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eckige Hof mit den sich gegenüberstehenden
Bauten bietet neben einer grösseren Übersicht
auch landwirtschafdiche Vorteile. Ein kräftig
profiliertes Gartengittertor führt nach dem ehemals
in französischem Geschmack angelegten
Garten.
Das ehemalige von Redingsche Wohn"
haus in der Laschmatt,
jetzt der Familie Schilter gehörend.
(Tafeln 8—n.)
Wahrscheinlich von der Familie Reding 1565
erbaut, blieb das Gebäude bis zum Jahre 1772
bei dem Redingschen Geschlechte, das auch
den Acher, zu dem die Laschmatt gehörte,
eignete. Die Besitzer des Hauses fügten des
öfteren zum Unterschiede von anderen Branchen
ihrem Namen diese Herkunftsbezeichnung bei.
Durch Verkauf, den der Vormund der einzigen
Tochter Feldmarschall Josef Ulrich Redings,
der späteren Ehefrau des Generals Theodor
Reding, besorgte, gelangte der Hof 1772 um
8000 gl. in den Besitz des Kirchenvogts Bernhard
Ulrich, dessen Tochter mit Hauptmann
Franz Johann Schilter verehelicht war. Seit
1810 wird die Laschmatt von der Familie Schilter
bewohnt. Es bleibt nicht ausgeschlossen, dass
die Besitzung früher Blastmatt hiess, nach einem
Geschlechte Blast, das im 16. Jahrhundert in
Schwyz noch ansässig war.
Das Gebäude, ehemals ein Blockbau, wurde
erst in neuerer Zeit verputzt. An der Aussen-
fassade gefallen uns besonders die schmucken
Holzgitterwerke an der Eingangslaube. Auch
die einfachen, aber sehr individuell gearbeiteten
Türen verdienen besondere Erwähnung. Die
originellen geschnitzten Fensterpfosten aus dem
16. Jahrhundert, die sich früher in der niederen
Wohnstube des ersten Stockes befanden, werden
heute in der Dachkammer des Hauses aufbewahrt
. Eine verwandte Bildhauerarbeit, eine
Madonna mit der Jahreszahl 1565, prangt immer
noch an der Südfassade des Wohnbaues. Hübsche
alte Kamine mit schlanken Ansätzen gehören
ebenfalls zu den Spezialitäten dieses
gemütlichen und in seinem ehemaligen Äussern
recht gut erhaltenen Hauses. Statt des üblichen
vor dem Hause gelegenen Gartens legte man
hier, wie im nahegelegenen Acherhofe, diesen
nach der Ostseite an. Eine Ringmauer verlieh
dem Ganzen eine stimmungsvolle Intimität.
Das ehemalige
von Schornosche Wohnhaus
im oberen Feld, jetzt der Familie Tschümperlin
gehörend.
(Tafel 12.)
Landammann und Pannerherr Christoph
Schorno erbaute das Haus im Jahre 1566, doch
hatte schon sein Vater Pannerherr Hieronymus
auf dem Sitze gehaust. Eine geschnitzte Wappentafel
, hinter dem Ofen der mittleren Stube im
zweiten Stocke eingebaut, macht uns mit dem
Namen des Erbauers bekannt. Die Familie
v. Schorno bewohnte den Sitz bis zum Ende
des 18. Jahrhunderts. Als spätere Besitzer erscheinen
für kurze Zeit die Bellmont und Schnüringer
. 1801 wurden Haus und Hof von der
Familie Tschümperlin käuflich erworben.
Der umfangreiche Bau verdankt sein heutiges
Aussehen wohl einer Umbaute eines älteren
bäuerlichen Wohnhauses. Die Räume der älteren
Blockwandvorderseite, besonders im ersten und
zweiten Stockwerke, sind ausserordentlich niedrig
und heute ohne allen Schmuck. Es ist nicht
unwahrscheinlich, dass ein früheres Getäferwerk
schon frühzeitig entfernt worden ist. Durch
eine sehr feste Mauer von diesem ursprünglichen
Vorbau getrennt, erhebt sich der nach
rückwärts gelegene massive Steinbau vom Jahre
1598, wenn wir die Jahreszahl am nördlichen
Tor der Hofmauer auch für diesen Bau beanspruchen
dürfen. Hier hat angeblich Pannerherr
Schornos gleichnamiger Sohn im zweiten
Stock einen Saal herrichten lassen, dessen
heutiger Zustand uns nur mehr ein jämmerliches
Bild der einstigen Eleganz wiederzugeben
vermag. Noch bis in das vorige Jahrhundert
besass der durch zwei Stockwerke ragende Raum
eine sehr reiche und künstlerisch sehr wertvolle
Bemalung der Kalkwand wie der Holzdecke.
Heute erkennen wir nur mehr undeutlich die
üppigen Fruchtornamente, die sich mit ihren
buntgemalten südlichen Obstarten vom grünweißen
Untergrund besonders vorteilhaft abheben
. Eine Spitzbogentüre und die grossen
Doppelfenster geben dem Räume günstiges
Licht. Wie eine Pergola mag das einstige Aussehen
der Decke den Besucher an südliche Vorbilder
erinnert haben. Dafür muten uns die
übrigen Zimmer wie Klosterzellen an, einzig
in den langen, mit schönen Ziegelböden gedeckten
Gängen lassen sich etwas vornehmere
Dimensionen erkennen. Aus dem späten 18. Jahr-
XXV
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