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verlockt, suchen allerdings nach Kräften diesem
Uebelstand abzuhelfen, indem sie Bilder anderer,
Hobbema verwandter Meister mit seiner Signatur
versehen oder Kopien und Fälschungen als echte
Hobbemas anzupreisen versuchen. Doch der Kenner
weiss dies und tritt jedem in Handel befindlichem
unter dem Namen Hobbemas gehenden Bilde von
vornherein mit berechtigtem Misstrauen gegenüber.
Ulrich Thieme.
Andrea del Verrocchio.
1435—i
z
wischen Donatello und seinem Enkel schul er herübergeworfen, das Gewicht des Körpers auf das
Michel Angelo steht als bedeutendster Meister rechte Bein verlegt — so ist diese Figur einheitlich
der italienischen Skulptur am Ende des
hunderts Andrea del
Verrocchio — bedeutsam
durch die
wundervollen Werke,
die er hinterliess, wie
durch den Einfluss,
den er auf die nachfolgende
Generation
von Künstlern ausübte
.
Verrocchio hat
erst verhältnismässig
spät der Skulptur
im Grossen sich zugewendet
: alle seine
plastischen Arbeiten
drängen sich in den
kurzen Zeitraum von
1472—1488 zusammen
.
Dem grösseren
Publikum pflegt gewöhnlich
nur das
Reiterstandbild des
Colleoni in Venedig
in der Erinnerung
zu haften. Seine anderen
Werke ziehen
das ungeübte Auge
nicht unbedingt an.
Wer sich aber aufmerksam
ihnen zuwendet
, wird beobachten
, welche aus-
1^. Jahr- vom Scheitel bis zur Zehe.
Dabei hat die Durcharbeitung
; des Kör-
persj besonders wenn
man das Muskelspiel
der jugendlich-eckigen
Arme ins Auge
fasst, an Naturwahrheit
das äusserste
erreicht.
Auch das Eigentümliche
in der Bildung
des Kindes hat
Verrocchio zu
fassen gewusst,
serordentlicheKennt-
nis des menschlichen
Körpers der Künstler in ihnen offenbart. Der
„David" des Bargello (1476) zeigt uns den Knaben
in ungezwungener Haltung nach vollbrachter That,
ihm zu Füssen Goliaths Haupt. Der jugendliche
Körper ist straff und sehnig, die Haltung energisch
und voll von Bewusstsein eigenen Wertes: die Linke
in die Hüfte gestemmt, der Kopf keck nach rechts
Verrocchio, David mit dem Kopfe des Goliath. (1476)
Bronze. Florenz, Museo Nazionale.
Photographie von Fratelli Alinari in Florenz.
er-
wie
keiner seiner Zeitgenossen
. Seine
Kindergestalten sind
derb und rundlich,
mit dicken Fleisch-
wulsten am Oberschenkel
und feisten
Aermchen, mit Grübchen
an den Händen.
Heiter schauen sie
in die Welt hinein
und gleichen eines
dem andern: das
Christuskind, das von
der Madonna an-
die Hand
zum Segen erhebt,
dem zum Schmuck
eines Brunnens bestimmten
Putto. Besondern
Ruhm ge-
niesst der „Knabe
geleitet
mit dem Delphin"
im Hof des Palazzo vecchio in Florenz (vgl. Abbildung
auf S. 17), welcher dahergelaufen kommt und
den Fisch mit seinen dicken Aermchen so presst,
dass das Wasser aus dem Rachen emporspritzt.
Wenn man die berühmte Gruppe des „Christus
und Thomas" betrachtet (vgl. Tafel 21), die in einem von
Donatello angefertigten Tabernakel an der Facade von
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