Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 174
(PDF, 174 MB)
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-sr4^> HANS VON MAREES -C^=*~

handelte sich bei der Ausschmückung also
wesentlich um die gegenüberliegende Längsund
die beiden Schmalwände.

Oberhalb dieses fest umgrenzten, der stillen
Arbeit dienenden Parterres öffnen sich die
Wände zu hellen Weiten in offene Ferne. Die
Enge des Raumes weicht, entzückt dringt das
Auge in die lichten Räume der weit sich ausdehnenden
Aussenwelt. Im Bilde des wackeren
Schiffers, der furchtlos auf die hohe See steuert
und ohne zu ermüden das Boot mit schwerer
Last belädt, suchte Marees den Ernst und die
Energie der wissenschaftlichen Arbeit darzustellen
, die in diesen Räumen verlangt und
geleistet wird. Durch gemalte Pilaster und
Nischen teilt er die nördliche Längswand in
einzelne Felder; sie zeigen die Fahrt durch die
Wellen (S. 172). Vier stämmige Matrosen rudern
stehend, über Kreuz, auf das Felseneiland zu,
dessen hoher Arco naturale von steiler Höhe
herüberwinkt. Hinter den Ruderern steht der
Alte mit der Mütze, halb vom Pfeiler verdeckt
. Er hält das Netz in der Hand und
blickt zu dem jungen Weib, welches das Kinn
in die Hand stützend, lässig in die Flut blickt.
Das kleine Bübchen daneben, das noch eben
um den Pfeiler herumblickt, bildet den heiteren
Schluss dieser sonst so ernsten Gruppe.

Fast rechteckig begegnen sich die Linien
dieses Bildes. Die seitlich und in der Tiefe
ganz ebene Meeresfläche wirkt als horizontaler
Ductus mit dem nach links schiessenden Kahn
zusammen. Senkrecht steht dazu der Pfeiler,
an dessen Lot dann wieder die Beugung der
Matrosengestalten empfunden wird. Zu dem
hellen Ton der rechten Seite kontrastiert der
dunkle (auf der Abbildung nicht sichtbare)
linke Teil mit den Felsen.

Dieses Längsbild wird ergänzt durch das
Schmalbild der Westwand, das zeitlich ihm
vorangeht. Das Boot wird klar gemacht. Von
drei kräftigen nackten Gesellen, bei denen
der Kopf des rechts stehenden besonders auffällt
, wird der Kahn ins Wasser geschoben; drei

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