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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_buergerhaus_16_1925/0037
Davos-Dorf* zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
(Nach einer Zeichnung im Besitz von Herrn Oberstkorpskommandant Th. Sprecher von Bernegg.)

tien, vonspäteren Zeiten eingeschränkt wurde,
' so blieb die „Grosse Stube" doch in ihrer
freien und wohlräumigen, beiSelbstbewusst-
heit noch bescheidenen Sonderart unvergleichbar
, wie denn alles einmalig ist, was
in seinem eigenen Boden wurzelt. —
Davoser Von Resten alter bürgerlicher Baukultur
rgi7hajahrh. ist zwar in Uavos wenig genug erhalten geblieben
, es reicht aber doch aus, um einen
bestimmten, in der Mitte des 17. Jahrhunderts
hier ausgebildeten Herrenhaustyp zu
umschreiben. Was den Grundriss anlangt, so
ist er auch aus den bäuerlichen Traditionen
herausgewachsen. Wir finden gerade bei
älteren Bauernhäusern des Davoser Tales
(so etwa bei einem Sprecherhaus auf der
„Kumma" in Glaris) eine Anordnung, die der
Küche den Platz neben (nicht hinter) der
Stube an der Giebelseite anweist. Der Korridor
läuft dann hinter diesen beiden Räumen
quer zum First und damit ist, wie dies der
geographischen Lage entspricht, ein Bindeglied
zwischen dem Prätigauer und dem En-
gadiner Haus gegeben. Sowohl das alte
Pfrundhaus im Dorf, wie das Jenatsch-Haus
auf der inneren Horlaubenen und das Va-
lär'sche in den Brüchen sind nun dem Grundriss
nach nichts weiter als eine Erweiterung
dieser bäuerlichen Form durch Verdoppelung
, während das obere Jenatsch-Haus (Villa
Vecchia) sowie das Buol'sche Schlössli auf
der Oberwies sich an die dem Davoser
Bauernhaus ebenfalls geläufige Teilung in
Wohn- und Küchentrakt hält. Der Mittelkorridor
stiess auf die an der Rückfront angelegte
Treppe, die bei den Jenatsch-Häusern
ehemals in Wendelform geführt war. Der
ganze Baukörper dieses Davoser Herrenhauses
nun ist, mit den Prätigauer Sitzen
verglichen, stämmiger und fester, wie das
Holz dichter und kerniger wird, je höher am
Berg es wächst. Seine Gestalt ist zwar nicht
von der einfachen Grösse der Engadiner
Bauten, wie denn auch die Landschaft nicht
die einsamen Urformen hat wie das obere
Inntal. Aber der Typus ist untersetzt im Bau,
gesammelt in der Anlage, und besonders die
Gewölbesälchen, wie sie die Jenatsch-Häuser
auf der Bünda und den inneren Horlaubenen
aufweisen, bieten ein Bild gedrungener Kraft.
Die Gewölbe sind tief heruntergezogen, der
Grundriss dem Quadrat angenähert und die
Stuckgesimse und Profile derb und gross-
linig. Besonders die Art, wie im Jenatsch-
Haus auf den Horlaubenen der Kamin mit
den Voltitenwangen ausserhalb der Raumachse
mit einem sicheren Instinkt für Massenverteilung
hineingesetzt ist und dabei kühne

XXXV


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