Augustinermuseum Freiburg i. Br., 1009/11
Das Museum: eine Anleitung zum Genuß der Werke bildender Kunst
Berlin, 11. Band.[1911]
Seite: 37
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Sebastiane» del Piombo. Heilige Familie mit Stifter.

London, National Gallery. Auf Holz, lebensgrosse Figuren.

Sebastiano del Piombo.

SOVIEL gewichtige Stimmen hatte selten ein Künstler
für seinen Ruhm aufzuweisen, wie Sebastiano
del Piombo: Michelangelo und Tizian, Ariost und
Aretino, die päpstlichen Medici haben seine Werke
über alles gelobt, und wenn die Geschichte ihm
Unrecht that und manche seiner schönsten Bilder
anderen grösseren zuschrieb, so gereicht ihm auch
das zum Ruhm, mit Giorgione und Raffael verwechselt
zu sein.

Sebastianos Biographie erzählt weniger von dem,
was er geleistet hat — Leben war diesem lustigsten
unter allen Malerfrates der Renaissance nicht gleichbedeutend
mit Arbeit — als was er erlebte, schaun
und hören durfte, „wovon er selbst ein Teil".
Durch die zwei führenden Schulen ist er gegangen:
die venezianische und die römische, beider Kräfte

suchte er in sich zu vereinigen, und am Leben der
Grössten dort und hier hat er Anteil, gebend und
empfangend, als Freund und Gegner. Sein Leben
spiegelt die Pracht der Hochrenaissance, die hohen
Gestalten der Künstler und Gönner, die grossen und
kleinen Leidenschaften, die in dieser verwirrend vielköpfigen
Schar bedeutender Menschen Strömungen
und Unterströmungen trieben.

Sebastiano Luciani ist um 1485 zu Venedig geboren
. Er hatte gerade seine Ausbildung bei Bellini,
dem grossen Meister der ganzen jüngeren Generation
vollendet, als Giorgione's Madonnen und seine
Fresken am neuerbauten Kaufhaus der Deutschen
das Jahrzehnte lange Mühen um Licht und Luft und
schönes Sein wie mit einem Schlage zu erfüllen
schienen: unerhört frei gezeichnete, traumhaftschöne


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