http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_04_1925/0025
erst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. In
der Regel stand der Landmann dem Maurerhandwerk
fern, es fehlte ihm vor allem die
richtige Kenntnis der Steinverwendung. Neben
diesen Bauleuten arbeiteten oft auf mehrmonatliches
Engagement von privater Seite italienische
Stukkateure und S ehreinerges eilen, die
sich neben der Innendekoration auch mit der
Herstellung von Möbeln beschäftigten. Ganz
unter italienischem Einfluss sind im Lande die
barocken Kirchen des 18. Jahrhunderts entstanden
. Mit ihren kraftvollen Baumassen und
reichen Stuckarbeiten haben sie im kleinen
wohl zu mancher dekorativen Idee der Profanarchitektur
Anlass gegeben. Ebenso begegnen
wir in vielen Kapellen klassischen Säulenstellungen
norditalienischer Gotteshäuser, wie
z. B. in der ehemals Redingschen Dorfkapelle
in Brunnen. Für das Privathaus fällt vor allem
das Detail des Innenausbaues in Betracht, wir
finden da Schäfte mit italienischen Intarsienzeichnungen
, Zimmerfresken und weisse Stuckdekoration
mit südlichen Fruchtgirlanden und
Lorbeermotiven, Türklopfer, Damaste und Tapeten
italienischer Provenienz. An Italien erinnern
die zahlreichen mittelhohen Mauern, die
Güter und Strassen einfassen, die welsche Haube
als Turmbedachung u. a. m. Urkundlich lassen
sich bereits im 14. Jahrhundert Kastanienbäume
in Schwyz nachweisen, ihr Holz wurde
für Intarsien verwendet. Reminiszenzen aus
dem sonnigen Süden blieben übrigens bis in
die neueste Zeit eine fast alltägliche Erscheinung;
zahlreiche Offiziersfamilien, deren Angehörige
in Rom oder Neapel gedient hatten, suchten in
Haus und Garten Erinnerungen an ihre militärische
Heimat weiterzupflegen. In ähnlicher
Weise werden sich wohl auch in früheren Jahrhunderten
derartige Einflüsse geltend gemacht
haben, besonders, wenn der heimkehrende Söldner
selbst Bauherr war. Von Frankreich holte
der Lokalbau nur wenige architektonische Formen
. Fassadengliederungen im 18. Jahrhundert,
Mansardendächer und Treppenanlagen sind wohl
die einzigen Vertreter nach dieser Seite. Dekorativ
beeinflusste Frankreich vor allem die
Malereien der Holzvertäferungen am Ausgange
des 18. Jahrhunderts, das Mobiliar, das Schmiedehandwerk
, die Skulpturen der Holzverzierungen,
das Mobiliar der reichen Häuser und die Garteneinrichtungen
.
XXIII
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_04_1925/0025