Augustinermuseum Freiburg i. Br., B 933/4
Das Bürgerhaus in der Schweiz (4. Band): Kanton Schwyz
Zürich, 1925
Seite: XXXIX
(PDF, 21 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_04_1925/0041
schiedenen Schweizer Seen darstellen, dort und
da begegnen wir an Decken auch hübschen
Stukkaturen.

Das ehemals Ab Ybergsche,
heute Kündigsche Haus

im mittleren Feldli.

(Tafeln 65—67.)

An Stelle eines früheren Baues, der der
Familie Schilter angehört hatte, erbaute unter
Beibehaltung der Grundmauern Generalfeldwachtmeister
Georg Franz Ab Yberg (f 1753)
1719 das heute nur noch in einzelnen Details
bemerkenswerte Haus. Um 1790 erwarb es aus
der Ab Ybergschen Erbschaft Landammann
Meinrad Schuler. Von dessen Tochter, Frau
Landammann Kündig, ging die Besitzung um
1813 an die Familie Kündig über, die heute
noch das freundliche Anwesen bewohnt.

Ursprünglich hatte der Bau ein wesentlich
herrschaftlicheres und auch künstlerisch vollendeteres
Aussehen. An Stelle der seitlichen
Giebeldächer hatte man zwei elegante Zwiebel-
dachtürmchen aufgerichtet, bemalte Lisenen und
Stockgurten fassten die Mauerflächen nach den
verschiedensten Richtungen ein. Die für Schwyz
einst nicht seltene Art von Einmauerung des
Gartens und des Eingangs gibt uns eine Ansicht
des ehemaligen Gebäudes wieder. Auch im
Innern hat der Bau die verschiedensten nachteiligen
Umbauten erhalten. Aus der ältesten
Zeit haben sich verhältnismässig am besten die
Stukkaturen im Gartensaal und die gediegenen
Türen erhalten. Letztere tragen breite Bandmuster
in Einlegearbeit und passen in ihrer
recht behäbigen Schwerfälligkeit recht gut in
die niedrigen Räume. Merkwürdigerweise trug
der Erbauer kein Bedenken, den niedrigen
Gartensaal mit den reichsten und wertvollsten
Stukkaturen zu verzieren. Porträtreliefs von
Mitgliedern des Kaiserhauses, dem er lange Jahre
treue Dienste geleistet, schmücken die Ecken.
In der Mitte prangt in eleganter, aber etwas
manierierter Auffassung das Ab Ybergsche Wappen
. Blumen und Rankenwerk sind von ausserordentlicher
Feinheit. Leider wurde der Saal
in neuester Zeit unterschlagen, so dass die Gesamtwirkung
dieser kunstvollen Dekorationsarbeit
vollständig verloren geht. Der rote Ziegelsteinboden
war hier von besonders kräftiger
Wirkung im Gegensatz zu den weissen Wandflächen
und dunklen Holzrahmen der eingelegten
Türen. In der äusseren Anlage erregt der Hof
unsere besondere Aufmerksamkeit, der charakteristische
weite Korbbogen des offenen Schopfes,
die originelle bunte Bemalung der Fensterläden
des Ökonomiegebäudes, der hübsche Brunnen
mit dem Schilterwappen, wie die zierliche Torbaute
verdienen alle Anerkennung.

Das ehemals Kydsche,
heute Benzigersche Wohnhaus

an der Herrengasse.

(Tafel 68.)

Der Erbauer des Hauses, General Franz
Josef Friedrich Kyd, hatte in sardinischen Diensten
seine Karriere gemacht. Er soll seinen
Landsitz um 1730 errichtet haben, nachdem das
alte Kydsche Stammhaus unterhalb der Strasse
offenbar zu bescheiden geworden war. Damals
gehörte die Liegenschaft, auf der das neue Haus
gebaut wurde, zum angrenzenden Weberschen
Hofe. 1775 starb der vermögliche Herr kinderlos
, seine Witwe folgte ihm 1785. Die Besitzung
kam für kurze Zeit an die Familie von Nideröst.
Von ihr erwarb sie um 1785 Landammann
Werner Aloys von Weber, dessen einzige Tochter
Maria Magdalena ihren Verwandten Landammann
Franz Xaver Weber ehelichte. Von der
Familie Weber gelangte der Wohnsitz 1881
durch Erbschaft an die Nachkommen der Frau
Josefine Benziger, geborene von Weber, und
deren Erbe.

Den ursprünglich fast quadratischen Grund-
riss hat Werner Aloys Weber durch verschiedene
bauliche Ergänzungen stark verändert. Von
ihm stammen die beiden nach rückwärts gelegenen
Flügelanbauten, die heutige Treppenanlage
nach der Strasse und die Hauskapelle.
In ihrer schlichten Einfachheit vertritt sie als
letztes noch vorhandenes Heiligtum dieser Art
diese früher so beliebten Stätten privater Andacht
. Der schmale gewölbte Bau enthält an
künstlerischem Schmuck einzig den perspektivisch
gemalten Altar, auf dessen vorderem
Altarblatt eine gute Ansicht des ehemaligen
Gebäudes dargestellt worden ist. An der Rückwand
ermöglicht ein Loggia auch kranken Hausbewohnern
den Messbesuch. Ehemalige Stoffbespannungen
, farbige Vertäferungen und andere
dekorative Ausstattungen gingen im Laufe der
Jahre zugrunde, sie sind um so mehr zu be-

xxxix


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