Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 115
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_05_1902/0135
VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN <^>-

im Dorfe« aus dem Museum in Magdeburg.
Ferner »Kind vor dem Schweinehofe«, »Blühende
Gräber«, mehrere Landschaften und eine grosse
Skizze in Pastell zu einem der Wandbilder im
Altonaer Rathause »Ankunft vertriebener holländischer
Protestanten«. Man fand auch eine
Menge Photographien nach Gemälden des
Künstlers, Skizzenbücher, Illustrationen und
anderes, kurz, man hatte hier einen Einblick
in die Arbeitsstätte eines ungemein thätigen
und lebhaften Künstlers gethan und denselben
den verschiedensten Gebieten seines Schaffens
kennen gelernt. Wir können nur wünschen,
dass es des öfteren einem grösseren Publikum
gestattet werden könnte, zu derartigen Atelierbesuchen
zugelassen zu werden. — Im Salon
»Neue Kunst*, früher »Bons Kunstsalon«, auf |
dem Paradeplatz, sahen wir eine Zahl Landschaften
und Figurenbilder unserer einheimischen
Malerin Margarethe Zechlin, unter
denen manches recht beachtenswerte und gutempfundene
Bild zu finden war, vor allem
zeichneten sich einige Landschaften recht vorteilhaft
aus. Marg. Zechlin ist eine Dame,
welche es ernst mit der Malerei meint, nur
möge sie sich hüten, alles oder zu vieles zu
wollen. <^>

MAGDEBURG. Vom Städtischen Museum
wurden fünfzehn diverse Zeichnungen aus
der jetzt hier stattfindenden Ausstellung von
Jugend-Originalen erworben. Es sind dies Arbeiten
von W. Caspari, Jul. Diez, R. M. Eichler, W. Georgi,
R. Germela, Otto Greiner, Fr. Hegenbart, Angelo
Jank, R. Kohtz, W. Püttner, Hans Rossmann, Heinrich
Vogeler, M. Wislicenus.

OERLIN. Endlich eine wichtige Ausstellung. Im
Salon Cassirer natürlich und zum Teil auch mit
französischen Bildern. Es ist allerdings ein Unterschied
, ob man dem Publikum wichtige Werke der
französischen Malerei zeigt oder Mittelmässigkeiten,
deren bester Vorzug darin besteht, dass sie brüh-

Fig-

Fig. 26. Eisernes Stichblatt (Tsuba) mit drei fliegenden
Kranichen. Achtzehntes Jahrhundert

27. Eisernes Stichblatt (Tsuba). Der Adler aus Bronze mit
Spuren von Vergoldung. Siebzehntes Jahrhundert

warm aus dem letzten »Salon« kommen. Man hat
schon genug von den einheimischen Durchschnittskünstlern
zu leiden — warum müssen auswärtige
importiert werden? Eine Pariser Plattheit ist nicht
mehr wert als eine Berliner. Aber Bilder von
Auguste Renoir zu sehen —■ das lohnt. Der
Künstler ist den meisten Deutschen erst auf der
Pariser Centennale im vorigen Jahre bekannt geworden
, wo wohl jeder Kunstverständige vor seiner
»Loge«, der »Tänzerin« und der »Seine bei Argen-
teuil« bewundernd stille stand. Aber nur wer die
Privatsammlung Durand-Ruels kennt, hat eine Vorstellung
davon, welch ein interessanter und bedeutender
Künstler Renoir in der That ist. Bei
Cassirer sieht man nun endlich einmal auch in
Deutschland einige von seinen Hauptwerken: Die
»Loge« (Abb. a. S. 63 d. v. Jahrg. d. Z.), die »Tänzerin
«, die entzückende, in einem roten Sammet-
fauteuil eingeschlafene »Femme au chat«, der das
graue Kätzlein in dem von einer blauen Schürze
bedeckten Schosse liegt, die »Canotiers äBougival«,
die mit ihren hübschen Freundinnen im hellen
Sonnenschein an Bord das Dejeuner einnehmen,
das wundernette Bildnis der kleinen Tochter Durand
-Ruels, die in blaugegürtetem weissen Kleidchen
vor einer blauen Tapete steht, das kecke
Pariser »Stubenmädchen« in schwarzem Kleide,
einen »Rückenakt«, einen »Crysanthemenstrauss«,
den »Garten in Fontenay« u. a. Renoir befand sich,
wie die hier vorhandenen Werke bezeugen, nur
kurze Zeit unter dem Einflüsse Manets. Ihm
fehlte dessen grosser Wurf, auch bereitete ihm
die Zeichnung, die Form immer einige Schwierigkeiten
. So wandte er sich denn Licht- und
Farbenproblemen zu, in denen vorgeahnt erscheint
, was Monet und in jüngster Zeit die
Neo-Impressionisten anstreben. Er ist sich über
das Verhältnis der warmen Farben zu den
kalten im Bilde nicht immer genügend klar, daher
ist er oft süss, wo er nur weich, zartduftig
, hell sein möchte. Auch die Raumwirkung
erscheint beschränkt. Oft geht der

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