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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/das_museum_07/0024
Velazquez, Don Baltasar und sein Zwerg.
Boston, Museum of fine arts.

Pareja in Longford-Castle hervorgehoben seien.

Von diesen auswärtigen Bildern trägt z. B. das
Bildnis des Olivares im Dorchester House alle
Merkmale der Frühzeit des Meisters; der vollen
zweiten Entwicklungsphase des Meisters gehört von
ihnen, ausser dem Mateos der Dresdner Galerie,
vor allen Dingen jenes Knabenbildnis des Infanten
Don Baltasar mit seinem Zwerge an, ein Bild von
fast erschreckender psychologischer Wahrheit, aber
auch von wunderbar satter Farbenpracht. Im Ueber-
gang zum dritten Stil des Meisters steht das Papstbildnis
in Rom. Das rot in rot und weiss in rot
gehaltene Bild ist fast schattenlos gemalt: ein Wunderwerk
der Pinselführung; zugleich ein Wunderwerk
der unmittelbaren Erfassung und Wiedergabe einer
starken Individualität in ihrer eigensten, nur leise
ins Typische erhobenen Wesenheit. „Alles übrige,"
so sagte man schon 1650 in Rom, „sei Malerei, dieses
Bild allein sei Wirklichkeit." In ihrem vollsten Glänze
aberzeigen die letzte Malweise des Meisters die Prinzessinnenbilder
in Paris und Frankfurt, wenngleich

die besten und ursprünglichsten Bilder
dieser Art sich doch auch in der
Madrider und der Wiener Galerie befinden
, die wir nach diesem nicht
mehr zu verlassen brauchen.

Seine Laufbahn als Bildnismaler
hatte Velazquez in Madrid 1623 mit
dem leider verschollenen Bildnis seines
Gönners, des Kanonikus Don Juan
de Fonseca y Figueroa begonnen, der
ein hohes Hofamt bekleidete. Dieses
Bildnis verschaffte ihm den ersten
Auftrag, den König zu malen. Die
Spanier erzählen, der ganze Hof sei so
entzückt von dem Gemälde gewesen,
dass der König befohlen hätte, alle
seineälterenBildnisse aus dem Schlosse
zu entfernen. Wie Alexander nur von
Apelles, wollte Philipp IV in Zukunft
nur noch von Velazquez gemalt sein.
Rasch nacheinander malte der junge
Meister den König als Brustbild, in
ganzer Gestalt und als Reiter. Da das
Reiterbildnis verloren gegangen, ist
das Porträt des Königs in ganzer Gestalt
(Prado Nr. 1070) am besten geeignet
, uns die Bildniskunst des Velazquez
in seiner ersten Madrider Zeit zu vergegenwärtigen
(Bd. VII Tf. 121). Der
König steht in der gerade 1623 neu
geschaffenen schlanken schwarzen Hoftracht
neben rot gedecktem Tische, auf
den er seine linke Hand stützt. Ausser
dem Tische sind keine Raumandeutungen
vorhanden; bei noch scharf von links einströmendem
Lichte fällt des Königs Schlagschatten
ins Leere des grauen Hintergrundes. Alles ist darauf
berechnet, die sorgfältig gemalte Gestalt des achtzehnjährigen
Herrschers plastisch und charaktervoll
hervortreten zu lassen.

An der Spitze der höfischen Bildnisse des Madrider
Museums, die die zweite Entwicklungsphase
des Meisters kennzeichnen, stehen drei Bilder, die man
als die drei Jäger bezeichnet hat (Bd.VII Tf. 137/139),
und drei andere, die man als die drei Reiter bezeichnen
könnte. Die drei Jäger sind König Philipp selbst, sein
Bruder, der Kardinal-Infant Ferdinand und Philipps
Sohn, der sechsjährige Prinz Don Baltasar. Jeder von
ihnen steht in kleidsamem Jagdanzug neben seinem
Hunde unter einem grossen Baume vor der weiten
Guadarrama-Landschaft. Das Räumliche kommt
hier voll zur Geltung, wenngleich das Licht der an
sich frisch und luftig behandelten Landschaft die
Figuren, die ihre volle Selbständigkeit behalten, noch
nicht völlig mitumfasst. Jede der Gestalten ist von

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