Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 109
(PDF, 174 MB)
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-b-4^> WIE SOLLEN BILDER BEHANDELT WERDEN?

Blühender Hagibusch und Mondsichel, Fächerbild auf der Rückseite eines Wandschirmes,
ausgeführt in gemaltem, genadeltem Sammet

Zimmerluft trocken geworden, ist das Bild,
wenn es Falten bekommen hat, aufzukeilen.
In den Ecken des Blendrahmens befinden
sich Holzkeile; diese werden mit leichten
Hammerschlägen festgeklopft. Es ist hierbei
empfehlenswert, das Bild aus dem Rahmen
herauszunehmen, was sehr leicht zu bewerkstelligen
ist, da dasselbe nur durch wenige
davor geschlagene Nägel an demselben befestigt
ist. Oben, unten und an den Seiten
befinden sich meist Zwischenräume zwischen
Blendrahmen und Rahmen; bei jedem Hammerschlage
würde sich nun das Bild verschieben,
und der vom Rahmen bedeckte, schmale
Streifen ringsherum lädiert werden. Wird
das Bild wieder in den Rahmen gesetzt, so
ist es gut, das Verschieben ein für allemal
dadurch zu verhindern, dass man in der Breite
des Zwischenraumes zwischen Blendrahmen
und Rahmen zugeschnittene Korke auf den
Blendrahmen mit dünnen Stiften aufnagelt; es
genügen auf den Längsseiten je zwei, auf den
Schmalseiten je einer. Die Zeit nach dem
Anfangen des Heizens ist deshalb empfehlenswert
, weil im geheizten Zimmer der Feuchtigkeitsgehalt
der Luft geringer ist als im nicht
geheizten. Der Feuchtigkeitsgehalt hat in
doppelter Hinsicht Einfluss auf das Bild. Das
Holz, also der Blendrahmen, dehnt sich durch
Aufnahme von Feuchtigkeit aus; die Leinwand
verhält sich umgekehrt, sie zieht sich
dadurch zusammen. Es wirken also zwei
Faktoren für das Straffziehen der Bildfläche
bei feuchter Luft. Wird nun die Luft trocken,
so zieht sich das Holz zusammen und die
Leinwand dehnt sich aus; wieder wirken
beide Faktoren für das Faltigwerden. Die
straff gezogen erscheinende Bildfläche ist

normal, und ein stärkeres Gespanntsein fällt
dem Auge kaum auf, wohl aber das Faltigwerden
. Dieses macht sich in jedem Winteranfang
beim Trockenwerden der Zimmerluft
- zuweilen recht aufdringlich - - bemerkbar,
während im Sommer die feuchtere Luft das
Bild eben erhält. Jedenfalls darf das Aufkeilen
nicht mit der Vehemenz erfolgen,
dass das Bild einem gespannten Trommelfelle
gleicht.

Fig. 20. Japanische Dose (Inro) mit Sumpfpflanzen und
fliegenden Leuchtkäfern in ebener Goldlackarbeit

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