Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 163
(PDF, 174 MB)
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-sr4^> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

aug. wilh. ulm er

adagio

täuschungen erleben, bis die Verhältnisse der beteiligten
Faktoren dahin richtig gestellt sind, dass
das Publikum in einer Ausstellung nur Anregung,
der Künstler zunächst nur Ehre erwartet. Das Bilder-
verkaufen ist eine Angelegenheit, unter der das Publikum
nicht leiden darf. H. R.

\V7IEN. Künstlerhaus. Eine Kollektion von Defreg-
gers füllt die Räume im ersten Stock des
Künstlerhauses. Die Kunst des Meisters ist in allen
ihren Entwicklungsmomenten vertreten, und das Publikum
zeigt für diese Darbietungen eines ihrer erklärten
Lieblinge grosses Interesse. Die Parterresäle bergen
meist nur Wiener Künstler. Es ist eine recht stille
Herbst-Ausstellung, so mehr eine eingeschobene
Programmnummer vor der eigentlichen Premiere. Vier
Säle enthalten Kollektiv-Ausstellungen. Landschaftsmaler
Darnaut zeigt in achtzig Nummern den erstaunlichen
Fleiss, mit welchem er emsig die Natur
zu erkennen suchte. Sehr weich und still war immer
Darnauts Art; sein Pinselstrich sehr ängstlich und
spitz. Jetzt, nachdem der Künstler ein Jahr bei den
Worpswedern zubrachte, ist eine willkommene Breite
seiner Vortragsweise zu bemerken. Im Nebensaale
giebtKARL Pippich Wiener Stimmungen. Das Leben
der Strasse sucht er in der Manier Raffaellis festzuhalten
. Oft gelingt ihm eine malerische Stimmung,
meist aber misslingt ihm die Bewegung, zu treffen.
Das Gehen, Fahren, Ausweichen, das Ineinanderschieben
der Passanten ist nicht geschaut. Man glaubt
nicht den Strassenlärm zu hören. Abendstimmungen
trifft Pippich oft mit feiner Empfindung. Aehnliche
Themen behandelt Joh. Nep. Geller. Volksbilder
im Grünen. Meist Praterbilder, wo aufwiesen Kinder
spielen, Gouvernanten sich ihre Erlebnisse erzählen,

Liebespaare wandeln. Hier ist die Beweglichkeit
wohl gelungen. Nur will Geller oft auf Kosten der
Logik Beleuchtungseffekte erzielen, und seine unvermittelten
lila und blauen Schatten tauchen seine
Bilder in Unruhe. Eine ganz neue Erscheinung
interessiert: Jehudo Epstein. Skizzen italienischer
Landschaften, Vegetationsbilder, Porträts, Interieur-
scenen sind mit sehr malerischem Temperament
gegeben. In breiten Modellierungen behandelt Epstein
die Fläche. Keine Kontour, nur nebeneinander
gesetzte Tönungen. Unheimlich lebendig wirken
die derb und beinahe roh hingestrichenen Porträtköpfe
. Epstein weiss vielerlei zu sagen, ob er auch
viel zu sagen hat, muss er erst zeigen. Vorläufig
überwiegt das Können den Inhalt. Zu viel Routine
aber ist gefährlich, sie verhindert oft die Entwicklung
künstlerischer Innerlichkeit. — Von der soeben
eröffneten Ausstellung der „Secession" im nächsten
Heft. — Für die im Entstehen begriffene „Moderne
Galerie" wurden von staatlicher Seite Makart's
»Fünf Sinne«, sowie ein Deckengemälde des Meisters
angekauft. B. Z.

JV/IÜNCHEN. In Kaesers Kunstsalon hat der Maler
August Wilhelm Ulmer etwa zwanzig Gemälde
zur Schau gebracht. Schon das in der Frühjahr
-Ausstellung 1901 der hiesigen Secession vorgeführte
und hierüber abgebildete >Adagio« dieses
Künstlers konnte als eine schöne Talentprobe des
auf der Münchener Akademie unter Hoecker, dann
in Dresden bei Preller ausgebildeten Malers
gelten. Sprach sich doch, auch in dem an Thoma
gemahnenden Stimmungscharakter des Bildes, ein
wohlthuendes Bestreben nach schlicht-ernster Gestaltung
und Vermittlung des gewordenen Eindrucks

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