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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_museum_02/0029
Lucas Cranach.

LUCAS GRANACH ist unter den allerbekanntesten deutschen Malern
✓ des 16. Jahrhunderts, er steht an Popularität nur hinter Dürer
und kaum hinter Holbein zurück. Leicht scheint es ihn kennen zu
lernen, da Gemälde von seiner Hand überall gezeigt werden; schwer ist
es ihn gerecht zu beurteilen. Er wird heute mindestens ebenso stark
unterschätzt wie überschätzt; überschätzt von der allgemeinen Auffassung
die ihn mit Dürer und Holbein zu dem nationalen Dreigestirn vereinigt,
unterschätzt von einer schärfer blickenden Kritik, die seine Gemälde
mit anderen deutschen Schöpfungen vom Beginne des ib. Jahrhunderts
vergleicht und danach nur mit Verlegenheit von seiner Künstlerschaft zu
sprechen pflegt.

Die ursprüngliche Begabung des Meisters ging unter in der fabril
artigen Produktion, die er ansehnlich und ertragreich seit 1520 etwa
bis zu seinem Tode betrieb. Mühsam werden zwischen den sich allenthalben
aufdrängenden Proben seiner naturfremden Manier die Zeugnisse
seiner jungen Kraft gesammelt, um so mühsamer, wie die
Biographen keineswegs die frühen Arbeiten zum Massstab der späteren
nahmen, sondern umgekehrt verfuhren, zur Erkenntnis der eigentlichen
Kräfte ihres Helden nie durchdrangen, sich mit der bekannten
Biographenliebe in die Manier der Spätzeit verliebten und am Ende
mit Verwunderung und ohne Verständnis vor den einzig gesunden Schöpfungen
der Frühzeit standen.

Zur Erklärung der offenkundigen Lahmheit und Leblosigkeit in
vielen, durch die Signatur beglaubigten, Arbeiten Cranachs boten sich
namentlich zwei freundliche Wendungen. Die eine Wendung lautet
etwa: dieses Gemälde ist durch Uebermalung, durch misslungene Restaurierung
seines Charakters und seiner Schönheit beraubt worden. Die
andere aber lautet: jenes Bild ist nicht von dem Meister selbst ausgeführt,
sondern in seiner Werkstätte von Schülern. Der Hinweis auf schlechte

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