Augustinermuseum Freiburg i. Br., B 933/4
Das Bürgerhaus in der Schweiz (4. Band): Kanton Schwyz
Zürich, 1925
Seite: XXXVI
(PDF, 21 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_04_1925/0038
schafft und dafür allerlei Zementgarnituren
aufgetragen. Immerhin gewähren uns die intakt
gebliebenen Bauformen noch einen richtigen
Einblick in die verständnisvolle Bauweise der
Bauführer von 1643. Mit der Häusergruppe an
der Westseite des Platzes besitzen wir hier eine
auf die ganze Umgebung äusserst harmonisch
abgestimmte Architektur, die mit ihrer geschickten
Fensterverteilung, den einfachen Dekorationen
, den originellen Lukarnen und den
massvoll ausladenden Dächern eine Zierde der
Ortschaft bildet.

Im oberen Hause wohnten ursprünglich die
Kyd, seit dem 18. Jahrhundert die Castell, die
bei Anlass einer Restauration auch ihr Wappen
über die recht geschmackvolle Eingangstüre
gesetzt haben. Im 19. Jahrhundert gelangte
das Haus durch Erbschaft in den Besitz der
Familie von Reding, die es heute noch besitzt.
Im Innern finden sich keine bemerkenswerten
Erinnerungen an die frühere Zeit.

Eine wesentlich reichere Ausstattung hatte
das untere Gebäude erhalten. Das Haus hat
von altersher einen recht regen Besitzwechsel
erlebt: 1643—171^ bewohnte es wahrscheinlich
die Familie Heller, 1719—50 folgten die Reding,
1751 gehörte das Haus Landammann Michael
Reichmut, 1764—97 den Gasser, 1797—1870
ununterbrochen den Castell. Von den letzteren
ererbten es die jetzigen Eigentümer aus der
Familie Schuler. Unter Salzdirektor Karl Gasser
erhielt das Haus seine heutige Fassade mit dem
hübschen schmiedeeisernen Balkon und den
schön geschwungenen Korbgittern. Sein Wappen
in der Bekrönung der Balkontüre trägt der Renovation
ihren persönlichen Stempel auf. Eine
wertvolle und sorgfältig restaurierte Renaissancestube
vom Jahre 1648 erinnert stark an ähnliche
Arbeiten im Grosshaus, im übrigen wurde die
ehemalige Raumeinteilung nach Möglichkeit beibehalten
.

Das ehemalige Büelersche,
heute Auf der Maursche Haus

im unteren Brüel.

(Tafel 58.)

Das gegenwärtige Haus wurde um 1680
von Johannes Kaspar Büeler, der auch die
schöne, ehemals zu dieser Hofstatt gehörende
Familienkapelle an der Strasse nach Brunnen
1683 erbaut hat, errichtet. Von Rektor Jost
Rudolf Büeler kaufte am 3. August 1725 Josef

Anton von Reding die Besitzung, um sie bereits
im selben Jahre wieder an den nachherigen
Landammann Franz Dominik Betschart weiter
zu veräussern. Von den Betschart kam das
Haus um die Mitte des 18. Jahrhunderts abermals
an die Reding, die bis Anfang 1800 Besitzer
blieben. Aus dem Nachlasse von Oberst
Werner von Hettlingen erwarb es sodann Kantonsrichter
Heinrich Wyss, durch dessen Tochter
Frau Elisa Auf der Maur die Besitzung 1869
an die Familie Auf der Maur überging.

Anfangs der dreissiger Jahre des vorigen
Jahrhunderts liess Heinrich Wyss den Wohnbau
durch Architekt Pfyffer v. Wyher gänzlich umbauen
, das heutige Aussehen geht ganz auf
diese Restauration zurück. Die gelungenen Renovationen
an den Nebengebäuden liess der gegenwärtige
Besitzer Major Gustav Auf der Maur
um 1904 ausführen. Es ist nicht uninteressant
zu sehen, wie in einer Zeit, da das Verständnis
für historische Bauformen recht beschränkt war,
die Renovationen an sich einfacher Bauten oft
recht glücklich ausgefallen sind. Balkon und
Verandaanlage passen sich hier sehr vorteilhaft
der Tradition an. Die anspruchslosen Innenräume
vertreten ganz den Charakter einer
Sommerwohnung mit hohen, luftigen Zimmern,
hellen Tapeten, kühlen, gut belichteten Gängen.
Ganz besondere Anerkennung verdient die hübsche
Treppenhauseinbaute, wie auch der Garten,
der eine für Schwyz seltene terrassierte Anlage
zeigt.

Das ehemals Büelersche,
heute Benzigersche Wohnhaus

im mittleren Feldli.

(Tafeln 67 u. 87.)

Der Ansitz wurde vermutlich von der
Familie Büeler erbaut. Nach den heute noch erhaltenen
Überresten zu urteilen, gehört der Bau
noch dem 17. Jahrhundert an. Seit dem Anfang
des 18. Jahrhunderts erscheinen die Reding aus
der Schmiedgass als Eigentümer des Hofes, 1739
wird Wolfgang Rudolf Reding Besitzer genannt.
Durch Heirat der letzten Erbin Magdalena Reding
v. Biberegg mit Oberst Carl Benziger 1845
kam der Hof an die Benziger, die heute noch
daselbst wohnhaft sind.

Die ehemals recht malerische Silhouette des
Hauses hat in den 1850er Jahren eine äusserst
unvorteilhafte Restaurationsperiode erlebt, bei
der die für Schwyz typische Anlage der Mo-

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