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Christoffel S. v. G. stammen, der 1707 die Enkelin
des Erbauers heiratete. Mitte des 18. Jahrh. ging
das Haus durch Erbschaft auf Pannerherrn Nuttli
über, wurde 1820 von Oberst Christ gekauft und
im gleichen Jahr noch an Martin Oswald abgetreten
. Heute im Besitz dieser Familie. 1799 wohnte
hier Suwarow. Der Ofen in der Marschlinser Stube
stammt auch aus der Casa gronda, sign, von
Heinr. Pfau 1740. Malerei Christus und Apostel
(Pilaster), biblische Szenen (Füllungen).
Tafel 5. Haus Caprez (jetzt Geromini), erb. 1624 von
Pancraz v. Caprez (Datum und Initialen am südl.
Eingang), renoviert 1699. Steinhauerarbeiten ähnlich
denen an der „Casa gronda" an einem Bogenfenster
der Südseite. Init. N. v. C. 1699. In der
Nordostecke des H. Stockes Täferstube mit eingelegtem
Türgericht. Init. M. F. P. 1698 (anscheinend
der Frauenname). Hier steht das reiche Büffet mit
Init. E. v. K. 1699. Das Haus ist seit 1840 im Besitz
der Farn. Geromini.
Gartenhaus. Erb. 1710 von Joh. Gaud. und Christoffel
Schmid v. Gr. (den Söhnen des Hans Jak.)
aus dem Haus am Obertor. Von den Gabriel um
1850 verk. an Farn. Cadisch. In jedem Geschoss
ein Raum: im Parterre bemalte Kassettendecke,
im I. Stock kleines Holzgewölbe.
Anm. Die geneal. Angaben bez. der Häuser von
Ilanz verdanke ich ungedrucktem Material des
Herrn Gg. Casura, Ilanz.
Ruis.
Ta/ei 17. Oberes Deflorin-Haus (jetzt Ad. Cadalbert). Er-
Einf. xiu. baut um 1610 von Joh Simeon Deflorin (fünfmal
Landrichter), verin. m. Anna v. Capol. Allianzwappen
Deflorin-Capol mit Inschr. u. Datum 1612
über der Türe zu dem gewölbten Sälchen im II.
Stock. Im J. 1679 wurde das Haus durchgreifend
erneuert von Joachim Deflorin, verm. mit M. W.
Cabalzar. Rusticaportal mit Steinhauerarbeit nach
Art der „Casa gronda", jedoch gröber. Allianzwappen
Deflorin-Cabalzar. Datum 1679. Das Haus
ist nicht unterkellert. Treppenhaus nach hinten
angebaut. Täfer im I. Stock dat. 1671. Täferstube
in der Südostecke des II. Stocks aus der gleichen
Zeit. Origineller, sehr starker Perlstab. Büffet im
Rokokogeschmack übermalt. Initialen C. D. F. Um
1800 ging das Haus von den Deflorin auf die Familie
Cadalbert. In neuerer Zeit wurde ein Stockwerk
aufgebaut, wobei der First aus O. W. Richtung
in N. S. Richtung gedreht wurde.
Tafel 18. Casa alva (Deflorin), erb. i. J. 1662 von Joh.
Etnf- y'.*111' Simeon Deflorin d. Jüngeren, siebenmal Landrichter,
siJ[ III.
Hauptm. i. span. Diensten, Landeshauptm. i. Veltlin,
gest. 1688 (schöne Grabtafel an der Kirche); verm.
m. Faustina v. Salis. Allianzwappen Deflorin-Salis
über dem Eingang. Dat. 1662. Türgewände kräftig
profiliert.
Um 1830 gelangte das Haus in den Besitz der
Fam. Tschuor. Nun Tschuor und Curschellas.
Truns.
Der Hof. Der jetzige Bau wurde 1674—1675 von Tafel 18-24.
dem Disentiser Abt Adelbert de Medel unter Ver- EinXxkviXf"
wendung von Teilen des alten Hauses errichtet.
Die Malerei im Landrichter-Saal dat. 1678, das
Täfer im Abt-Zimmer 1682. Andere, ebenfalls gute
Täfer von 1697 und aus dem Anfang des 18. Jahrh.
Im Abt-Zimmer Wappen des Erbauers; auf zwei
Specksteinöfen Wappen von Abt Bernhard Frank
v. Frankenberg (reg. 1743—1763) und Abt Colum-
ban Sozzi (reg. 1764 — 1785). Hauskapelle. Um 1860
wurde der Hof an d. Fam. Cavegn verkauft.
Casanova-Haus (jetzt Carigiet). Erbaut 1769 Tafel21.22.30.
von dem L. A. u. Hptm. (i. sardin. Diensten) Jakob Einf- xx-
Christ. Casanova, der zusammen mit Balthasar
Demont i. J. 1794'95 die neue Strasse zwischen
Disentis u. Med eis ausführte (Angabe v. Hr. P. H.
Vincenz). Wappen u. Dat. über d. Portal. In der
Stube O fen aus Tavetscher Stein mit Allianzwappen
Casanova-Berther u. Init. I. C. C. u. M. B. B.
(Maria Barbara Berther) 1794. Jetzt i. Bes. d. Familie
Carigiet.
Somvix.
Haus Schmidt (jetzt Schuoler). Laut Inschr. er- Tafel 21,23-25.
baut 1767 von Landschreiber Schmidt. Küchen- Einf- Xm
trakt gemauert, die andern Teile des Hauses gestrickt
. Sprüche in deutscher Sprache. Gemalte
und geschnitzte Zierbänder. Bemalte Pfettenköpfe.
Die geschindelten Wasserschlaggesimse und das
Türvordächlein anfangs des 19. Jahrh. angefügt.
Damals wurden auch die Fenster vergrössert. Täfer
mit Rokokomotiven. Das Haus ist jetzt im Besitz
der Familie Schuoler.
Seewis i. O.
Haus Cadalbert. Erb. 1790 von L. A. Joh. Christ. Tafel 25. 26. 28.
Nuttli. Eigenartiges Täfer mit frei aufgelegter £. . 3X[ xx
Deckenrosette in der unteren Stube. Nun i. Bes.
der Fam. Cadalbert.
Lugnez.
Villa.
Demont-Haus. Lt. Inschrift nach einem Brand Tafel 26—29. 31,
i. J. 1666 von Marg. v. Schauenstein, Witwe des _. ®-
c.itxj, J\., A/A.
Junker Melchior von Mont für ihren Sohn Heinrich
erbaut. Fideikommiss. Das Täfer mit Kassettendecke
aus d. grossen Stube jetzt im Landesmuseum
in Zürich. Aus dem Saal (teilweise i. Turm) Gewölbe
mit Stukkatur ausgebrochen. Das Haus gehörte
nach den von Mont zeitweise den Vieli. Nun
im Besitz von Gg. Anton Demont.
XL
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