Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 5. Band.1902
Seite: 189
(PDF, 174 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_05_1902/0211
-*-4^> VON AUSSTELLUNGEN

lässt sehr künstlerische gezeichnete Studien und
einige vortrefflich modellierte sehen. Von Gästen
treten Emil Orlik mit seinen japanisch wirkenden
Farbendrucken, Graf Kalckreuth mit Radierungen
und Lithographien, der Wiener Andri, H. v. Volkmann
, P. Behrens, Conr. Starke, Thoma, Steinhausen
, Vogeler, Adolf Beyer am bemerkenswertesten
hervor. Es ist nicht möglich, in einem
so knappen Rahmen alles Erwähnenswürdige auch
nur zu nennen. Wenn die Ausstellung naturgemäss
auch kein vollständiges Bild von dem gegenwärtigen
Stande der zeichnerischen Künste in Deutschland
bieten kann, so gewährt sie doch einen
sehr lehrreichen Ueberblick und bringt
jedenfalls weiteren Kreisen Gefühl dafür
bei, dass auch auf diesem engeren
Gebiete nicht nur Kräfte, sondern auch
zahlreiche Meister thätig sind, deren
Schöpfungen der deutschen Kunst zur
höchsten Ehre gereichen und danach
gewürdigt werden müssen. H. R.

giebt er in leicht kolorierten Zeichnungen aus böhmischen
Städten und Japan und in einigen Märchenillustrationen
. Bei den Gouachen mit Architekturmotiven
aus England ist die zu dunkle Tonstimmung
manchmal unerfreulich. Dass er zuweilen japanische
Vorwürfe im Sinne der Japaner darstellt, bringt ihn
in eine Konkurrenz mit deren Arbeiten, was ihm so
wenig zum Vorteil gereicht wie andern Künstlern,
die das Gleiche gegenüber Werken der Renaissance
oder anderer historischer Zeitalter versuchen. Die
Originale sind immer stärker als die beste Nachahmung
. Eine erfreuliche Wirkung des Erscheinens

AUS BERLINER

KUNSTSALONS

■Pye V. Ausstellung in Ed. Schultes
Kunstsalon enthielt in der Hauptsache
Werke, die während des Sommers
in Dresden und München die
Feuerprobe bereits bestanden hatten.
Wenngleich den Besuchern, die die
Ausstellungen in jenen Städten gesehen,
auf diese Weise keine Ueberraschung
bereitet wurde, so gab das Durcheinanderhängen
von Bildern aus den skandinavischen
Ländern, aus Frankreich
und England doch Gelegenheit zu Beobachtungen
, die man in Dresden und
München nicht hatte machen können.
Merkwürdig war, wie die frische gesunde
Kunst der Skandinavier in dieser Ausstellung
über künstlerisch sonst sehr
hochstehende Leistungen aus den anderen
Ländern triumphierte. Nachdem
man die starkfarbigen Landschaften der
Kallstenius, Schultzberg, Bergström
, SjÖBERG, wentzel, behm
eine Weile angesehen, hatte man Mühe,
in das richtige Verhältnis zu Watts,
Saglio, Prinet, Sauter und Car-
rierezu kommen. Nur Oskar Björck,
der ausser seinem Porträt des Dichters
Heidenstam noch eine süss-lächelnde
Schönheit in hellblauem Ballkleide
gegen einen gelben Hintergrund ausgestellt
hatte, verlor bedenklich gegen
Watts'tizianische »LadySomers« und
dessen Bildnis »Stuart Mills«. Eine
neue Erscheinung war Clara MoNTALBA-Venedig,
die sehr geschickt gemachte, englisch aussehende
Aquarelle mit venetianischen Motiven ausstellte,
über denen ersichtlich der Geist Turners schwebte,
ohne dass sie darum einen tieferen Eindruck gemacht
hätten. — Bei Paul Cassirer hat der Prager Emil
Orlik eine grosse Zahl von Gemälden, Gouachen,
Aquarellen, Pastellen und Zeichnungen ausgestellt,
die zwar seine Vielseitigkeit beweisen, aber nicht
gerade einen grossen Umfang seines Talents. In
malerischer Beziehung hat er von den Schotten und
den Japanern gelernt. Die empfangenen Anregungen
verwendet er mit viel Geschmack. Sein Bestes

g. f. watts

bildnis der lady somers
(Aasstellung in Schulte's Kunstsalon)

klassischerWerke des französischen Impressionismus
in Deutschland spürt man bei den neuen Bildern
von Ulrich Hübner. Der junge Künstler ist
erstaunlich vorangekommen. Seine Landschaften
haben ganz das zitternde Leben, das feine Gefühl für
den Ton bei aller Wahrheit der Farbengebung und
die sichere Beschränkung auf das Wesentliche, die
Eigenschaften, die man bei Manet, Cezanne, Monet
und Pissarro so hoch schätzt. Er erreicht natürlich
diese Vorbilder nicht, aber es ist ihm gottlob auch
nicht eingefallen, das Charakteristische der Atmosphäre
um Paris auf die deutsche Landschaft zu
übertragen. Sein »Hafen von Warnemünde«, einmal

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