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-^35> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN <^^~
■PvRESDEN. Die Dresdner Kunstgenossenschaft hatte
unter ihren Mitgliedern eine Ideen-Konkurrenz
für den Bau eines Künstlerhauses ausgeschrieben.
Es waren rechtzeitig dreizehn Arbeiten eingegangen.
Als Hauptgewichtspunkt für die Zuerkennung von
drei Auszeichnungen (von Geldpreisen hatte man
bei dem vorläufigen Wettbewerb abgesehen) wurde
die originelle und zweckentsprechende
Anordnung
der geforderten
Räumlichkeiten im Grund-
riss betrachtet. Die;Aus-
zeichnungen erhielten:
Heinrich Straumer und
Kurt Francke, Schilling
und Gräbner, Rümpel
und Krutzsch. *
M
LUIS ALVAREZ
(gest. 4. Oktober)
ADRID. Der Maler
Luis Alvarez y
Catala istam 4.0ktober
gestorben. 1841 hierselbst
geboren, empfing der in
der Folgezeit zu den hervorragendsten
Vertretern
der zeitgenössischen spanischen
Malerei zählende
Meister seinen ersten
Kunstunterricht auf der Madrider Akademie. 1857
ging er zur Fortsetzung seiner Studien nach
Rom, dort als Zwanzigjähriger mit dem 1861
in Florenz ausgestelltem Bilde »Der Traum der
Calpurnia« seinen ersten grossen Erfolg erzielend;
1863 entstand das in den Prado gelangte Bild »Isabella
die Katholische in der Certosa von Burgos«.
Der in diesen Erstlingswerken hervortretenden Neigung
zur Historienmalerei ist der Künstler auch
späterhin vielfach gefolgt, in grossen figurenreichen
Kompositionen Scenen und Episoden aus der heimatlichen
Geschichte schildernd. Eine der glänzendsten
Schöpfungen dieser Art »Der Sessel Philipps II.«
(welches Gemälde den König auf einem natürlichen
Felsenthron in einer Gebirgslandschaft sitzend darstelltest
in die Berliner Nationalgalerie gelangt. Neben
solchen grossen Geschichtsbildern zählt zum Lebenswerk
des Verewigten auch eine Reihe von genrehaften
Darstellungen aus dem römischen Leben, die zumeist
in amerikanischen Privatbesitz übergegangen sind.
1891 kehrte der, abgesehen von zahlreichen Studienreisen
, ständig in Rom gebliebene Künstler, als Lehrkraft
an die Madrider Akademie berufen, in seine Vaterstadt
zurück und trat 1894 in die Direktion des Prado-
Museums ein, zu dessen Subdirektor er 1897 ernannt
wurde. Unter den mancherlei Ehrungen, die Alvarez
auch im Auslande zu teil wurden, sei die ihm 1892 verliehene
Mitgliedschaft der Berliner Akademie erwähnt.
DÜSSELDORF. Der in Danzig lebende Maler
Prof. Adolf Männchen ist an die hiesige
Akademie berufen worden. Erst jüngst brachte
unsere Zeitschrift in dem a. S. 548 d. vor. Jahrg.
reproduziertem Bilde »Todesstunde« eine Schöpfung
dieses 1860 zu Rudolstadt
geborenen Künstlers
, der,ausdem Kunstgewerbe
herausgewachsen
, sich als Lehrkraft
an den Hallenser und
Danziger gewerblichen
Schulen bereits aufs
beste bewährt hat. In
seinen malerischen
Schöpfungen versteht
es der Künstler, wie
dies das oben erwähnte
Bild beweist, auf durchaus
modernen Anschauungen
fussende Technik
mit doch strenger
zeichnerischer Durchführung
seiner Entwürfe
zu vereinen. ADOLF MÄNNCHEN
Die Kunst für Alle XVII.
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