Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 149
(PDF, 174 MB)
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-ir4^> KARL VON PIDOLL

der wichtigsten Marees-
schen Grundsätze, der Bevorzugung
des frei hervorgebrachten
Erinnerungsbildes
gegenüber jedem unmittelbaren
Naturstudium.
Es war gewiss im Prinzip
einer der glücklichsten Gedanken
von Marees, dass er
seine Schüler immer wieder,
sobald es sich um „Erfinden
und Beschliessen" handelte,
vom Modell hinweg auf die
eigene innere Anschauung
zurückwies; was vielen von
den Werken der Alten so
überzeugende Lebenskraft
verleiht, geht auf kein anderes
, als eben dieses Verfahren
zurück und nichts
vermag vom rechten Wege
weiter abzuführen, als die
so oft nur scheinbare Wahrheit
der Modellwirklichkeit,
die auf Kosten der eigentlichen
inneren Wahrhaftigkeit
erkauft wird. Das Modell
diente bei Marees und
so im allgemeinen auch bei
Pidoll nur zu vorbereitender
Arbeit und zwar meist in der
Form gezeichneter Studien.
DieAusführungberuhte hingegen
auf den Erinnerungsbildern
, welche jene hinter-
liess. Es ist bekannt, wie
Ausserordentliches Marees
auf diese Weise geleistet
hat, und fraglich nur, ob er
nicht bei seinen Schülern
doch etwas zu früh mit der
Erziehung der Gedächtniskraft
einsetzte auf Kosten
der eigentlichen Zeichenkunst
. Ein Zeichner im
akademischen Sinne ist auch
von Pidoll nie gewesen; er
wollte es gar nicht sein. Er
beherrschte aber trotzdem
den Totaleindruck einer jeden
Form, die ihn einmal beschäftigt
hatte, auf eine geradezu
erstaunliche Weise.
In seinem Nachlass befindet
sich ein lebensgrosses Porträt
des Grossmeisters des
Maltheserordens Ceschi da
Santacroce, ein ganz aus-

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