Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 159
(PDF, 174 MB)
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UND SEIN AUSGANG APHORISMEN -C^=^

lern ist das Bedürfnis nach einem engeren
Anschluss an die Natur empfunden worden.
Die Resultate des Impressionismus sollen
keineswegs verworfen werden. Aber man beginnt
neu an der Stelle, wo Courbet aufhörte
und Manet einsetzte. In der Bretagne, inmitten
einfacher, künstlerisch noch unausgeschöpfter
Verhältnisse, unter einer hellen, heissen Sonne,
suchen die Cottet und Simon (vergl. H. 2 d. 1.
Jahrg.) Vorwürfe für ihre Pinsel, an denen sie
die Unerschrockenheit ihrer Augen beweisen
können. Auch ihnen behält die Wirklichkeit
immer recht. Sie suchen angelegentlich das
Charakteristische der Erscheinung und volle
plastische Wahrheit, und was die Sonne der
Mühe wert hält zu bescheinen, das erweckt
in ihren empfänglichen Seelen die helle Freude
des Verständnisses. Diese Regungen erscheinen
vereinzelt, wenn man sie mit dem
einmütigen Impuls vergleicht, der durch die
deutsche Kunst geht. Welchen Einfluss sie
etwa auf die französische Auffassung malerischer
Probleme im ganzen gewinnen werden,
wird erst die nächste Zukunft zeigen.

KUNST UND LEIDENSCHAFT

Den Künstler treibt als stärkste Kraft

Ein Herz voll heisser Leidenschaft,

Das trägt ihn wie auf Flügeln,

Doch lass dich nicht von seinem Glühn

Phantastisch hier und dorthin ziehn,

Musst es besonnen zügeln,

Dann hebt es, wenn dein Drang es will,

Selbst in die Sterne deinen Sinn,

Dann führt es dich auch ernst und still

Durch eines Abgrunds Schönheit hin!

Max Bewer

GEDANKEN

Bis zum vierzigsten Jahre imponieren einem die
Menschen, — später nur ihre Werke.

*

Die Kunst macht älter, wenn man jung ist, und
jung, wenn man älter wird.

*

Sie wechseln die Posen - - das nennen sie Entwicklung
.

Marie Stona

PIERRE PUVIS DE CHAVANNES STUDIE FÜR EINES DER

WANDBILDER IN AMIENS

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