Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 119
(PDF, 174 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_05_1902/0139
*-s^> VERMISCHTES KUNSTLITTERATUR -C^^

zwei Vorträge gehalten über Kunstpflege und Kunsterziehung
(Dr. Jessen-Berlin) und über das Kunstgewerbe
und die Museen (Dr. Graul-Leipzig). Die
Vermittlung von Kunstwerken für die Ausstellung,
besonders auswärtiger, geht durch Hofkunsthändler
Holst (Richters Kunsthandlung). *

17" ÖLN. Wettbewerbe um neue »Stollwerck-Bilder*
nach dem Thema: »Das neunzehnte Jahrhundert«
sind von der Firma Gebr. Stollwerck, wie aus der
Anzeige im vorigen Heft ersichtlich, soeben ausgeschrieben
worden. Preise für eine Gruppe von sechs
Bildern: ein I. mit 1500 M., zwei II. zu 1000 M.,
vier III. zu 600 M., sechs IV. zu 400 M., zwölf V.
zu 250 M.; weitere Ankäufe sind mit ä 2ü0 M. vorgesehen
. Im ganzen werden sechzig Gruppen von
unter sich in gewissem Zusammenhang stehenden
je sechs Bildern benötigt. Einsendungen für diesen
Wettbewerb haben in der für Konkurrenzen üblichen
Form an Gebr. Stollwerck, Corneliusstr. 2, bis zum
5. Januar 1902 zu erfolgen.

KUNSTLITTERATUR

Zehn Jahre mit Böcklin. Aufzeichnungen
und Entwürfe von Gustav Floerke. München 1901.
Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. (Preis geb. M.6.)

Von allen Büchern, deren Zweck es war, Aufschlüsse
über Böcklin und seine Kunst
zu geben, reicht auch nicht eines an diese
von Hanns Floerke in Basel besorgte Zusammenstellung
der Aufzeichnungen seines
1898 verstorbenen Vaters heran, die
die sehr weit gediehenen Studien zu einer
Monographie grossen Stils vorstellen.
Nicht allein, dass Floerke das Glück genossen
hat, den Meister in mehrjährigem
Verkehr so gut kennen zu lernen, wie
man einen Menschen nur kennen lernen
kann (dieses Glück ist ja auch verschiedenen
anderen zu teil geworden, die
nur nichts damit anzufangen wussten)
- seine ästhetische Begabung war gross
und geschult genug, um aus den im
persönlichen Verkehr gesammelten Ein- X'
sichten und Erfahrungen eine lebhafte
und klare Vorstellung von dem Besonderen
der Böcklinschen Kunst, den Absichten
und Zielen des einzigen Marines
zu gewinnen und in Worte zu fassen.
Er hat sich völlig hineingelebt in das
Denken und Fühlen des genialen Künstlers
, dabei aber nicht auf eine eigene
Stellungnahme verzichtet. Das unterscheidet
ihn von vornherein aufs angenehmste
von Rudolf Schick, dessen Tagebuch
, so wertvoll es für die Erkenntnis
des Technikers Böcklin ist, die eigene
subalterne Natur deutlich genug hervortreten
lässt. Es fehlt auch in dem Floer-
keschen Buch nicht an Aufklärungen
über die Art, wie der Künstler arbeitete,
aber das Wesentliche kommt ungleich
besser heraus als bei Schick, und dient
daher dazu, das Bild der Persönlichkeit
zu erhöhen. Das Buch stellt sich dar,
als eine Vereinigung von meist sehr geistvollen
ästhetischen Darlegungen und Betrachtungen
Floerkes, deren Mittelpunkt
Böcklin ist, und von Aussprüchen des
Künstlers über seine eigenen Ideen,
über Kunst, Künstler und Kunstwerke.
Der Herausgeber hat sich bemüht, den Fig. 31.

Stoff so zu gruppieren, dass eine Art Zusammenhang
der in ungeordneter Folge gemachten Notizen
Floerkes und seiner die verschiedensten Themen
berührenden ästhetischen Ideen hergestellt wurde.
An der Form des Ausdrucks ist nicht gerührt
worden, so dass das Mitgeteilte den vollen Reiz
des Erlebten und der unmittelbar geäusserten
Empfindung besitzt. Freilich sind damit auch
sehr viele Schroffheiten und harte Urteile, vieles,
was Floerke bei einer eigenen Redaktion wahrscheinlich
fortgelassen hätte, erhalten geblieben.
Manches in dem Buche wird unzweifelhaft böses
Blut machen; denn leider vergisst der Leser meist,
dass der Künstler das ihm nicht Gemässe aus einem
Zwange der Natur umso schärfer ablehnen und verneinen
muss, je persönlicher er selbst in seiner
Kunst ist. Für den richtig Denkenden gewinnt das
Charakterbild des Künstlers gerade durch Mitteilung
solcher persönlichen Aeusserungen erfreulich an
Schärfe. Böcklin offenbart sich nach dieser Seite
als ein rücksichtsloser Vertreter seines Standpunktes
zu Dingen und Menschen, der aus seinem Genie
das Recht herleitet, sich als überlegener Geist zu
zeigen und mit eigenem Masse die Umgebung zu
messen. Aber auch in Gustav Floerke lernt man
(wie es den Lesern dieser Zeitschrift die jüngst aus
dem Buche mitgeteilten Proben bereits erwiesen
haben dürften) eine Persönlichkeit schätzen, eine

POSTBOTE ALTJAPANISCHER ZEIT. Holzfigur

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