Augustinermuseum Freiburg i. Br., B 933/4
Das Bürgerhaus in der Schweiz (4. Band): Kanton Schwyz
Zürich, 1925
Seite: XXXI
(PDF, 21 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_04_1925/0033
Ökonomiegebäude. Die Säulen im Hofe des
Erdgeschosses standen ursprünglich frei. Im
Gegensatz zu anderen Schwyzerhäusern weist
die Schmiedgass verhältnismässig hohe und geräumige
Zimmer auf, deren Fenster ursprünglich
überall in elegant gespannte Bogenstellun-
gen eingelassen waren.

Das ehemals Ab-Ybergsche Haus
in der Waldegg,

jetzt Nazar v. Reding-Bibereggs Erben gehörend.

(Tafeln 41—43, 89.)

Erbaut wurde das Haus im Jahre 1618 von
Landessäckelmeister Sebastian Ab-Yberg-Jütz.
Es kam zu Anfang des 18. Jahrhunderts an die
Familie Wüörner, die es durch zwei Generationen
besass, ging dann durch Kauf 1776 an
den Statthalter Felix Ab-Yberg über, der es
im Jahre 1823 an Statthalter Xaver Jütz verkaufte
. Von diesem kam es durch Erbschaft, im
Jahre 1868, an die Familie Nazar von Reding-
Biberegg-Jütz, in deren Besitz es sich heute
noch befindet. Das Gut hiess früher die Murg.

Das Haus ist vom Erdgeschoss an in Block
erstellt und wurde bei einer gründlichen Renovation
im 18. Jahrhundert, unter Statthalter
Ab-Yberg, mit einer Mantelmauer versehen, der
leider die malerischen Klebdächer zum Opfer
fielen. Auch das Treppenhaus in seiner jetzigen
Gestalt hat Herrn Ab-Yberg zum Erbauer,
früher führte die Stiege in gerader Flucht vom
kleinen Keller aufwärts. Die letzte und glücklichste
Renovation war die vom Jahre 1907,
von Architekt Geiger geleitet. Sie gab dem
Hause wieder seinen alten Charakter, Klebdächer
, weisse Mauer mit bemalten Lisenen-
quadern usw. Zu verschiedenen Zeiten scheinen
Ausschmückungen einzelner Räume im Innern
des Hauses vorgenommen worden zu sein.
1696—99 wurde der Gartensaal mit der ge-
täferten und übertünchten Decke, in deren
fünf achteckförmigen Kassetten sich die alten
Malereien noch vorfinden, neu aufgerichtet. In
der grossen Stube des ersten Stockwerkes befindet
sich ein sorgfältig gearbeitetes Büfett
mit hübscher Einlegearbeit vom Jahre 1672 und
ein behäbiger Kachelofen von 1741. Eine reichere
Ausstattung scheint das Haus nie besessen
zu haben. Als eine geschmackvolle Anlage
aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verdient
der Garten erwähnt zu werden.

Das v. Redingsche Familienhaus

im Dorfbach.

(Tafel 44O

Das äußerlich sehr einfache, aber im Innern
ehemals doch herrschaftlich eingerichtete Bauernhaus
wurde vermutlich in der ersten Hälfte
des 17. Jahrhunderts vom späteren Landammann
Franz Reding erbaut. Es blieb seither stets
im Besitze der Familie. Da diese das Gebäude
aber schon lange nicht mehr bewohnt hat,
liess man es offenbar auch am nötigen Unterhalte
fehlen, und heute steht der Bau in trostloser
Verwahrlosung da. Vor wenigen Jahren
noch verkauften die Besitzer den letzten Rest
eines ziemlich gut erhaltenen getäfelten Wohnraumes
an das Kunstgewerbemuseum in Karlsruhe
. Der Verlust für die lokale Baugeschichte
ist um so empfindlicher, als die Intarsiaarbeit
eine in Schwyz sonst sehr wenig verwendete
Ornamentik aufweist. Füllungen mit so reichen
Blumenmustern finden sich im Lande für gewöhnlich
nur an Möbelstücken. Die übrigen
Innenräume haben bereits längstens ihr anfängliches
Aussehen verloren, wie auch eine zum
Hause gehörige Hauskapelle schon früh untergegangen
ist. Einzig der Hausgang enthält noch
die ursprüngliche merkwürdige fischgrätartige
Kalksteinmosaik als Bodenbedeckung, ähnlich
jener ornamentalen Pflasterung, die wir heute
bisweilen noch in alten Gartenwegen begegnen.
Die Spuren einer ehemaligen Innenbemalung
sind vollständig verwischt. An der Ostfassade
allein hat sich noch eine sgraffitoartige Fensterumrahmung
erhalten, die uns einigermassen ein
Bild des einstigen Aussehens der Fassade zu
geben vermag.

Der ehemals v. Betschartsche,
heute Reichlinsche Hof

im Immenfeld.

(Tafeln 45—51.)

Unzweifelhaft den malerischsten Sitz im
alten Schwyz hat sich die rasch zu grossem Ansehen
und Reichtum gelangte Familie der
späteren Reichsfreiherren von Betschart geleistet
. Laut dem Ab-Ybergschen Familienbuche
ist der Erbauer des ursprünglichen Hauses
Johann Sebastian Ab-Yberg, Sohn des Hauptmanns
Hans Ab-Yberg und der Magdalena
Dorer. Eine über der Türe der Renaissancestube
befindliche Jahreszahl 1637 dürfte dem

XXXI


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