brüchig, auf dem
Kopfe gewelltes, 1 bis 2 cm langes, dunkles Haar.
Aus Mook's Sammlung. Mumienkopf, der mit sehr dicker, mehr als 20schichtiger Bindenmasse
haubenartig bedeckt ist. Nach Abnahme der nur locker aufsitzenden Bindenhaube kleben nur an
der Stirn noch einige Bindenreste an; im Uebrigen liegt die Haut, am Hinterkopfe stellenweise
auch der Knochen frei. Haut braun, hart, lederig, stellenweise wurmzerfressen. Auf dem Scheitel
und Hinterhaupte hier und da ca. 2 cm langes, kurzgelocktes, braunfuchsiges Haar. Gesichtszüge
wohl erhalten, Nase breitgedrückt, Nasenrücken flach, Jochbeingegend besonders rechts vorstehend.
Die Augenlider stehen wie schmale Lappen nach vorn vor. Im offenen Munde kommen die Schneidezähne
, sowie die schmale, bandähnliche Zunge zum Vorschein. Barthaare nicht nachzuweisen.
A. 107.
A. 108.
A. 109.
A. 110.
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