http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_03_1913/0050
Die heute noch das Bild der dicht gedrängten
Ortschaft bestimmenden Häuser
stammen meist aus den gewinnbringenden
Jahren der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Das große stolze Baumannsche Haus am Kirchplatz
gehört noch ganz in die Zeit des Rokoko
, während die Häuser zwischen der Neugasse
und Buchen, an der Steig und an der
Äußeren Schmidgasse aus den Jahren 1780
bis 1895 stammen.
Näheres über den Ort findet sich in: Die
Gemeinde Herisau im Kanton Appenzell A. Rh.
von August Engster, Pfarrer, 1870.
Auf Blatt 96 geben wir schließlich noch ein
paar Proben der Schmiedearbeiten, wie
sie die Appenzellerhäuser so reichlich schmücken.
An Haustür-Oberlichtern und Erdgeschoß -
fenstern finden sich überall einfachere und
reiche Gitterwerke, Treppengeländer kommen
dazu, ebenso die Glockenzüge neben der Haustüre
. Von geschmiedeten Wirtshausscbildern
in oft ausgezeichnet feiner Linienführung ließe
sich eine große Sammlung herstellen. Ganz
besondere Gelegenheit zu kleinen Meisterwerklein
aber bot den Schlossern die amtliche
Vorschrift, wonach sofort beim Ertönen des
Feueralarms jeder Hausbesitzer eine brennende
Laterne vor die Fenster hängen mußte.
In den Ortschaften findet man deshalb noch
fast an jedem Hause die dazu bestimmten
Arme, in deren Zeichnung oft noch das Wahrzeichen
des Hauses, das Abzeichen des Berufes
seines Besitzers oder sein Hauszeichen mitverarbeitet
ist.
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Giebel.
Gais (Kanton Appenzell).
XLVIII
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